Allgemeines über Schüssler-Salze

 

 

 

Der Arzt Wilhelm Heinrich Schüssler (1821-1898) ging davon aus, dass fast alle Krankheiten durch Störungen im Mineralstoffhaushalt der Zellen entstehen, und dass der Körper durch Zufuhr dieser anorganischen Stoffe in homöopathischer Potenz geheilt werden kann, was bedeutet, dass die zugeführten Substanzen die Störungen im Zellstoffwechsel beseitigen und den Körper anregen, die benötigte Substanz wieder aus der Nahrung zu nehmen.

 

Das Naturheilverfahren der Biochemie wird auch als „abgekürzte Homöopathie“ bezeichnet. Sie ist mit der Homöopathie nahe verwandt, gebraucht aber nur 12 Substanzen (Funktionsmittel), 11 Salben und zusätzlich eventuell noch 12 Ergänzungsmittel in drei Potenzen.

 

Die Biochemie arbeitet ausschließlich mit Mineralstoffverbindungen und berücksichtigt keine anderen Krankheitsursachen, weshalb sie als zu einseitig kritisiert wird.

 

Es ist aber anzumerken, dass eine große Reihe von Krankheiten durch die Behandlung mit Schüssler-Salzen sehr gute Erfolge erzielt.

 


Allgemeines zu Dosierung, Einnahme, Mittel, Potenzen

 

Zeit und Geduld:

Eines ist wichtig und zu beachten: Man darf von der Biochemie keine Hilfe über Nacht erwarten. Das geht bereits aus der einleitenden Betrachtung über die Grundsätze der Heilweise hervor. Bis zur Wiederherstellung des „inneren Gleichgewichtes“, der wiedererlangten Funktionstüchtigkeit des Organismus, vergeht natürlicherweise eine Zeitspanne, die man mit Geduld und kritischer Beobachtung ausfüllen muss. Dieser biologische Prozess setzt in den meisten Fällen auch eine entsprechend lange Einnahme der Arzneimittel voraus. Das heiß jedoch nicht, dass der Patient generell mit einer zeitaufwendigen Reaktion seines Körpers rechnen muss. Es kann „alles auch sehr schnell gehen“, abhängig von der Ausgangslage des Patienten, dem Grad der gesundheitlichen Störung, seiner gesamten körperlichen Verfassung und seiner psychischen Konstitution.

 


 Dosierung und Einnahme:

 

Nach Schüssler wird in „akuten Fällen“ stündlich oder zweistündlich, in chronischen drei- bis viermal täglich ein erbsengroßes Quantum von der Verreibung verwendet.

 

Wir verwenden heute Tabletten, die dieser Menge entsprechen. Gegenwärtig wird nach allgemeiner Übereinkunft etwas höher dosiert:

 

In akuten Fällen: In chronischen Fällen:

Etwa alle 5 Minuten Tablette 3 bis 6 mal täglich 1 oder 2 Tabletten

 

Die Einnahme sollte ½ Stunde vor oder 1 Stunde nach den Mahlzeiten eingenommen werden.

!Achtung! Bei Calcium fluoratum D3 sollte die Maximaldosis von 4 Tbl. nicht überschritten werden.

 

Man lässt sie ohne Flüssigkeit langsam im Mund zergehen, damit der Wirkstoff unter Umgehung des Magen-Darm-Traktes möglichst unmittelbar von der Mundschleimhaut aufgenommen wird und so direkt in die Blutbahn gelangt.

 

Kinder unter 12 Jahren erhalten bei akuten Beschwerden stündlich 1-2 Tabletten. In chronischen Fällen sollten 3 bis 4 mal tgl. 1 Tbl. eingenommen werden.

 

Für Säuglinge und Kleinkinder zerdrückt man die Tabletten zu einem Pulver und gibt dieses direkt auf die Zunge.

 

Während der Behandlung mit biochemischen Mitteln sollen starke Reize wie Nikotin, Alkohol, scharfe Gewürze gemieden werden!

 


 

 Heiße Sieben:

Eine Ausnahme von diesem Schema ist Magnesium phosphoricum, das in der Regel in heißem Wasser gelöst und schluckweise getrunken wird. Bei starken Koliken, akuten Schmerzattacken und quälenden Krampfzuständen kann die übliche Dosis überschritten werden. Aufgrund der günstigen Erfolge hat sich eingebürgert, 10 Tabletten des Mittels in einem Glas mit heißem Wasser zu lösen und diese Lösung alle 2 bis 5 Minuten in kleinen Schlucken zu trinken. Das Verfahren ist immer anwendbar, auch wenn im therapeutischen Teil nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird. Es trägt unter „Eingeweihten“ die treffende Bezeichnung „heiße Sieben“, da Magnesium phosphoricum in der Schüssler’schen Mittelreihe die Nummer 7 trägt.

 


  

Nur 1 Mittel:

Generell wird empfohlen, unterschiedliche Mittel nicht gleichzeitig einzunehmen. Wird man jedoch ein weiteres Mittel nehmen müssen, dann soll dieses im täglichen Wechsel geschehen. Wenn begründbar, wird auch stundenweiser Wechsel praktiziert. Selten ist die Einnahme von mehr als zwei verschiedenen Mitteln angezeigt.

 

 Welche Potenz?

Die Wahl der Potenz (D3, D6, D12) fällt leicht. Schüssler hat von fast allen seinen Funktionsmitteln die D6 gebraucht. Ausnahmen sind Calcium fluoratum, Ferrum phosphoricum und Silicea, die er wegen der geringeren Löslichkeit in der D12 verordnete. Heute werden diese drei Mittel oft in der D6 eingenommen.

Man kann durchaus bei diesem Schema bleiben. Eine „falsche“ Potenz wird es kaum geben.

 

 

Quelle: "Wesen und Anwenung der Biochemie - Therapie mit Mineralstoffen nach Dr. Schüssler",  Herausgeber DHU (Deutsche Homöopathie-Union, Karlsruhe)


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Die Schüssler Funktionsmittel in den Potenzen D3, D6, D12:

 

1. Calcium fluoratum (Kalziumfluorid, Flußspat, CaF2):

 

Vorkommen: Findet sich im Schmelz der Zähne, in den Knochen und Oberhautzellen.

Wirkung: Entlastet den Blutkreislauf und kräftigt die kleinen Gefäße. Außerdem fördert es die Resorption von Gefäßverhärtungen.

Anwendungsgebiete: Elastizitätsverlust der Blutgefäße, z.B. Hämorrhoiden, Krampfadern, Arterienverkalkung. Knochen- und Zahnerkrankungen. Bandscheibenschäden. Gelenkbeschwerden. Rachitis der Kinder. Gewebs- und Drüsenverhärtungen. Haltungsschwäche. Frühes Altern der Haut. Calcium fluoratum wird auch als unterstützendes Mittel bei allen Geschwulstkrankheiten diskutiert. Es wirkt langsam und muss über lange zeit eingenommen werden, vor allem bei chronischen Krankheiten in D12.

 

 

2. Calcium phosphoricum (Kalziumphosphat, Kalziumdrogenphosphat, CaHPO4 x 2 H2O):

 

Vorkommen: Es ist das im Körper am reichlichsten vorhandene Salz.

Wirkung: Aufbau- und Kräftigungsmittel, bildet vorwiegend die harte Knochenmasse, ist aber auch in allen Zellen anzutreffen. Wirkt auf die Zellgrenzmembranen und ist an der Eiweißbildung beteiligt.

Anwendungsgebiete: Bei allen Knochen- und Zahnerkrankungen, schlecht heilenden Knochenbrüchen, ferner bei Blutarmut, Lungenleiden, nervösen Störungen, rascher Ermüdbarkeit, Schlafstörungen (besonders auch im Säuglings- und Kindesalter sowie in den Entwicklungsjahren). Menstruationsbeschwerden, in der Schwangerschaft und in der Rekonvaleszenz wird es gegeben. Es ist ein langsam wirkendes Mittel und muss über einen längeren Zeitraum eingenommen werden.

Der Patient: Es passt besonders für blasse, blutarme Menschen mit kränklichem Gesichtsausdruck, deren Beschwerden sich nachts und in der Ruhe verschlimmern

 

 

3. Ferrum phosphoricum (Eisenphosphat, FePO4 x 4 H2O):

 

Vorkommen: Eisen ist lebenswichtig für den Organismus. Bestandteil des roten Blutfarbstoffes (Hämoglobin). Es befindet sich in allen Zellen. Der Anteil an Eisen im Organismus beträgt etwa 4 bis 5 g, dreiviertel davon ist an Hämoglobin gebunden.

Wirkung: Eisen ist an vielen enzymatischen Prozessen beteiligt und hat in der Infektabwehr wichtige Funktionen. Im Kindesalter wird Eisen zum Wachstum benötigt, gleiches auch während der Menstruation und in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Anwendungsgebiete: Bei allen plötzlich auftretenden Erkrankungen, für alle entzündlichen und fieberhaften Prozesse im Anfangsstadium. Bei Kinderkrankheiten, Anämien, bei Schmerzen, Wunden, Blutungen, Quetschungen, Verstauchungen, körperlichen Überanstrengungen, Durchblutungsstörungen mit rheumatischen Erscheinungen, bei akutem Magenkatarrh mit Schmerzen und Erbrechen sowie sommerlichen Durchfällen mit Fieber.

Der Patient: Alle Beschwerden verschlimmern sich nachts, sowie durch Wärme und Bewegung. Ruhe und Kühle lindern die Beschwerden.

 

 

4. Kalium chloratum (Kaliumchlorid, KCI):

 

Vorkommen: Bestandteil jeder Zelle, insbesondere der roten Blutkörperchen (Erythrozyten).

Wirkung: Physiologische Wirkung auf die Erregbarkeit der Nerven und Muskeln. Hilft, Eiweiß aufzubauen und bei der Kohlenhydratverwertung (Stoffwechselanregende Wirkung). Im Ganzen gesehen ist Kalium ein unentbehrlicher Bestandteil des Organismus. Kaliummangel bewirkt pathologische Veränderungen in verschiedenen Geweben (u.a. Herzmuskel, Skelettmuskel)

Anwendungsgebiete: Hauptmittel bei Katarrhen verschiedener Organe und Schleimhäute, wenn die Absonderungen zähflüssig-fibrinös (2.Entzündungsstadium) sind und eine weiße, weißgraue oder weiß-schleimige Masse bilden, seien es weißgraue Schuppen auf der Haut oder feste weiße Membranen auf den Schleimhäuten. Bei Ohren-, Augen- und Halserkrankungen, die durch fibrinöse Entzündung charakterisiert sind. Bei Lungen- und fibrinöser Rippenfellentzündung Bronchitis, Rheumatismus, Sehnenscheidenentzündung, Warzen, Frostbeulen, Impfbeschwerden, Verbrennungen.

Der Patient: Wärme bessert, Bewegung, gewürzte und fette Kost verschlimmern

 

 

5. Kalium phosphoricum (Kaliumphosphat, Kaliumhydrogenphosphat, KH2PO4):

 

Vorkommen: Bedeutendstes anorganisches Salz der Zellen

Wirkung: Wichtig für die Blutflüssigkeit, die roten Blutkörperchen, die Gewebe, die Gehirn-, Nerven- und Muskelzellen. Kaliummangel führt zu psychischen Störungen, niedergeschlagenen Stimmungen verbunden mit Ängstlichkeit, Traurigkeit und Gedächtnisschwäche

Anwendungsgebiete: Akute und chronische Krankheiten sowie Erschöpfungszustände. Findet Anwendung bei Nervosität, Depressionen, Erschöpfung, Melancholie, Hysterie, nervöser Schlaflosigkeit, Unlust zu geistiger Tätigkeit, Gedächtnisschwäche, Muskelschwäche, Kreuzschmerzen, nervösen Herzbeschwerden, Angstgefühl mit Herzklopfen. Dient der Unterstützung der Behandlung organischer Herzleiden, bei Blutungen, Lähmungen, Kräfteverfall bei Infektionskrankheiten, faulen und brandigen Zuständen mit übelriechenden Absonderungen („inneres Antiseptikum“).

Der Patient: Besserung durch mäßige Bewegung, Verschlimmerung durch Anstrengung

 

 

6. Kalium sulfuricum (Kaliumsulfat, K2SO4):

 

Vorkommen: Es befindet sich in den Oberhaut- und den Epithelzellen von Haut- und Schleimhäuten, meist zusammen mit Eisen, das es bei der Sauerstoffübertragung in der Zelle unterstützt und mit diesem den Zellstoffwechsel aktiviert.

Wirkung: Aktiviert den Zellstoffwechsel, bestes Mittel bei Entzündungsstadium 3 mit gelb-schleimigen Absonderungen

Anwendungsgebiete: „Bei allen Krankheiten, die nicht richtig herauskommen“. Bei chronischen Entzündungen aller Art, Hautleiden mit Abschuppung, bei chronisch-eitrigen Schleimhautkatarrhen (Nase, Ohr, Hals, Bronchien, Bindehaut u.a.), bei Magen-Darm-Katarrhen, Leber- und Nierenentzündung sowie rheumatischen Gelenkschmerzen, allgemein zur Förderung aller Ausscheidungs- und Entgiftungsvorgänge.

Der Patient: Achtung! Wichtiger Hinweis für die Mittelwahl: Die Stimmung des Patienten ist traurig und ängstlich. Die Beschwerden verschlimmern sich gegen Abend und in geschlossenen, warmen räumen. Linderung und Besserung in frischer, kühler Luft.

 

 

7. Magnesium phosphoricum (Magnesiumphosphat, Magnesiumhydrongenphosphat, MgHPO4 x 3 H2O):

 

Vorkommen: Im menschlichen Organismus. Etwa die Hälfte davon befindet sich im Skelett, ein Drittel im Muskelsystem, weiteres Vorkommen in den Nerven, im Gehirn und Rückenmark, in den roten Blutkörperchen, in Leber und Schilddrüse.

Wirkung: Magnesium ist an vielen enzymatischen Prozessen beteiligt. Es wirkt antithrombotisch und antiallergisch, hat Einfluss auf die neuromuskuläre Erregbarkeit und die Herzfunktion (u.a. z.B. Vorbeugung gegen Herzinfarkt). Magnesium senkt den Grundumsatz und den Cholesterinspiegel im Blut

Anwendungsgebiete: Wirkt gegen Krämpfe aller Art, gegen Koliken und Schmerzen, gegen Neuralgien in allen Körperteilen, Engegefühl in der Herzgegend und Neigung zu Migräne. Die Wirkung des Mittels bei kolikartigen Zuständen und Blähungsbeschwerden, Zahnungsschwierigkeiten und Krampfhusten kleiner Kinder, bei wässrigem, von Leibschmerzen begleitetem Durchfall ist hervorzuheben.

Der Patient: Besserung durch Wärme und Gegendruck, Verschlimmerung durch Kälte

 

Tipp: „Heiße Sieben“: Muss man bei Krämpfen und Koliken eine rasche Wirkung erzielen, löst man 10 Tabletten Magnesium phosphoricum in einem Glas heißen Wassers auf (öfters umrühren) und gibt alle 2 bis 5 Minuten 1 Schluck davon. Weil Magnesium phosphoricum das 7.Mittel nach Schüssler ist, wird diese Anwendung etwas scherzhaft als „Heiße Sieben“ bezeichnet.

 

 

8. Natrium chloratum (Natrium muriaticum, Natriumchlorid, Kochsalz, NaCl):

 

Vorkommen: Hat im Organismus die wichtigste biologische Bedeutung. Kochsalz ist absolut lebenswichtig. Etwa die Hälfte an Kochsalz befindet sich in der extrazellulären Flüssigkeit, ein weiteres Drittel liegt im Knochen und Knorpelgewebe vor. Daneben findet sich im Magen und in der Niere eine verhältnismäßig hohe intrazelluläre Natriumkonzentration.

Wirkung: Natrium regelt den Wasserhaushalt, den osmotischen Druck (zur Regulierung des osmotischen Drucks benötigt der erwachsene Mensch in der gemäßigten Zone bei durchschnittlicher körperlicher Tätigkeit 5 bis 10 g Kochsalz pro Tag). Natrium reguliert den Säuren-Basen-Haushalt, gewährleistet die Erregbarkeit von Muskeln und Nerven, unterstützt die Neubildung von Zellen und regt die Bildung von roten Blutkörperchen an.

Anwendungsgebiete: Blutarmut, Bleichsucht, Appetitlosigkeit, Abmagerung, Schleimhautkatarrh mit wässriger Absonderung. Magen-Darm-Katarrh mit wässrigem Durchfall, Säuremangel, Milchmangel der Wöchnerinnen, schlaffe Verstopfung, Hämorrhoiden, Kribbeln und Taubheitsgefühl in den Extremitäten, nässende Hautausschläge, rheumatische Beschwerden, Kopfschmerzen, Migräne, Tränen- und Speichelfluss, Neurasthenie, Hysterie und Antriebsschwäche.

Der Patient: Verschlimmerung der Beschwerden am Morgen und in den Vormittagsstunden, durch geistige Überanstrengung und feucht-kühles Wetter. Viel Durst, Verlangen nach Gesalzenem. Besserung durch trockene, warme oder auch kühlere, frische Luft

 

 

9. Natrium phosphoricum (Natriumphosphat, Natriummonohydrogenphosphat Na2HPO4 x 12 H2O):

 

Vorkommen: Im Organismus weit verbreitet: in den Gehirnzellen und Nerven, in den Muskeln, den roten Blutkörperchen und im Bindegeweben.

Wirkung: Es hält die Harnsäure in Lösung, die über die Nieren ausgeschieden werden kann. Natrium phosphoricum ist wichtig bei der Eliminierung der Stoffwechselendprodukte. Ferner hat dass Mittel eine wichtige Funktion im Kohlensäureaustausch des Blutes (Pufferwirkung) und im Stoffwechsel der Milchsäure, die bei der Muskelarbeit aus Glykogen gebildet wird.

Anwendungsgebiete: Natrium phosphoricum ist bei Überschuss an Säuren aller Art ein bewährtes Neutralisationsmittel. Es findet Verwendung bei akuten und chronischen Krankheiten (vor allem auch bei Kindern), die auf Stoffwechselstörungen zurückzuführen sind, bei Salzsäureüberschuss, Sodbrennen, saurem Erbrechen, Gärungsstühlen, bei Rheuma, Ischias und Gicht. Anwendung außerdem bei Drüsenschwelllungen, Augenentzündungen, Mandel- und Rachenkatarrhen, Magenentzündung mit saurem Aufstoßen, Blasenkatarrh, Gallen- und Nierensteinen sowie Hautausschlägen mit honigfarbenen, rahmartigen Absonderungen.

Der Patient: Verschlimmerung der Beschwerden durch Bewegung, fette Speisen und feucht-kaltes Wetter

 

 

10. Natrium sulfuricum (Natriumsulfat, Glaubersalz, Na2So4):

 

Vorkommen: Weniger in den Zellen als vielmehr in den Gewebesäften.

Wirkung: Entwässert den Körper, Ausscheidung von Stoffwechselschlacken, Entgiftung des Organismus, Anregung des Gallenflusses

Anwendungsgebiete: Bei allen Erkrankungen der Ausscheidungsorgane (Leber, Galle, Niere, Blase), ferner bei Hautausschlägen, Flechten, alten Wunden, nässenden Unterschenkelgeschwüren, Ödemen, grippalen Infekten und rheumatischen Beschwerden.

Der Patient: Passt für Menschen, die ständig frostig sind, auch nachts im Bett nicht richtig warm werden. Sie sind reizbar, gleichgültig und niedergeschlagen. Die Beschwerden, oft periodisch auftretend, werden schlimmer gegen Morgen, bei feuchtem Wetter und in feuchter Umgebung. Die Absonderungen sind gelb-grünlich und wässrig.

 

 

11. Silicea (Acidum silicicum, Kieselsäure, Kieselsäurenanhydrid, Quarz, Sand, Si02 x H20):

 

Vorkommen: Bestandteil des Bindegewebes.

Wirkung: Wichtig beim Aufbau der Haut und Schleimhäute, der Nägel, Haare und Knochen. Steigert die Widerstandsfähigkeit und mechanische Festigkeit der Gewebe („Biochemisches Kosmetikum“). Lunge, Lymphdrüsen und Nebennieren enthalten eine beträchtliche menge Silicea. Silizium, als der wesentliche Bestandteil von Silicea, ist das zweithäufigste Element der Erdkruste nach dem Sauerstoff. Ist an der Aufnahme von Kalzium aus der Nahrung beteiligt. Sie regt die Kollagenbildung an und aktiviert die Tätigkeit der Phagozyten („Fresszellen“), die für die Infektabwehr wichtig sind.

Anwendungsgebiete: Silicea ist neben Calcium sulfuricum das Hauptmittel gegen akute und chronische Entzündungen mit Eiterungen aller Art. Ferner findet das Mittel Anwendung bei erschlafften Gefäßwandungen (Krampfadern, Hämorrhoiden u.a.), bei Erkrankungen der Nägel und Haare, bei Drüsenentzündungen und –verhärtungen, Vernarbungsprozessen, Knochenfisteln, Karies, Rachitis, Gerstenkorn, Nachtschweiß. Es fördert den Abbau von Ergüssen und reduziert die Harnsäure im Blut.

Der Patient: Verschlimmerung durch Kälte („alles ist frostig“), gegen Abend, nachts und bei Bewegung. Besserung der Beschwerden durch Wärme und warmes Einhüllen des Patienten. Sogenannte „Silicea-Kinder“ sehen „alt“ aus, sind häufig unterernährt, die Haut und Muskulatur ist schlaff. Im späteren Alter erscheinen sie schwächlich depressiv und leistungsunfähig.

 

 

12. Calcium sulfuricum (Kalziumsulfat, Gips, CaSO4 x 2 H2O):

 

Vorkommen: In der Leber und Galle u.a.

Wirkung: Wie Silicea ist es ein wichtiges Mittel bei allen eitrigen Prozessen. Es steigert die Blutgerinnung und regt den Stoffwechsel an

Anwendungsgebiete: Abszesse, Furunkel, Karbunkel, Bindehautentzündung, eitrige Mandelentzündung, Bronchialkatarrh, Blasen- und Nierenentzündung, chronischer Schnupfen mit Beteiligung der Kieferhöhlen bei übel riechendem, blutig-eitrigen Ausfluss. Afterfisteln, chronischer Rheumatismus und nicht zuletzt bei Schlaflosigkeit, Gedächtnisschwäche und Schwindel

 

Quelle: "Wesen und Anwendung der Biochemie - Therapie mit Mineralstoffen nach Dr. Schüssler ",  Herausgeber DHU (Deutsche Homöopathie-Union, Karlsruhe)


 Die 11 biochemischen Salben

1. Calcium fluoratum Salbe:

Anwendung: Bei Unterschenkelgeschwüren, verhornenden Ekzemen der Hohlhand, Hautschrunden, Narbenwülsten, eiternden Fisteln, Nagelfalzeiterungen, gutartigen Blutgefäßgeschwülsten Hämorrhoiden und Krampfadern.

 

2. Calcium phosphoricum Salbe:

Anwendung: Bei Gelenkergüssen, Schleimbeutelentzündung, Knochenhautreizung, verzögerter Knochenheilung, Lymphdrüsenschwellung, Schiefhals, Rücken- und Kreuzschwäche, eitrigen Hautausschlägen

 

3. Ferrum phosphoricum Salbe:

Anwendung: Bei frischen Wunden, Weichteilverletzungen, bei Knochenbrüchen, Quetschungen und Verstauchungen, juckenden, nesselsuchtartigen Hautausschlägen, Talgdrüsenekzemen und allgemein bei Blutüberfüllung mit Schmerzzuständen

 

4. Kalium chloratum Salbe:

Anwendung: Bei ‚herpesartigen’ Ausschlägen mit entzündeten Bläschen, trockenen Hautkrankheiten mit mehlartigen Schuppen Hühneraugen, Schleimbeutelentzündung und Warzen an den Händen.

 

5. Kalium phosphoricum Salbe:

Anwendung: Bei Grindflechte (besonders bei Kindern im Gesicht), nesselsuchtartigen Hautausschlägen, kreisrundem Haarausfall, Nervenschmerzen, Muskelschwäche, bei Lähmungserscheinungen nach Diphtherie, Schlaganfall und Kinderlähmung, bei Muskelschwund und bei beginnendem Brand.

 

6. Kalium sulfuricum Salbe:

Anwendung: Bei knötchenartigen Hautausschlägen, eitrigem Bläschenausschlag, Hautjucken, trockener und harter Haut mit Brennempfindung, übermäßiger Hautabschuppung, Lidrandentzündung, rheumaartigen Nacken-, Rücken- und Gliederschmerzen.

 

7. Magnesium phosphoricum Salbe:

Anwendung: Bei Hautjucken (vor allem im Alter), Schuppenflechte (als Zusatztherapie), Nervenschmerzen mit bohrendem oder stechendem Charakter (in ihrer Lokalisation wechselnd).

 

8. Natrium chloratum (= Natrium muriaticum) Salbe:

Anwendung: Bei Gürtelrose, Bläschen an den Lippen, Talgdrüsenekzemen, Akne, Mitessern, Hautpilzerkrankungen mit weißen Schuppen, Afterfissuren, Folgen von Insektenstichen, Wundsein kleiner Kinder, Nagelfalzeiterungen und harten Drüsenschwellungen.

 

9. Natrium phosphoricum Salbe:

Anwendung: Bei Furunkulose (im Stadium der Eiterbildung), Halsdrüsengeschwülsten, Kupferfinne, Milchschorf, Wundrose, gläschen- und pustelförmigen Hautausschlägen mit honiggelbem Inhalt, beginnender Brustdrüsenentzündung

 

10. Natrium sulfuricum Salbe:

Anwendung: Bei Hautpilzerkrankungen, eitrigen Hautausschlägen mit gelblich-wässrigem Bläscheninhalt, Erfrierungen (frische und eiternde), periodisch im Frühjahr auftretenden Hautleiden, Hühneraugen, bei Wundrose (mit weicher Hautschwellung) und Nervenschmerzen.

 

11. Silicea Salbe: 

Anwendung: Bei nässenden Ekzemen an Händen und Füßen, schlecht heilenden Wunden, Furunkeln, entzündlichen Fußschwielen, Hühneraugen, Nagelfalzeiterungen und –Entzündungen.

 

 

 

Quelle: "Wesen und Anwendung der Biochemie - Therapie mit Mineralstoffen nach Dr. Schüssler",  Herausgeber DHU (Deutsche Homöopathie-Union, Karlsruhe)


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