Meditation

Meditation
(lat. meditatio = „das Nachdenken über“; auch in der
Bedeutung „zur Mitte ausrichten“ von lat. medius =
„die Mitte“) ist eine in vielen Religionen und Kulturen
geübte grundlegende religiöse oder spirituelle Praxis. Durch
Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist
beruhigen und sammeln. Insbesondere in östlichen Kulturen ist sie
eine zentrale religiöse und (bewusst oder unbewusst)
bewusstseinsverändernde Praxis. Ein regelmäßig
praktizierter Rückzug der Sinne, etwa bei kontemplativem Sitzen
oder Gehen, übt in eine ständige bewusste Haltung ein.
Hilfreich sind Wahrhaftigkeit und Gewaltfreiheit, die in den Vier edlen
Wahrheiten und als Achtfacher Pfad beschrieben sind. Ziel sind Stille
oder innere Leere, ein Zustand frei von Gedanken, oft verbunden mit
einem Gefühl von Eins-Sein. Ziel vieler spiritueller Richtungen
ist die Erleuchtung.
In westlichen Ländern wird die Meditation oft als
Entspannungsmethode, zur Stressbewältigung und zur
Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens praktiziert.
Religiöse Wurzeln
Meditative Praktiken sind ein wesentlicher Bestandteil vieler
Religionen. Besonders im Hinduismus, Buddhismus und Taoismus besitzt
die Meditation eine ähnliche Bedeutung wie das Gebet im
Christentum (vgl. auch Kontemplation) oder Islam. Als organisierte
Überlieferung lässt sich die Meditation am weitesten zu den
Upanishaden und in der buddhistischen Tradition in Indien
zurückverfolgen. Als Jhana (Sanskrit dhyana) werden verschiedene
Techniken und Zustände der Versenkung beschrieben, worauf sich
heute u. a. das chinesische Chan und das japanische Zen
zurückführen lassen. Eine vielfältige und
traditionsreiche Form der Meditation entwickelte sich daneben im
indischen Yoga (Vorstufe ist die Konzentration. Insbesondere die Sutren
im Raja Yoga prägen bis heute viele Techniken wie den Umgang mit
dem Atem im Pranayama und die systematische Einteilung der mit der
Meditation in Zusammenhang gebrachten Bewusstseinszustände.
Innerhalb dieser Traditionen werden mit der Meditation ausnahmslos
spirituelle Ziele verfolgt.
In den mittelalterlichen Klöstern des Christentums wurden die
„geistlichen Übungen“ meditatio (gegenständliche
Betrachtung) und contemplatio (gegenstandfreie Anschauung,
Kontemplation) zur Sammlung des Geistes überliefert. Besonders in
den mystischen Traditionen sollte damit der Verstand und das Denken zur
Ruhe kommen, um den „einen Urgrund“ freizulegen.
Standardisierte Elemente einer meditativen Praxis finden sich bis heute
auch in des Exerzitien von Ignatius von Loyola oder einiger
benediktischer und franziskanischer Traditionen.
Techniken
Man kann die Meditationstechniken grob in zwei Gruppen einteilen:
in die passive (kontemplative) Meditation und
die aktive Meditation.
Unter Meditation versteht man im Westen auch eine absichtslose
Konzentration auf eine Tätigkeit oder einen Gegenstand. Die
Konzentration ergibt sich als Folge der Versenkung - der Verstand
steuert nicht. Die Tätigkeit kann aktiv manipulierend sein oder
innere Kontemplation eines Gegenstandes oder einer Idee. Wesentlich ist
in jedem Fall ein Zustand der „entspannten Aufmerksamkeit“;
eine Umgebung ohne Störreize bzw. die Fähigkeit, seine Sinne
ruhen zu lassen, sind förderlich. Vielfältige Ziele
können verfolgt werden. Der Gegenstand der Meditation kann beinahe
beliebig sein, so dass sich auch Musizieren oder sogar einfache, d. h.
nicht Aufmerksamkeit fordernde Arbeiten auf meditative Art
ausführen lassen. Einige der bekanntesten Meditationstechniken
beziehen sich auf den Atem, die Beobachtung des Atems
(Zen-Meditationstechniken, Yoga), andere wiederum, wie in der
christlichen Tradition verankerte, auf das Gehen (z. B. Sankt-Jakobsweg
in Spanien) oder das Arbeiten („ora et labora“). Eine
Meditationstechnik kann allein oder in einer Gruppe unter Anleitung
stattfinden.
Meditativer Zustand
Der Begriff Meditation wird auch als Beschreibung eines Zustands
benutzt. Je nach Art der Meditation handelt es sich dabei um Versenkung
oder auch um Trance oder Ekstase.
Im älteren dt. Sprachgebrauch bezeichnet „Meditation“
einfach ein Nachdenken über ein Thema oder die Resultate dieses
Denkprozesses.
Nach Reizen
Stille- oder Ruhemeditation
Stille- oder Ruhemeditation versucht, nicht nur die Wahrnehmung von
Reizen, sondern jegliche gedankliche Aktivität auf ein
Mindestmaß zu reduzieren. In der Einsichtsmeditation, welche auch
eine Kontemplation sein kann, wird der Geist auf ein Objekt gerichtet,
um Erfahrungen oder Erkenntnisse über es Objekt zu erlangen.
Im allgemeinen Sprachgebrauch meint das Wort Meditation oft nur die
passive Form ohne äußere Reize; andere Formen werden dann
meist als Rituale, Übungen oder ähnliches beschrieben.
Entheogene Meditation
Manche Kulturen setzen auch bewusstseinserweiternde Drogen (entheogene
Substanzen) zur Meditation ein. Die Einnahme einer Droge allein
führt im Allgemeinen nicht zu einem meditativen Zustand –
hierzu ist auch eine spirituelle Haltung notwendig. Auch ist es bei
vielen dieser Praktiken unklar, ob sie noch unter den Begriff der
Meditation zu fassen sind.
Das Spektrum der verwendeten Substanzen ist sehr breit, und auch die
erzielte Wirkung je nach Art und Dosis der Droge recht unterschiedlich.
Es beginnt bei leichten Stimulanzien, wie zum Beispiel dem im
Katholizismus verwendeten Weihrauch, oder Räucherstäbchen im
Yoga - geradezu suchtgefahrfreie, eher rituelle (seriöse)
Praktiken. Psychotrope Substanzen wie Cannabis setzen vor allem die
Rastafari zu religiösen und meditativen Zwecken ein. Auch
nordamerikanische Indianer wenden bei dem Schwitzhüttenritual zum
Teil psychoaktive Pflanzen an. Starke Halluzinogene werden vor allem in
schamanistisch geprägten Kulturen benutzt, um, meist in Verbindung
mit einem Tanz oder ähnlichem Ritual, in einen Trancezustand
einzutauchen. Siehe auch Psycholytische Psychotherapie.
Musik
Viele Schulen verwenden rhythmische Klänge und Musik, um die
Meditation zu erleichtern. In der christlichen Tradition sind das
insbesondere Choräle, aber auch das Rosenkranzgebet kann
ähnlich einem Mantra meditativ sein. Im Hinduismus und Buddhismus
werden sowohl Mantren entweder lautlos, leise gesprochen oder als
Gesänge (Chanting) benutzt. Die Gospels der Christen sind im
Allgemeinen keine musikalischen Meditationen, da sie zwar Gesang
beinhalten, aber hauptsächlich der Bestätigung des eigenen
Glaubens dienen und zur Aufhellung der Stimmung beitragen. In einigen
Formen kann der Gospelgesang aber durchaus zu einem Trancezustand
führen.
Körperliche Tätigkeit
Tanz
Eine der aktiven Formen ist die durch Tanzen unterstützte
Meditation - vor allem in der orientalischen Tradition (z. B. der
Derwisch-Tanz und Dhikr im Sufismus, der islamischen Mystik) und bei
vielen Naturvölkern zu finden (siehe Trancetanz). Hierbei werden
meist sehr monotone Tanzbewegungen über lange Zeit
ausgeführt, oft verstärken ein schneller Trommelrhythmus oder
Schellen oder Rasseln, die die Tänzer selbst tragen. Die Technik
ermöglicht, einen tranceartigen Bewusstseinszustand zu erreichen.
Ob solche Methoden noch unter den Begriff der Meditation fallen,
entscheidet die Absicht der Tänzer. In diesem Sinn sind heutige
Techno-Raves eher selten als Meditation zu betrachten. Die Musik
besteht im Wesentlichen aus schnellen, wiederkehrenden Rhythmen, und
auch hierbei werden monotone Tanzbewegungen teils stundenlang
ausgeführt.
Geh-Meditation
Häufig dient auch eine körperliche Tätigkeit als ein
Fokus einer Meditation. Die einfachste Tätigkeit, die so benutzt
wird, ist wohl das Gehen, das sowohl in der christlichen Kultur (bei
verschiedenen Mönchsorden etc.) als auch in der fernöstlichen
z. B. im Zen (dort bekannt als Kinhin) Anwendung findet.
Yoga
In der Tradition des Yoga unterstützen verschiedene
Körperhaltungen und -übungen, Atemtechnik, sowie Fasten und
andere Arten der Askese die Meditation. Im Raja Yoga gelten Pratyahara
(Zurückziehen der Sinne) und Dharana (Konzentration) als Vorstufen
der Meditation (Dhyana). Im Zen-Buddhismus hingegen können ganz
unterschiedliche Tätigkeiten Gegenstand der Meditation sein, wie
z. B. das Blumenbinden (Ikebana), die Kalligraphie (Shodō) oder das
Bogenschießen (Kyūdō).
Kampfkunst
Auch Kampfkünste können Gegenstand und Vehikel der Meditation
sein: Besonders in den daoistischen Traditionen der inneren
Kampfkünste (z. B. Taijiquan) spielt der meditative Aspekt eine
große Rolle. In manchen Stilen tritt dabei der kämpferische
Ursprung fast völlig zurück. Auch in vielen der
äußeren Kampfkünsten werden meditative Praktiken
geübt.
Tantra
Tantra hat seine Wurzeln in hinduistischen und buddhistischen
Traditionen, es ist die Lehre des Flusses der Shakti oder auch des Chi,
wie es später der Daoismus bezeichnet. Tantra ist ein mystischer
Einweihungspfad, in dessen Meditationen mit der Visualisierung
verschiedener Gottheiten und der Rezitation von Mantren gearbeitet
wird. In den höheren Tantras können auch Rituale unter
Einbeziehung der Sexualkraft mit einem Partner praktiziert werden, wo
Sexualität auch als die Urquelle der Lebenskraft (Shakti)
eingeschätzt wird. Spezielle innere Haltung sowie Atem- und
Energietechniken könnten über ekstatische Erfahrungen
während der sexuellen Vereinigung von Mann und Frau zu
spiritueller Entwicklung führen. Dieses vage Wissen über
solche Praktiken führte zu dem heute vor allem bekannten
Neo-Tantra, welches eher als sexualtherapeutische Arbeit bezeichnet
werden kann.
Aktive Meditation (Osho)
Bhagwan Shree Rajneesh hat in seinem Ashram in Poona (1970) auf den
westlichen Menschen zugeschnittene Meditationstechniken entwickelt. Vor
der eigentlichen Meditationsphase werden durch aktive Bewegung und
verstärkte Atmung seelische und körperliche Spannungen
abgebaut. Bekannt sind die Dynamische Meditation, die
Kundalini-Meditation, die Nataraj-Meditation und die
Nadabrahma-Meditation.
Weitere Meditationstechniken
Transzendentale Meditation
Transzendentale Meditation (TM) ist ein Lehre von Maharishi Mahesh Yogi
und ist im Westen seit den 1960er Jahren verbreitet. Die Bewegung
ordnet sich selbst keiner der anderen Religionen zu.
Meditation in der Anthroposophie
Meditation ist auch ein wesentlicher Bestandteil des anthroposophischen
Schulungswegs. Nachdem sich zunächst alle Kräfte auf einen
seelischen Inhalt konzentriert haben (Vorbereitung), besteht hier die
eigentliche Meditation darin, sich diesem Inhalt ganz hinzugeben, sich
in ihn zu versenken: Ziel ist, das Bewusstsein von seiner Verstrickung
an den Alltag zu lösen, damit es sich nach und nach rein
seelischen und rein geistigen Gegebenheiten zuwenden kann. Insofern
unterscheidet sich dieser Meditationsbegriff wenig von dem aus Yoga und
Buddhismus oder von der christlichen Mystik her bekannten [1].
Wichtig ist aber, dass hier großer Wert auf die Vorbereitung zu
legen ist. Das Wesentliche ist dabei die Ausbildung und Pflege eines
klaren Denkens. Es wird deshalb vermieden, Meditationsinhalte zu
verwenden, die nicht vorher klar verstanden wurden. Solche Inhalte
können sein: Vorstellungen, Gefühle, Sätze ("Mantren"),
Symbole u. ä. Vorbereitend und unterstützend werden die
Meditationen begleitet von sogenannten Nebenübungen und weiteren
Übungen [2].
Weitere Formen
Jesusgebet
Das Jesusgebet, auch Herzensgebet genannt, ist ein besonders in der
Orthodoxen Kirche weit verbreitetes Gebet, bei dem ununterbrochen der
Name Jesu Christi angerufen wird. Damit wird der Aufforderung
„Betet ohne Unterlass!“ (1. Thessalonicherbrief Kapitel 5,
Vers 17) des Apostels Paulus genüge getan. Im Hesychasmus und
anderen Meditationsformen der Ostkirchen nimmt dieses Gebet eine
zentrale Stellung ein, ebenso in der Spiritualität der
Kartäuser.
Verrichtet wird das Jesusgebet üblicherweise an einer Gebetskette,
griechisch Komboskini und russisch Tschotki genannt, die aus 30, 33,
50, 100 oder mehr Knoten besteht. Die geschlossene Schnur steht als
Zeichen für das nie endende monastische Gebet. Sie wird verwendet,
weniger, um die Gebete zu zählen, sondern als Hilfe zur
Konzentration und für einen gleichmäßigen Rhythmus. In
der orthodoxen Kirche erhalten die Mönche und Nonnen eine solche
Gebetskette zur Profess.
Geschichte
Die Geschichte des Jesusgebetes lässt sich in drei Phasen unterteilen.
Seine Anfänge reichen bis in die Zeit des frühen
östlichen Mönchtums zurück. Dort wurden kurze
Bibelzitate, oft Psalmverse, meditiert, also immer wieder wiederholt,
teilweise laut ausgesprochen, teilweise innerlich rezitiert. Mit der
Zeit wurde es üblich, statt der Bibelzitate den Namen Jesus zu
rezitieren. Die Form Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner ist
bereits für das 6. Jahrhundert belegt. Dabei geht der Ursprung auf
den blinden Bettler Bartimäus aus Jericho zurück: Jesus, Sohn
Davids, erbarme dich meiner (überliefert bei den Synoptikern, z.
B. Markus 10,47).
Die zweite große Phase in der Geschichte des Jesusgebetes ist der
Hesychasmus, der im 12. Jahrhundert auf dem Berg Athos praktiziert
wurde. Das Jesusgebet wurde hier beim bewussten Sitzen in der Stille im
Rhythmus von Atmung und Herzschlag rezitiert. 1782 gab von dort der
Mönch Nikodemos die Philokalie, eine Sammlung von Zitaten
geistlicher Schriftsteller über das Jesusgebet, heraus.
Die dritte Phase in der Geschichte des Jesusgebetes beginnt im 16.
Jahrhundert in Russland, wo es bis ins 18. Jahrhundert hinein eine
große Blütezeit erlebte. In Russland entstand Ende des 19.
Jahrhunderts ein Buch mit dem Titel Aufrichtige Erzählungen eines
Pilgers, seinem geistlichen Vater mitgeteilt, das in viele Sprachen
übersetzt wurde und so die Tradition des Jesusgebetes weltweit
verbreitete, auch im deutschsprachigen Raum, wo es unter dem Titel
Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers erschien.
Insbesondere durch dieses Buch fand das Jesusgebet Anhänger in
allen christlichen Konfessionen, sodass heute schon von einer
„Ökumene des Jesusgebetes“ gesprochen werden kann.
Gebetstext
Es gibt keinen einheitlichen Gebetstext. Stets wird der Name Jesu angerufen. Mögliche Formulierungen sind:
Herr Jesus Christus.
Jesus Christus.
Jesus.
Christus Jesus
Nach der Anrufung des Names Jesu kann eine Erbarmungsbitte angeschlossen werden. Mögliche Formulierungen sind:
Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.
Herr Jesus Christus, (du) Sohn Gottes, erbarme dich meiner.
Herr Jesus Christus, (du) Sohn Gottes, hab Erbarmen mit mir (Sünder).
Statt der Erbarmungsbitte kann auch eine Bitte um Hilfe geäußert werden. Mögliche Formulierungen sind:
Herr Jesus Christus, steh' mir bei.
Herr Jesus Christus, (du) Sohn Gottes, steh' mir bei.
Heiligstes Herz Jesu, sei meine Rettung.
Diese kurzen Wiederholungen erinnern an ein Mantra.
Einübung
Die Praxis des Jesusgebetes kann auf der Grundlinie geschehen, die
schon die Kirchenväter vorgegeben haben: Dabei geht es darum, sich
zu bemühen, "rein und ununterbrochen betend den Atem durch die
Nase ins Herzinnere einzuführen" (Rosenberg, S. 128) und sich
dabei einzig auf die Worte des Gebetes zu konzentrieren, sie zu
meditieren und im Denken zu umkreisen.
Traditionell (nach dem Vorbild des russischen Pilgers) erfolgt die
Einübung in drei Schritten, die bei den meisten Menschen jeweils
mehrere Jahre dauern werden:
Häufiges mündliches Rezitieren,
innerliches Beten und
selbständiges Beten im Rhythmus von Atmung und Herzschlag.
Mündliches Rezitieren
Zur Einübung sollte eine aufrechte Sitzposition, auf einer
Meditationsbank oder einem Stuhl eingenommen werden. Um Einseitigkeiten
und Verfälschungen der Übungsidee zu vermeiden, ist es
sinnvoll einen Lehrer oder spirituellen Ratgeber hinzuzunehmen, der
schon Erfahrung damit hat; dabei muss es sich nicht unbedingt um einen
Priester oder Mönch handeln.
Im ersten Schritt wird der Gebetstext sehr häufig laut gesprochen
oder zumindest mit den Lippen geformt. Das Gebet wird dabei
zunächst dreitausendmal am Tag gesprochen – an einem
Rosenkranz abgezählt oder noch besser, da kein störendes
Klickern entsteht, an einer Knotenschnur –, dann sechstausendmal,
dann zwölftausendmal und schließlich sooft wie möglich.
Dieses bewusste häufige Sprechen des Gebetes in der ersten Phase
dient der Verinnerlichung. Man kann auch mit einer kleineren Zahl
beginnen, sollte anfänglich auch nicht zu schnell steigern, da
sich sonst beim Übenden leicht extremer Überdruss und
geistliche Leere einstellen kann und die Übung dann abgebrochen
wird; so haben schon einige Leute ihren ganzen Glauben verloren. Man
muss auch darauf achten, andere Aspekte des Lebens, wie etwa Arbeit und
tätige Nächstenliebe, nicht wegen der Übungen zu
vernachlässigen.
Inneres Gebet
Im zweiten Schritt wird das Gebet zum inneren Gebet. Nun kann bewusst
auf die Atmung beim Gebet geachtet werden, also beim Einatmen etwa Herr
Jesus Christus und beim Ausatmen erbarme dich meiner gebetet werden.
Danach kann der Rhythmus des Herzschlags in das Beten einbezogen
werden. Beim ersten Herzschlag wird Herr, beim zweiten Jesus, beim
dritten Christus usw. gebetet. Die Koordination mit Atmung und
Herzschlag sollte behutsam und am besten unter Anleitung (und Segnung)
eines erfahrenen geistlichen Begleiters geschehen.
Beten im Rhythmus von Atmung und Herzschlag
In der dritten Phase schließlich ist das Gebet so sehr
verinnerlicht, dass es gleichsam automatisch mit jedem Atemzug oder
Herzschlag gebetet wird. Nach langer Übung kommt es aus dem
Unterbewusstsein hoch und anfangs ist man erstaunt, da man sich
plötzlich innerlich beten hört, ohne das Gebet willentlich
"angeschaltet" zu haben. Das Jesusgebet hat sich verselbständigt.
Heutige Formen der Einübung
Moderne Lehrer des Jesusgebetes wie Jalics, Jungclaussen oder Maschwitz
(s. Literaturliste) raten vom oben beschriebenen Zählen ab. Franz
Jalics empfiehlt einen sanften und sehr soliden Weg. Zuerst führt
er zur Wahrnehmung der Natur, um die Aufmerksamkeit auf das
Göttliche zu erwecken. Anschließend führt er in die
Wahrnehmung des Atems und der Hände, um das Jesusgebet
körperlich zu unterstützen. Als Gebetswort dient ihm der Name
"Jesus Christus", wobei "Jesus" mit dem Ausatmen und "Christus" mit dem
Einatmen verbunden wird!
Gesundheitliche Aspekte des Jesusgebets
Das British Medical Journal berichtete von einer Studie der
Universität Pavia, bei der herausgefunden wurde, dass sich die
Einübung eines Mantras positiv auf das Herz-Kreislauf-System
ausübt. Durch den gleichbleibenden Gebetsrhythmus reduziert sich
die Atemfrequenz auf etwa sechs Atmungen in der Minute.[1]
Konzentration und innere Ruhe werden gefördert. Der Sportmediziner
Prof. Dr. Gerd Schnack schreibt in seinem Buch Topfit durch Nichtstun
(s. Literaturliste) zur Wirkung von Repetitivem Meditationstraining
(RMT) - wozu er unter gesundheitlichem Aspekt auch das Jesusgebet
zählt: "Fünf Minuten RMT haben einen stärkeren
Wiederherstellungseffekt auf die körperliche Fitness als eine
Stunde Erholung ohne RMT." Zur Entspannung für den Körper
komme auch eine völlig neue Kreativität für den Geist.
Literatur
Heinrich Bacht, «Meditari» in den ältesten Mönchsquellen, in : Geist und Leben 28 (1955), p. 360-373.
Heinrich BACHT, Das « Jesus-Gebet », seine Geschichte und
seine Problematik, in : Heinrich BACHT, Weltnähe oder Weltdistanz
? (Frankfurt am Main, 1961), p. 141-162.
Heinz Biegling: Den Weg des Herzensgebetes gehen. Verlag Via Nova 1999 ISBN 3-928632-49-3
Klaus Dahme: Byzantinische Mystik. Ein Textbuch aus der "Philokalia",
Bd. 1, Otto Müller Verlag, Salzburg 1989 ISBN 3-7013-0762-8
Klaus Dahme: Byzantinische Mystik. Ein Textbuch aus der "Philokalia",
Bd. 2, Otto Müller Verlag, Salzburg 1995 ISBN 3-7013-0918-3
Matthias Dietz (Hrsg.): Kleine Philokalie. Betrachtungen der
Mönchsväter über das Herzensgebet. Benziger Verlag,
Zürich 1996 ISBN 3-545-20503-7
Aloysius GRILLMEIER, Das « Gebet zu Jesus » und das «
Jesus-Gebet ». Eine neue Quelle zum « Jesus-Gebet »
aus dem Weiben Kloster, in : After Chalcedon. Studies in theologoy and
Church History offered to Prof. Albert van Roey for his seventieth
birthday, coll. « Orientalia Lovaniensia Analecta » 18
(Louvain 1985) 187-202.
Antoine GUILLAUMONT, Une inscription copte sur la « Prière
de Jésus », in Orientalia Christiana Periodica 34 (1968) ;
reprint in : Antoine GUILLAUMONT, Aux origines du monachisme
chrétien, coll. « Spiritualité Orientale » 30
(Abbaye de Bellefontaine, 1979), 169-183.
Antoine GUILLAUMONT, The Jesus Prayer among the Monks of Egypt, in : Eastern Churches Review 6 (1974) 66-71.
Sr. Michaela-Josefa Hutt: Heilung durch das Jesusgebet. Sr. Michaela-Josefa Hutt und FE-Medienverlag 2005 ISBN 3-928929-81-X
Schimonach Ilarion: Auf den Bergen des Kaukasus. Gespräch zweier
Einsiedler über das Jesusgebet, Otto Müller Verlag, Salzburg
1991 ISBN 3-7013-0791-1
Franz Jalics: Kontemplative Exerzitien - Eine Einführung in die
kontemplative Lebenshaltung und in das Jesusgebet. Echter Verlag,
Würzburg 1994 (9. Auflage 2005) ISBN 3-429-01576-6
Franz Jalics: Der kontemplative Weg. Echter Verlag, Würzburg 2006 ISBN 3-429-02767-5
Emmanuel Jungclaussen (Hrsg.): Aufrichtige Erzählungen eines
russischen Pilgers. Herder, Freiburg i.Br. 2000 ISBN 3-451-04947-3
Emmanuel Jungclaussen: Unterweisung im Herzensgebet. EOS, St. Ottilien 1999 ISBN 3-880-96454-8
Emmanuel Jungclaussen: Das Jesusgebet. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1994 ISBN 3-7917-0484-2
Emmanuel Jungclaussen/ Kallistos Ware: Hinführung zum Herzensgebet. Herder, Freiburg i.Br. 2004 ISBN 3-451-28389-1
Heinrich Michael KNECHTEN: Das Jesusgebet bei russischen Autoren,
Studien zur russischen Spiritualität III. Spenner, Waltrop 2006
ISBN 3-89991-061-3
Emmanuel LANNE, La « Prière de Jésus » dans
la tradition égyptienne. Témoignage des psalies et des
inscriptions, in : Irénikon 50 (1977) 163-203.
Jean Lafrance: Das Herzensgebet. Schriften zur Kontemplation,
Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach 1999 ISBN 3-87868-380-4
Jean-Yves Leloup: Das Herzensgebet, nach Starez Séraphim vom
Berge Athos, Neumühle-Verlag Mettlach 1999 ISBN 3-927860-01-8
Rüdiger Maschwitz: Das Herzensgebet. Kösel, München 1999 ISBN 3-466-36534-1
Henri J. M. Nouwen: Ich hörte auf die Stille. Sieben Monate im
Trappistenkloster, Herder Freiburg i.Br. 2001 (18. Auflage) ISBN
3-451-27478-7
Erich Puzik: Kleine Schule des inneren Betens. Johannes-Verlag, Einsiedeln 1975 ISBN 3-265-10162-2
Lucien Regnault, La prière continuelle
“monologistos” dans la littérature apophtegmatique,
in Irénikon 47 (1974) 467-493.
Lucien REGNAULT, Quelques apophtegmes arabes sur la «
Prière de Jésus », in : Irénikon 52 (1979)
344-355.
Alfons Rosenberg (Hg.): Das Herzensgebet. Mystik und Yoga der
Ostkirche. Die Centurie der Mönche Kallistus und Ignatius,
München/Planegg 1955
Samir Khalil SAMIR, s.j., Un testo della Filocalia sulla preghiera di
Gesù in un manoscritto arabo-copto medievale, in : Amore del
bello. Studi sulla Filocalia (Magnano : Ed. Qiqajon, Comunità di
Bose, 1991, ISBN 88-85227-29-5), p. 209-239.
Samir Khalil SAMIR, « Un texte de la Philocalie sur la
“prière à Jésus” dans un manuscrit
arabo-copte médiéval », in : Proche-Orient
Chrétien 43 (1993) 5-38.
Gerd Schnack, Hermann Rauhe: TOPFIT durch Nichtstun. Kösel München 2001 ISBN 3-466-34446-8
Igor Smolitsch: Leben und Lehre der Starzen. Die spirituellen Meister
der russisch-orthodoxen Kirche. Herder, Freiburg i.Br. 2004 ISBN
3-451-05475-2
Archimandrit Sophronius: Starez Siluan. Mönch vom Berg Athos. Band
1, Sein Leben und seine Lehre. Patmos, Düsseldorf 1980, ISBN
3-491-77345-8 (Vgl. biograph. Notiz im Artikel "Starez")
Archimandrit Sophronius: Starez Siluan. Mönch vom Berg Athos. Band
2, Die Schriften. Patmos, Düsseldorf 1981, ISBN 3-491-77346-6
Starez Theophan: Schule des Herzensgebetes. Otto Müller Verlag, Salzburg 1989 ISBN 3-7013-0687-7
Daniel Tibi: Jesusgebet - Rosenkranz - Perlen des Glaubens. Eine
Einführung. Internet, 2006. URL:
<http://www.archive.org/download/jesusgebet_rosenkranz_perlen-des-glaubens/jesusgebet_rosenkranz_perlen-des-glaubens.pdf>
Quellen
Luciano Bernardi u.a.: Effect of rosary prayer and yoga mantras on
autonomic cardiovascular rhythms: comparative study. In: British
Medical Journal 323 (2001), S. 1446-1449. (online verfügbar)
Vgl. auch diesbezüglichen Bericht bei nano online vom 21. Dezember 2001.
Weblinks
Das Jesusgebet als geistlicher Weg von Abt Emmanuel Jungclaussen
Die ganze Bibel in einem Gebet
Von der Kraft des ostkirchlichen Jesusgebets (1)
Von der Kraft des ostkirchlichen Jesusgebets (2)
Die Entdeckung der Gegenwart
Das kontemplative Gebet
Das Herzensgebet
Praktische Einführung in das Herzensgebet von Dr. Udo Hofmann
Der russische Pilger und das Herzensgebet
Von http://de.wikipedia.org/wiki/Jesusgebet
Mantra

Mantra (sanskrit, m., मन्त्र, mantra, wörtl.: "Instrument des
Denkens, Rede") bezeichnet eine meist kurze, formelhafte Wortfolge, die
oft repetitiv rezitiert wird. Diese Wiederholungen des Mantras oder des
Namens einer Gottheit werden manchmal auch Japa genannt. Mantren
können entweder sprechend, flüsternd, singend oder in
Gedanken rezitiert werden. Im Hinduismus, im Buddhismus und im Yoga ist
das Rezitieren von Mantren während der Meditation sowie im Gebet
üblich.
Mantras sind funktional gleichwertig mit Zaubersprüchen in der
Magie (cf. McBride 2003a,b: 511); in den Veden und eigentlich den
meisten Überlieferungen trifft man auf solchen Sprachgebrauch (cf.
'Merseburger Zaubersprüche'). In beiden Fällen wird
bestimmten Sätzen, oft in einer sakralen Sondersprache
(hebräisch, lateinisch, sanskrit), eine performative Funktion
zugeschrieben. Der Unterschied zwischen Mantras, Dharanis (skt.
Dhāraṇī, cf. McBride 2003a: 216) und anderen Rezitationstexten ist
fließend, Mantras (meist Einzelsätze oder einfache
Benennungen) und 'kondensierte' kurze Texte lassen sich in der Regel
auf ausführlichere Texte (und ausführliche Bedeutungen)
zurückführen; das Rezitieren von Titeln, Namen und heiligen
Silben steht für umfassende Bedeutungskomplexe (cf. Tanabe 2003:
136ff.).
Mantren im Hinduismus
Das Rezitieren eines Mantras kann dem Freisetzen mentaler Energien
dienen, oft auch als Gebet. Jede Silbe und jedes Wort während
einer Puja, eines hinduistischen Gottesdienstes, gilt als Mantra. Die
äußeren Tätigkeiten des Priesters erhalten ihren Sinn
und ihre Wirksamkeit erst durch das Rezitieren der vorgeschriebenen
Worte, ähnlich wie etwa die vom Priester gesprochenen Worte der
Opferung und Wandlung in einem katholischen Gottesdienst. Zu den
ältesten bekannten Mantren gehören die Opferformeln und
Gebete der Veden.
Mantren sind auch als Beschwörungsformeln, etwa gegen Schlangen,
Dämonen oder andere negative Kräfte, in Gebrauch. Wie schon
im vedischen Ritus, wo die richtig intonierte Formel eine wichtige
Funktion als wirksame Kraft erfüllte, misst man auch im Hinduismus
dem Klang und dem Gesang religiösen Wert und Wirksamkeit bei.
Hinduistische Schüler erhalten nach der Einweihung in den Ritus in
der Regel vom Guru ein persönliches Mantra. Diese Formel muss
geheim gehalten werden und soll der Schatz des Gläubigen sein.
Man unterscheidet drei Arten von Mantren:
Saguna, wörtlich mit Form, richten sich an eine bestimmte Gottheit bzw. an einen bestimmten Aspekt Gottes.
Nirguna, wörtlich ohne Form, richten sich an das formlose Göttliche.
Bija oder bija-akshara sind einsilbige Keim-Mantren, die speziell in
der Meditation oder in Zeremonien verwendet werden, und nach
hinduistischer Lehre auch auf das jeweilige Energiezentrum, das Chakra
wirken können (HAM - Äther, YAM - Luft, RAM - Feuer, VAM -
Wasser, LAM - Erde).
Das bekannteste Bija Mantra ist Om, das für Hindus wichtigste Mantra überhaupt, das alle anderen in sich enthält.
Mantras im Buddhismus
Im Buddhismus sind Mantras heilige Sätze oder Silben.
Theravada-Schriften bezeichnen Mantras unter dem Begriff paritta,
Schutz, denn sie schützen den Geist vor Störungen. Im
Mahayana werden sie auch als Dharani bezeichnet. Im
Vajrayana-Buddhismus (tibetische Tradition und japanisches Shingon)
sind Mantras [tib. 'ngag' (orth. sngags)] so wichtig, daß man
diese Tradition verschiedentlich auch Mantrayana ('Mantra-Fahrzeug',
tib. sngags kyi theg pa) nennt.
Mantras in Tibet sind in der Regel in Sanskrit überliefert, wobei
die Transliteration (in tibetischer Schrift) eineindeutig, die
Aussprache mitunter verändert ist. Wie im Hinduismus werden
Mantras von qualifizierten Lehrern während einer Einweihung (tib.
dbang bskur) auf die Schüler übertragen. Es gibt aber auch
Mantras (teilweise) in tibetischer Sprache, beispielsweise für die
Referenz auf berühmte tibetische Heilige (z.B. Milarepa).
Anwendung
Im Wesentlichen handelt es sich bei Mantras um 'Kernaussagen' (oder
'Merksprüche'), die traditionell in ihrer Ursprungssprache (meist
Sanskrit) belassen werden. Im Rahmen einer Sadhana-Rezitation ist es
also möglich, daß man unabhängig von der benützten
Sprache einen mantrischen Satz in Sanskrit sagt, wenn man sich die
Leerheit bewußtmacht (z.B. OM sobhawa shuddha sarwa dharma
sobhawa shuddho HAM) oder wenn man Darbringungen an die Buddhas macht
(z.B. I dam gu ru ratna mandalakam niryatayami), oder konkreter die
einzelnen Darbringungen benennt (z.B. 'OM shabda AH HUM');
schließlich verweilt man in Meditation, indem man zumindest
anfangs das Mantra des Yidam (d.h., des Buddha, auf den man meditiert)
rezitiert. Dadurch wird der Geist durch die Vorstellung
(Visualisierung) und das Sprechen des Mantras am Meditationsobjekt
festgehalten. Das langwährende Rezitieren des Mantras ist eine
wichtige Stütze, um meditativ im gewünschten Denken zu
verweilen. Die Mantra-Rezitation geht schließlich über in
ein ruhiges Verweilen in der Erfahrung des Meditationsobjekts (d.h.,
ohne Stütze).
Aufbau
Man kann weiters unterscheiden zwischen so genannten Keimsilben (skt.
bīja, z.B. OM, AH, HUM, HRIH), denen bestimmte Funktionen im
Energiesystem zugeordnet sind, und anderen Bestandteilen wie
Kernaussagen (z.B. 'Alles wird zu Leerheit', 'Juwel im Lotus',
'Wohlgerüche') oder Namen von Buddhas (z.B. 'Amidewa' = Amithaba)
oder Gurus. Häufig beginnt und endet ein Mantra mit einer
Keimsilbe, dazwischen ist eine Aussage (z.B. 'OM A mi de wa HRIH' = OM
Amithaba HRIH). Weiters beginnen viele Mantras mit 'teyatha' (orth. ta
dya tha) und enden mit 'HUM' oder 'soha' (orth. svah Hah) (vgl. 'Amen').
Funktion
Die Keimsilben geben einen Hinweis auf die intendierte energetische
Wirkung. Im Yogatantra haben die Keimsilben weitere Funktionen. So
stellt man sich die Silben an bestimmten Orten visuell vor, wobei die
Buchstaben und manchmal auch deren Form eine weitere yogische Funktion
haben. Auch ganze Mantras werden visualisiert.
Somit ist die Mantra-Verwendung zwar eine Art von 'magischem'
Sprachgebrauch, indem dem Sprechen des Mantras ein bestimmtes Geschehen
unterstellt wird, die Wirksamkeit eines Mantras ergibt sich aber nicht
so sehr 'magisch' als vielmehr durch Kenntnis der konventionellen
Bedeutung der Bestandteile eines Mantras im Rahmen einer bestimmten
soziokulturellen Wirklichkeitskonstruktion; mit anderen Worten, es
'funktioniert' wohl nur (und gerade) durch die Kenntnis der Funktionen,
die den mantrischen Symbolen zugeordnet sind. Dadurch, daß ein
Mantra einer bestimmten Geisteshaltung (bzw. einem Buddha) zugeordnet
ist, wird dessen Rezitation zur Hervorbringung dieser Geisteshaltung
genützt, und durch die Benennung (z.B. mittels der Keimsilben)
wird die Aufmerksamkeit auf bestimmte Energiepositionen im Körper
gelenkt.
Beispiele
Aus der hinduistischen Tradition [Bearbeiten]"Om", manchmal auch
"Aum" geschrieben, da es sich orthographisch (in indischen Schriften)
aus den Schriftzeichen a, o und m zusammensetzt.
"SO-HAM" ("Ich bin, der ich bin.")
"Om namah Shivaya" ("Om, Ehre sei dem Shiva")
"Om namah Narayanaya" ("Om, Ehre sei Narayana=Vishnu")
"Gayatri-Mantra" Damit bittet man die heilige Mutter der Veden um einen reinen Intellekt (Shuddha-Sattva-Buddhi)
"Om namah Bhagavate Vasudevaya" ("Om, Ehre sei dem Herrn
Vasudeva=Krishna", Vasudevaya wird auch oft durch die Namen andere
Götter oder Heiliger ersetzt, z.Bsp. "Om namah Bhagavate
Ramanaya", "Om namah Bhagavate Dattatreyaya")
"Om Aim Hrim Klim Chamundaye viche namah" (Shakti Mantra. Aim =
Saraswati-Bija. Hrim = Durga-Bija, Klim = Kali-Bija, Chamunda = Name
Kalis, namah = Ehre sei dir)
"Brahmaparnam Brahma havir Brahmagnau Brahmana hutam Brahmaiva tena
gantavyam Brahmakarma samadhina" (Brahman ist die Opferhandlung,
Brahman ist die Opfergabe. Durch Brahman wird die Opfergabe in das
Feuer Brahmans gegossen. Wer allzeit das Wirken Brahmans sieht, wird
wahrlich Brahman erreichen. (Bhagavad Gita IV.24)
"Lokah samastah sukhinah bhavantu" ("Mögen alle Wesen Glück und Harmonie erfahren")
"Om Asato ma sat gamaya, Tamaso ma jyotir gamaya, Mrityor maamritam
gamaya" ("Das Om führe mich vom Unwirklichen zum Wirklichen, Von
der Dunkelheit zum Licht, Von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit")
"Om Purnam adah, purnam idam, purnat purnam udacyate, purnasya
purnamadaya, purnam evavashishyate. Om shanti shanti shanti" ("Om Jenes
ist ganz. Dieses ist ganz. Aus dem Ganzen manifestiert sich das Ganze.
Wenn das Ganze verschwindet, bleibt das Ganze zurück.")
"Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare, Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare".
"Shri Rama Jaya Rama Jaya Jaya Rama" Rama mantra, Rama kann auch ersetzt werden durch Ma (göttliche Mutter):
"Shri Ma Jaya Ma Jaya Jaya Ma"
"Shanti Shanti Shanti" (Friede Friede Friede)
Aus der buddhistischen Tradition
„OM ma ni padme HUM“ ('oṃ maņi padme hūṃ', „Om,
Juwelen-Lotus Hum“ (cf. Gardner 2003: 613, padme ist Vokativ von
padma); symbolisiert das allumfassende Mitgefühl für alle
Wesen) - Dieses Mantra ist mit dem Bodhisattva des universellen
Mitgefühls Avalokiteśvara, tibetisch Chenrezig (orth. spyan ras
gzigs), chinesisch Guan Yin, verbunden; auf tib. spricht man
übrigens [om mani peeme hung].
„OM A mi de wa HRIH“ (eig. „OM Amithaba HRIH“,
Namensmantra des Buddhas Grenzenloses Licht, Öpame (tib. orth. hod
dpag med) oder (skt.) Amithaba bzw. (jap.) Amida).
„OM tare tuttare ture soha“ (eig. „OM ta re tu tta re
tu re svah hah“, Mantra der 'Befreierin' (tib. Drölma, orth.
sgrol ma), skt. Tara)
„teyata OM bekandze bekandze maha bekandze (bekandze) randza
samutgate soha“ (orth. tadya tha': OM bHai SHa dzye bHai SHa ma
Ha' bHai SHa dzye ra dza sa mud ga te svah Hah:, das Essenz-Mantra des
Medizinbuddha, tib. Sangye Menla (orth. sangs rgyas sman bla), skt.
Bhaishajyabuddha)
„teyata OM gate gate paragate parasamgate bodhi soha“
(ungefähr: „Gegangen, gegangen, vergangen, allsamt
vergangen, erwacht, freut euch!“ oder: „Darüber
hinaus, darüber hinaus, noch weiter darüber hinaus, auch
darüber hinaus, über die Erleuchtung hinaus, und
weiter.“; aus dem Herz-Sutra (prajnaparamitahridaya))
„OM AH HUM Vajra guru padma siddhi HUM“ (Das Namens-Mantra
des Guru Padmasambhava, tib. Pema Jungne (orth. padma hbyung gnas) oder
Guru Rinpoche (orth. gu ru rin po che)); die tib. Aussprache lautet [om
ah hung, bendza guru peema siddhi hung]
Das Daimoku („Namo Myoho Renge Kyo“) stammt von Nichiren (Japan).
Shingon
Vajrayana
Japa
Affirmation
Vocal meditation
Literatur 1
Buswell, Robert E. 2003: Encyclopedia of Buddhism. 2 vols. MacMillan Reference Books.
Gardner, Alexander 2003: Oṃ MAŅI PADME HŪṃ. in: Buswell (ed.), pp. 613.
McBride, Richard D. 2003a: Dhāraņī. in: Buswell (ed.), pp. 511.
McBride, Richard D. 2003b: Mantra. in: Buswell (ed.), pp. 511.
Tanabe, George J. 2003: Chanting and liturgy. in: Buswell (ed.), pp. 136-139.
Literatur 2
Huchzermeyer, Wilfried: Das Geheimnis der Mantra-Kraft. (edition-sawitri.de) ISBN 3-931172-07-4
Huchzermeyer, Wilfried: Nada Yantra Mantra - Sphären des Klangs. (edition-sawitri.de) ISBN 3-931172-08-2
Huchzermeyer, Wilfried: Erlebnis: Sanskrit-Sprache. Mantra - Yoga - Linguistik. (edition-sawitri.de) ISBN 3-931172-05-8
Maheshwarananda, Paramhans Swami 2001: Die verborgenen Kräfte im
Menschen. Chakras und Kundalini. Ibera-Verlag. ISBN 3-85052-130-3
Weblinks
Bija Mantras - Visualisierung und Audio-files
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Mantra“
Qigong

Qigong (chin. 气功/氣功, qìgōng, W.-G. ch'i-kung) ist eine
chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur
Kultivierung von Körper und Geist, die auch Teil der
traditionellen Chinesischen Medizin ist. Auch Kampfkunst-Übungen
werden darunter verstanden. Zur Praxis gehören Atemübungen,
Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und
Meditationsübungen. Die Übungen sollen nach Überzeugung
Ihrer Anhänger der Anreicherung und Harmonisierung des Qi dienen.
Der Ursprung der Übungen liegt weit zurück, schon im Zhuangzi
werden bestimmte Formen angedeutet und aus der Zeit der Han-Dynastie
liegen Seidenbilder vor. Der Name Qigong wurde zum ersten Mal von dem
Daoisten Xu Xun aus der Jin-Zeit verwendet und er bezeichnet seitdem
bestimmte Übungen in der Kampfkunst. In der Geschichte Chinas hat
diese Praxis als Gesundheitsvorsorge immer eine große Rolle
gespielt, wurde aber auch für religiös-geistige Zwecke,
insbesondere im Daoismus, Buddhismus und Konfuzianismus, eingesetzt und
in den Klöstern überliefert. Die Bezeichnung Qigong für
diese Übungen findet jedoch erst seit den 50er-Jahren des 20.
Jahrhunderts Verwendung und die unterschiedlichen Stilarten des Qigong
sind zum Teil ganz neue Entwicklungen, die jedoch auf den
jahrtausendealten Traditionen basieren. In den 50er-Jahren wurde der
Name Qigong von dem Arzt Liu Guizhen für diese
Gesundheitsübungen verwendet, der in seiner Arbeit Techniken alter
Tradition zur Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes
des Körpers und zur Behandlung von Krankheiten verwendete.
Etymologie
„Qi“ (wie „tchi“ ausgesprochen, nicht
„ki“) steht in der chinesischen Philosophie und Medizin
sowohl für die bewegende als auch für die vitale Kraft des
Körpers, aber auch der gesamten Welt. In der chinesischen Sprache
hat es die Bedeutung von Atem, Energie und Fluidum. Er umfasst viele
Ausprägungsformen und Wirkungsweisen. „Gong“ als
chinesischer Begriff bedeutet einerseits „Arbeit“, aber
auch „Fähigkeit“ oder „Können“. Somit
kann man Qigong übersetzen als „stete Arbeit am Qi“
oder auch als „Fähigkeit, Können, mit Qi umzugehen, es
zu nutzen“.
Die Praxis des Qigong soll die Lebensenergie stärken, das Leben
verlängern und zu einer gesunden geistigen Verfassung verhelfen.
Geschichte
Die nachvollziehbare historische Entwicklung des Qigong ist verbunden
mit inhaltlichen Veränderungen und ihren Zielsetzungen. Die
wichtigsten Einflüsse kamen dabei aus dem Daoismus, dem
Buddhismus, den Kampfkünsten und der traditionellen chinesischen
Medizin. Hierbei lassen sich keine strengen Trennlinien ziehen, die
verschiedenen Strömungen flossen ineinander, verzweigten sich
wieder und wurden miteinander verflochten.
Die Einflüsse der chinesischen Medizin
Das älteste überlieferte Werk der chinesischen Medizin, Huang
Di Nei Jing So Wen (Fragen und Antworten des Gelben Kaisers zum
Inneren) wird auf die Zeit um 200 vor Christus datiert. In ihm finden
wir die ersten schriftlichen Hinweise auf Körperübungen zur
Erhaltung der Gesundheit.
1973 wurden in dem Dorf Mawangdui, nahe bei Changsha, in einem Grab aus
der frühen Han Zeit mehrere Seidentücher gefunden, teilweise
beschrieben mit historischen Texten wie dem Daodejing, teilweise
bemalt. Ihr Alter datiert man auf ca. 2500 Jahre. Ein Fragment zeigt 44
Menschen bei Übungen zum Führen des Atems und zum Dehnen des
Körpers. Sie sind nach Tierstellungen benannt oder den
Krankheiten, denen sie entgegen wirken sollen. Obwohl aus jener
frühen Epoche der chinesischen Kultur mehrere Hinweise auf
Qigong-Praktiken überliefert sind, ist es nicht möglich, eine
nachvollziehbare Methode daraus abzuleiten.
Wenn auch die Konzepte der chinesischen Medizin eine völlig andere
Vorstellung der Lebensfunktionen zeichnen als die Naturwissenschaften,
so erstellten sie damit dennoch "Landkarten", von denen Diagnose- und
Therapiemethoden abgeleitet wurden. Wie und warum sie wirken, ist
bisher nur in der Sprache der chinesischen Medizin beschreibbar.
Die chinesische Medizin geht davon aus, dass der Fluss des Qi, seine
Qualitäten und seine Veränderungen für das Wohlbefinden
bzw. das Auftreten von Krankheiten verantwortlich sind. Aus dieser
Vorstellung wurden die Konzepte von Yin und Yang und den 5
Wandlungsphasen entwickelt.
Viele Menschen, die an Qi glauben, haben die Vorstellung, dass es im
Körper nach verschiedenen Mustern zirkuliert. Sie sind der
Auffassung, dass es ein Qi der inneren Organe gibt, dass in den
Leitbahnen (Meridianen) kreist und einen schützenden Aspekt in der
Körperoberfläche und dicht um den Körper herum hat.
Im medizinischen, also die Gesundheit fördernden und
stabilisierenden Yangsheng - Qigong soll das harmonische Zusammenspiel
der Substanzen Qi, Jing = Essenz, Xue = Blut und Jinye =
Körpersäfte durch die Übungen gewährleistet werden.
Dabei spielt das Mehren und Lenken des Qi die wichtigste Rolle.
Gemäß dem Leitspruch, dass es besser sei, Gesundheit zu
erhalten, statt Krankheit zu heilen, gibt es im medizinischen Qigong
eine große Anzahl von Übungsreihen, die dem System
Stabilität verleihen sollen, um einem Ungleichgewicht vorzubeugen.
Ein Beispiel bildet die Reihe des Dao Shi Qigong, Übungen im
Einklang mit den Jahreszeiten. Hier wird deutlich, wie sehr das Innere
und das Äußere als sich beeinflussende Einheiten verstanden
werden.
In den Epochen der Sui- und Tang-Zeit (589 907 n. Chr.) verbanden
sich erstmals medizinische Vorstellungen und Qi-Konzepte der
daoistischen Yangsheng-Literatur zu einer eigenen medizinische
Fachrichtung.
Die Einflüsse des Daoismus
Als den Anfang dessen, was als Daoismus bezeichnet wird, können
wir eine Schrift ansehen, die vermutlich um etwa 400 v. Chr. entstanden
ist. Diese Schrift wird häufig dem chinesischen Philosophen Laozi
zugeschrieben. Dieser hat jedoch vermutlich nie gelebt. Bei dem Buch
Daodejing handelt es sich wohl eher um eine Sammlung älterer,
lange Zeit mündlich überlieferter Sprüche, die mit
späteren Kommentaren vermischt wurden. Der knapp 5000
Schriftzeichen umfassende Text befasst sich in oft rätselhaften
und vieldeutigen Formulierungen mit dem Wirken des Dao und der Tugend.
Schon in der ersten Zeile verweigert der Autor eine klare Festlegung
auf das, was "Dao" sei: „Das Dao, das enthüllt werden kann,
ist kein ewiges Dao.“
Die von den Konfuzianern so hoch geschätzte Zivilisation ist
demnach lediglich eine Entfremdung von der natürlichen Ordnung.
Statt dessen empfiehlt das Buch ein Leben in Einfachheit und die Pflege
des Qi. Der beste Herrscher ist einer, der durch "Nichteingreifen" (Wu
wei) den Dingen ihren natürlichen Lauf lässt. Noch radikaler
sind die Ideale des Zhuangzi, einem chinesischen Philosophen des
vierten vorchristlichen Jahrhunderts, der jegliche Reglementierung
ablehnt, das öffentliche Leben verspottet und die individuelle
Ungebundenheit preist.
Im 3. Jahrhundert v. Chr. verbreitete sich der Huang-Lao Daoismus, der
sich auf die medizinischen Lehren des Huáng Dì in
Vermengung mit den Lehren Laozis berief. In dieser Form erhielt der
Daoismus eine starke politische Bedeutung und in Bezug auf die
Erhaltung des Körpers eine gewisse "Wissenschaftlichkeit".
Andererseits verbreitete sich in jener Zeit der Glaube, durch bestimmte
Qigong-Techniken körperliche Unsterblichkeit zu erlangen. Das
Ideal der Unsterblichkeit steht dabei in direktem Zusammenhang mit dem
Konzept von der Unversehrtheit einer postulierten kosmischen Ordnung.
Demnach werde der Körper ebenso beständig und unversehrt
funktionieren wie das gesamte Universum, wenn man es versteht, ihn nach
den Regeln des Dao organisieren.
Aus der Zeit um 200 n. Chr. ist von dem Arzt Hua To "die Kunst der 5
Tiere" überliefert: „... darum übten die Weisen der
Vorzeit die Kunst des Atmens. Sie streckten ihre Lenden und
Gliedmaßen und bewegten die Muskeln des Unterbauchs. Auf diese
Weise suchten sie das Altern aufzuhalten. Ich besitze eine Methode,
welche die Kunst der 5 Tiere heißt, des Tigers, des Hirschen, des
Bären, Affen und Vogels.“
Unter den verschiedenen Techniken zur Lebensverlängerung nimmt im
Daoismus die Alchemie eine Schlüsselstellung ein. Dabei
unterscheidet man zwei Arten: die äußere (waidan) und die
innere (neidan) Alchemie. In der äußeren Alchemie versuchte
man, aus möglichst reinen Substanzen ein Elixier herzustellen, das
den Körper unvergänglich macht. Die innere Alchemie bewirkt
durch meditative Techniken, kombiniert mit Atem- und
Bewegungsübungen, Vorgänge im Körper, die im
übertragenen Sinne geistige Unsterblichkeit herbeiführen
sollten. Die Möglichkeiten der Lebensverlängerung,
Verjüngung und Erhalt der Gesundheit sammeln sich unter dem
Begriff Yangsheng (den Körper nähren), der heute für das
medizinisch ausgerichtete Qigong verwendet wird.
Leicht zu verwechseln ist die Bezeichnung mit Yangshen (den Geist
nähren), welches sich auf die mehr meditativen Methoden bezieht,
in der die Alchemie als eine Transformation des Bewusstseins verstanden
wird.
Als eine der höchsten Schulen dieses alchemistischen Qigong gilt
das Tai Yi Jin Hua Zong Zhi, "Das Geheimnis der Goldenen Blüte".
Die Technik geht wohl auf ältere daoistische Quellen zurück
und wird in einem Werk von Wei Bo Yang (um 140 n. Chr.) als
älteste Überlieferung beschrieben. In späteren
Ausführungen wird der buddhistische Einfluss dann
unübersehbar und die Methode wurde in Abwandlungen zu einem
wichtigen Bestandteil des Chan-Buddhismus (Zen). Dieses Qigong ist rein
meditativ und beginnt mit dem Führen und Lenken des Atems. Es
werden keine körperlichen Übungen ausgeführt. Um die
Mitte des 2. Jh. n. Chr. spaltete sich, vermutlich als Antwort auf den
sich ausbreitenden Buddhismus, eine religiöse Form des Daoismus
ab, die Himmelsmeister.
Eine wichtige Rolle darin spielte die Heilung von Krankheiten mittels
Ritualen und Talismanen. Außerdem hatte mediale Wahrsagerei einen
großen Stellenwert. Im Gegensatz zum philosophischen Daoismus
entwickelte der religiöse Daoismus ein ausuferndes
Götter-Pantheon, das sich einer systematischen Darstellung
entzieht. Während in den Tempeln eine mehr volksnahe
Religiosität betrieben wurde, pflegte ein sich entwickelndes
Mönchswesen ab dem 12. Jh. in zurückgezogenen Klöstern
die Techniken des Yangshen Qigong.
Seit dem Ende des 6. Jh. nahm der Einfluss des Buddhismus auf das
geistige Leben Chinas enorm zu. Aber auch der Daoismus wurde, vor allem
in den oberen gesellschaftlichen Schichten, geschätzt und
gefördert. Während dieser Blütezeit, die bis zum Ende
der Tang-Dynastie (907 n. Chr.) dauerte, vermischten sich die Inhalte
beider Lehren, ein Prozess, der bis in die Theorien der klassischen
Medizin hineinwirkte. Rituelle Praktiken, heilkundliche Vorstellungen
und weltanschauliche Ideen verbanden sich zu neuen Konzepten. Aus
dieser Zeit dürften Übungen stammen, die sich auf die
jahreszeitlichen Epochen des chinesischen Kalenders beziehen, um das Qi
des Körpers mit dem der Atmosphäre in Einklang zu bringen.
Das um die Jahrtausendwende entstandene Werk Yuanqi Lun (Textsammlung
über das ursprüngliche Qi) verweist immer wieder auf die
Bedeutung der "Leere des Herzens" als Grundvoraussetzung für einen
Zugriff auf das ursprüngliche Qi und somit die Wirksamkeit der
Atem- und Körperübungen.
Neben dem Herz, dem Palast des Geistes, spielen im daoistischen Qigong
auch die drei Dantian und der sogenannte "Kleine Himmlischer Kreislauf"
und "Großer Himmlischer Kreislauf" eine entscheidende Rolle. In
oftmals sehr verschlüsselten, schwer nachvollziehbaren
Anweisungen, wird der Adept darin gelehrt, sein Qi zu reinigen und zu
schmelzen, die drei Dantian zu vereinigen oder zum Ursprünglichen
zurück zu kehren.
Mit dem Beginn der Song-Dynastie übernahmen neokonfuzianische
Theorien die Entwicklung des chinesischen Geisteslebens. Qi wurde nun
mehr naturwissenschaftlich untersucht, was für den medizinischen
Fortschritt sehr förderlich war. Daoistische Praktiken wurden in
die Klöster und Tempel zurückgedrängt. Die wichtigsten
Zentren dieser Kultur sind Wudang in der Provinz Hu, Emei im Süden
und Laoshan an der Ostküste.
Die Einflüsse des Buddhismus
Der im 5. Jahrhundert v. Chr. in Indien entstandene Buddhismus gelangte
um die Zeitenwende nach China. Die Übertragung seiner Texte, der
Sutren, ins Chinesische krankte in der Anfangsphase vor allem an den
mangelnden Termini. So wurden Begriffe des Daoismus verwendet. Dao
stand wechselnd für Dharma, die Lehre des Buddha, oder für
Bodhi, Erleuchtung. Der Begriff Wu Wei, nicht-Handeln, wurde nun zum
Synonym für Nirvana. Im Wesentlichen fanden in der Frühzeit
des chinesischen Buddhismus die Texte der dhyana-Übungen
Verbreitung, die Atem-, Konzentrations und Meditationstechniken
enthielten. Hier lässt sich auch eine größere
Begriffsnähe in den Konzepten "Prana" und "Qi" finden. "Prana"
bedeutet wie "Qi" Atem, Atmung, Leben, Vitalität, Wind, Energie,
Kraft und ist ebenso sinnverwandt der menschlichen Seele. Es vereint in
sich sowohl die Vorstellungen einer universellen als auch einer
individuellen Kraft. Da andererseits viele Grundgedanken des indischen
Buddhismus den chinesischen Idealen aus konfuzianischem und
daoistischem Denken entgegengesetzt waren, dauerte der Prozess der
Assimilierung mehrere Jahrhunderte. Um 500 kam der buddhistische
Mönch Da Mo (Bodhidharma) aus Indien nach China. Da er der Legende
nach am kaiserlichen Hof nicht Gehör fand, zog er sich in das
Shaolin Kloster zurück. Dort meditierte er ununterbrochen neun
Jahre in einer Höhle. Danach unterrichtete er die Mönche in
der Methode Yi Jin Jing (Umwandlung der Muskulatur), um einerseits ihre
schwächliche Konstitution zu stärken und gleichzeitig den
Geist wach zu halten. Ebenso wie die Technik des
Knochenmark-Waschens(Xi Sui Jing), wurde Yi Jin Jing in die
Kampfkünste integriert, welche die Grundlagen der heute als
Shaolin Quan(Gongfu) bekannten Methoden darstellen. Auch sind aus
buddhistischer Tradition Übungen bekannt, die der Reinigung des
Körpers dienen sollen und vermutlich aus dem indischen Yoga
abgeleitet wurden. In der Hauptsache aber kultivierte der an der
Erlangung einer Erleuchtung interessierte Buddhismus eher meditative
Techniken, die oftmals auf daoistische Wurzeln zurückgingen. Wenn
auch in chinesisch buddhistischen Texten der Begriff des Qi auftaucht,
so ist damit eine gänzlich andere Betrachtung verbunden als im
Daoismus. Es sind dann eher Parallelen mit der medizinischen Auffassung
zu finden. So sind Vorstellungen von Kanälen beschrieben, die den
Leitbahnen ähneln und die Dantian können mit den Chakren
verglichen werden.
Einflüsse aus den Kampfkünsten
Die schon oben erwähnten Techniken der Shaolin-Mönche fanden
nur langsam Eingang in andere Kampfkunst-Schulen. Die Methode Yi Jin
Jing besteht vorwiegend aus einem wechselnden Anspannen und Entspannen
einzelner Muskelpartien. Dadurch wird Qi und Blut in der bearbeiteten
Region gesammelt und langsam verteilt. Das gesamte Trainingsprogramm
kann bis zu 16 Stunden täglich in Anspruch nehmen. Dafür
zeigen die Kampfmönche allerdings auch hervorragende Leistungen.
Aus den Vorbereitungstechniken für eine hohe Kampfbereitschaft
wurden Praktiken, die sich für die allgemeine Gesundheitsvorsorge
eigneten, wie zum Beispiel das Eisenhemd Qigong, in die Yangsheng
Tradition übernommen. Es ist eine Frage, wie weit man den
Qi-Begriff fassen will, ob alle Techniken aus den Kampfkünsten
tatsächlich als Qigong bezeichnet werden dürfen. Sicherlich
in die Reihe der tausend Qigong Methoden gehören die inneren
Kampfkünste Taijiquan, Baguazhang und Xingyiquan, die zum Besiegen
des Gegners Qi anstelle von Körperkraft, Geschicklichkeit oder
Geschwindigkeit einsetzen.
Einflüsse der Neuzeit
Nach der so genannten Kulturrevolution in der VR China, während
der alle Traditionen als revanchistisch verpönt waren und verfolgt
wurden, erlebte die Kunst des Qigong langsam eine Renaissance. Man
betrachtet sie als einen einmaligen Schatz der chinesischen Kultur und
ist bemüht, die Wirksamkeit des Qi wissenschaftlich zu erforschen.
Viele neue Systeme, vor allem im therapeutischen Bereich, wurden
entwickelt, andere, angeblich sehr alte, tauchten auf und fanden oft
spektakuläre Verbreitung.
Vor allem in den letzten dreißig Jahren, seit Qigong in China
wieder öffentlich verbreitet und staatlich gefördert wird,
hat sich auf diesem Gebiet viel getan. Es werden zum Teil erstaunliche
Heilungserfoge gemeldet. Nicht unerwähnt bleiben darf jedoch in
diesem Zusammenhang, dass in den letzten Jahren auch vermehrt
Fälle von Erkrankungen durch falsch angewandtes Qigong aufgetreten
sind und in einigen Kliniken Spezialabteilungen für solche
Phänomene eingerichtet wurden.
Neben der Pflege alt überlieferter Übungen scheint eine
Epoche des Experimentierens angebrochen zu sein, in der Techniken
unterschiedlicher Herkunft vermischt werden. Auch im Westen werden
Qigong Übungen mit Methoden aus der eigenen Geschichte, z.B.
Bioenergetik, Atemtherapie, autogenes Training, kombiniert. Von einigen
Praktizierenden wird diese Entwicklung als Synkretismus kritisiert, der
auf schnelle Erfolge schiele und ein über Jahrtausende gewachsenes
Wissen über tiefgreifende energetische Vorgänge in
Körper und Psyche respektlos assimiliere. Auch die chinesischen
Bemühungen einer Verwissenschaftlichung des Qi-Phänomens nach
abendländischen Maßstäben wird in diesem Zusammenhang
genannt.
Im Jahr 2003 stellte das chinesische Sport-Ministerium zusammen mit der
Chinese Health QiGong Association das neustrukturierte
Gesundheits-Qigong vor, dass in China durch staatliche
Unterstützung eine große Verbreitung gefunden hat.
Bestehende Formen wurden von der Sportuniversität Peking und
medizinischen Fachleuten geprüft und standardisiert.
Formen des Qigong
Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Richtungen des Qigong.
Darunter Praktiken aus der Richtung des Buddhismus und Praktiken aus
der Richtung des Daoismus. (Insgesamt wurden über 1000
verschiedene Richtungen beim Forschungsinstitut für Qigong in
Peking angemeldet, von denen allerdings nur etwa 100 anerkannt wurden.)
Qigong wird erst dann zu Qigong, wenn wenigstens zwei von vier
Komponenten sich zu einer Einheit in der Übung verbinden: -
Entspannung - Ruhe - Natürlichkeit - Bewegung - Atmung - mentale
Vorstellung - Ton - .
Die unterschiedlichen Formen haben unterschiedliche Merkmale:
Im Daoismus wird Waidan, das äußere Elixier, zu den
Bewegungsübungen und Kampfkünsten gerechnet. Dazu gehört
auch Taijiquan.
Neidan, das innere Elixier, bezeichnet Atemübungen und innere
(meditative und konzentrative) Qigong-Übungen. Innerhalb des
Neidan gibt es noch Unterscheidungen zwischen Übungen mit Bewegung
oder in bestimmten Körperhaltungen, Übungen des Nährens
des Qi, Qigong-Massage, medizinischem Qigong und Heilmethoden mit Qi.
Einige Qigong-Methoden wie das Shenjifa (Weg zu
übernatürlichen Fähigkeiten), sind geheim und werden nur
von Lehrern an Schüler vermittelt und andere meditative Methoden
werden auch als spirituelle Erleuchtungsübungen verstanden.
Sehr verbreitet ist die Übung stehende Säule oder Zhan
Zhuang, bei der die Himmel-Erde-Mensch-Verbindung praktiziert wird.
Zhan Zhuang wurde in den 80er Jahren von Meister Lam Kam Chuen in den
Westen gebracht. Er ist der Autor des einzigen in deutscher Sprache
erhältlichen Buches über Zhan Zhuang.
Rosenkranz
Ein Rosenkranz ist eine Perlenschnur, die als Zählkette für das vielgliedrige Rosenkranzgebet dient.
Bezeichnung für das Rosenkranzgebet selbst.
Wenn im deutschsprachigen Raum von „Rosenkranz“ die Rede
ist, ist meistens der katholische Rosenkranz gemeint. Jedoch gibt es
Gebete, die an Zählketten verrichtet werden, auch in anderen
christlichen Konfessionen und nicht-christlichen Religionen. In der
orthodoxen Kirche hat der Rosenkranz als Zählkette für das
Jesusgebet eine lange Tradition. Die Anglican Prayer Beads kombinieren
Elemente des katholischen und orthodoxen Rosenkranzes. Der lutherische
Christusrosenkranz ist in Anlehnung an das katholische Rosenkranzgebet
entstanden. Der Rosenkranz ist inspiriert durch Gebetsketten aus dem
Orient. Im Islam ist das der Tasbih, im Buddhismus und Hinduismus die
Mala.
Verschiedene Formen des Rosenkranzes
Im Christentum gibt es verschiedene Formen des Rosenkranzes. Dieser
Absatz gibt einen Überblick über die in der katholischen,
orthodoxen und anglikanischen Kirche gebräuchlichen Formen, den
Christusrosenkranz und die „Perlen des Glaubens“, eine
recht junge, an griechische Kombolói angelehnte Gebets- und
Andachtskette.
Katholischer Rosenkranz
Der katholische Rosenkranz [Bearbeiten]In der katholischen
Volksfrömmigkeit erfreut sich der Rosenkranz großer
Beliebtheit. Mai und Oktober sind nach katholischer Tradition
Rosenkranzmonate. In den Gemeinden werden in diesen Monaten oft
wöchentliche Rosenkranzandachten gefeiert. Am 7. Oktober wird das
Rosenkranzfest begangen. Dieser Absatz skizziert zunächst die
geschichtliche Entwicklung und erklärt dann den Aufbau und die
Gebetsweise der katholischen Rosenkranzform.
Ein katholischer Rosenkranz kann auch selbst geknüpft werden.
Geschichte
Das katholische Rosenkranzgebet entwickelte sich aus
frühmittelalterlichen Mariengebeten, bei denen das Ave Maria
einhundertfünfzigmal wiederholt und mit Glaubensgeheimnissen und
biblischen Texten verbunden wurde.
Die älteste schriftliche Erwähnung einer Schnur mit
aufgezogenen Steinen als Zählkette für wiederholt gesprochene
Gebete in der Lateinischen Kirche schreibt diese Gebetsschnur der
angelsächsischen Adligen Godiva († um 1085) zu:
The circlet of precious stones which she had threaded on a cord in
order that by fingering them one after another she might count her
prayers exactly were to be placed on a statute of the Blessed Virgin
Mary.[1]
Im 11. Jahrhundert schuf Petrus Damiani (um 1006-1072) die Form des Ave Maria:
Ave Maria, gratia plena. Dominus tecum. Benedicta tu in mulieribus.
Im 12. Jahrhundert kam der Brauch auf, dass Laienbrüder, die meist
nicht lesen konnten, in Klöstern statt der Psalmen Ersatzgebete
verrichteten. Neben dem Vater Unser tritt auch das Ave Maria als
Ersatzgebet für die Psalmen auf, letzteres insbesondere bei den
Zisterziensern und Kartäusern. Für eine Reihe von 150 Ave
Maria kam in Anlehnung an die 150 Psalmen der Bibel der Name
Marienpsalter auf.
Das Alte Passional, eine mittelhochdeutsche Legendensammlung ohne
Verfassernamen vergleicht das Ave Maria mit einer himmlischen Rose.
Hierin gründet wohl die Bezeichnung „Rosenkranz“
für die Zählkette und eine Ave-Maria-Gebetsreihe. Eine der
Legenden erzählt von einem Marienverehrer, der eine Marienstatue
mit einem geflochtenen Kranz aus Rosen zu schmücken pflegte. In
einer Erscheinung soll er eines Tages die Botschaft bekommen haben,
dass sich Maria über einen anderen Rosenkranz mehr freue,
nämlich über 50 gebetete Ave Maria. Diese würden in
ihren Händen zu Rosen, aus denen sie den schönsten Kranz
flechten könne.
Der Zisterzienserabt Stephan von Sallay († 1252) formulierte eine Vorform der 15 Rosenkranzgeheimnisse.
Durch den Kartäusermönch Heinrich von Kalkar (1328-1408) kam
die Gewohnheit auf, fünfmal zehn Ave Maria zu beten und jeden
Zehnerblock mit einem Vater Unser zu beginnen und einem Ehre sei dem
Vater zu beenden.
Die heute gebräuchliche Form des Rosenkranzes entstand im Advent
1409. Der Trierer Kartäuser Dominikus von Preußen (†
1460) fasste die Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen
(clausulae) zusammen, die sich an den (damals allein üblichen)
ersten Teil des Ave Maria anschlossen. Adolf von Essen verkürzte
clausulae auf 15.
Die legendäre Entstehungsgeschichte des Rosenkranzes: Der hl.
Dominikus soll den Rosenkranz bei einer Marienerscheinung empfangen
haben.Weit verbreitet, aber nicht historisch ist die Legende, dass der
heilige Dominikus, Gründer des Dominikanerordens, die heutige Form
des Rosenkranzes 1208 bei einer Marienerscheinung empfangen und sie in
seinem Orden eingeführt haben soll. Die Legende erzählt, dass
Maria den Rosenkranz Dominikus als Waffe im Kampf gegen die Albigenser
geschenkt habe.
In seiner Bulle Ea quae vom 9. Mai 1479 empfiehlt Papst Sixtus IV. das tägliche Beten des Rosenkranzes.
1508 wurde dem Ave Maria der Schlusssatz „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns ...“ angefügt.
In seinem Breve Consueverunt vom 17. September 1569 legt Papst Pius V.
den Text des Ave Maria endgültig fest und regelt das
Rosenkranzgebet offiziell.
Am 7. Oktober 1571 besiegte die katholische Seestreitmacht unter Juan
de Austria, dem Stiefbruder des spanischen Königs, die
türkische Mittelmeerflotte im Golf von Lepanto in der Seeschlacht
von Lepanto vernichtend. Der Sieg wurde dem "Gebetssturm" zugerechnet,
bei dem in ganz Europa im Vorfeld der Seeschlacht das Rosenkranzgebet
gebetet wurde. In der Folge stiftete Papst Gregor XIII. 1573 das
Rosenkranzfest. Nach dem Sieg über die Türken bei
Peterwardein am 5. August 1716 erhob Papst Klemens XI. das Fest zu
einem allgemeinen Fest der ganzen Kirche.
Papst Leo XIII. war ein großer Verehrer des Rosenkranzgebetes,
dem er zahlreiche Enzykliken und apostolische Schreiben widmete:
Enzyklika Supremi apostolatus officio : Der Rosenkranz in Geschichte und Gegenwart (1. September 1883)
Apostolisches Schreiben Salutaris ille: Es wird die Bitte Regina
sacratissimi Rosarii – ora pro nobis (Königin des Heiligen
Rosenkranzes, bitte für uns) in die Lauretanische Litanei
eingefügt. (24. Dezember 1883)
Enzyklika Superiore anno : Formalien bezüglich des Rosenkranzgebetes (30. August 1884)
Enzyklika Octobri mense : Rosenkranzmonat (22. September 1891)
Enzyklika Magnae Dei matris: Der Rosenkranz und das christliche Leben (8. September 1892)
Enzyklika Laetitiae sanctae: Der Rosenkranz und die rechte Ordnung der menschlichen Sozialgemeinschaft (8. September 1893)
Enzyklika Iucunda semper expectatione: Der Rosenkranz als Betrachtung und als Gebet (8. September 1894)
Enzyklika Fidentem piumque animum: Das Gebet zur Vermittlerin der Gnaden (20. September 1896)
Enzyklika Vi è ben noto: Über den Rosenkranz und das
öffentliche Leben (nur für Italien 20. September 1887)
Enzyklika Augustissimae virginis mariae: Die Rosenkranzbruderschaft und die Engel des Himmels (12. September 1897)
Enzyklika Diuturni temporis Der Rosenkranz (5. September 1898)
Apostolisches Schreiben Parta humano generi: Zur Weihung der
Rosenkranzbasilika in Lourdes und der Rosenkranz als Schutz gegen
Häresien (8. September 1901)
1884 führte Papst Leo XIII. den Oktober als Rosenkranzmonat
verpflichtend ein. Die Verpflichtung wurde 1958 aufgehoben, die
Tradition aber beibehalten.
Im 20. Jahrhundert erschienen folgende päpstliche Schriften zum Rosenkranz:
Papst Pius XI.: Enzyklika Ingravescentibus malis: Das Gebet des Rosenkranzes als Zuflucht der Kirche (29. September 1937)
Papst Pius XII.: Enzyklika Ingruentium malorum: Das Rosenkranzgebet in der Not der Zeit (15. September 1951)
Papst Johannes XXIII.: Enzyklika Grata recordatio: Der Rosenkranzmonat
Oktober als Vorbereitung auf das Zweite Vatikanische Konzil (26.
September 1959)
Papst Johannes XXIII.: Apostolisches Schreiben Il religioso convegno
auch als "Marialis Rosarii" bekannt: Der Rosenkranz als Gebet für
den Frieden (29. September 1961)
Papst Paul VI.: Enzyklika Christi Matri Rosarii: Aufruf zum Rosenkranz als Friedensgebet (15. September 1966)
Papst Paul VI.: Apostolisches Schreiben Recurrens mensis october: Der Oktober als Rosenkranzmonat (7. Oktober 1969)
Am 16. Oktober 2002 erschien das Apostolische Schreiben Rosarium
Virginis Mariae Papst Johannes Pauls II., in dem die lichtreichen
Geheimnisse eingeführt und das Jahr von Oktober 2002 bis Oktober
2003 zum „Jahr des Rosenkranzes“ ausgerufen wurde.
Aufbau
Die Eröffnung des katholischen Rosenkranzes wird an einer am Kranz
befestigten Kette mit einem Kreuz und drei kleinen Perlen, die von zwei
großen Perlen gerahmt sind, gebetet. Darauf folgen fünfmal
zehn kleinere Kugeln für die Ave Maria und eine davon abgesetzte
große für das Vater Unser und Ehre sei dem Vater. Zehn Ave
Maria, ein Vater Unser und ein Ehre sei dem Vater bilden ein
Gesätz, fünf dieser Gesätze einen Rosenkranz. Das
vollständige Rosenkranzgebet umfasst drei Rosenkränze, also
150 Ave Maria in Analogie zu den 150 Psalmen.
Gebetsweise
Gebetsweise des katholischen Rosenkranzes:
(1) Glaubensbekenntnis
(2) Vater Unser
(3) drei Ave Maria
(4) Ehre sei dem Vater
(5) fünf Gesätze mit je einem Vater Unser, zehn Ave Maria und
einem Ehre sei dem VaterSiehe auch: Anleitung zum Rosenkranzgebet
– Anleitung zum Rosenkranzgebet auf latein
Gebetet wird der katholische Rosenkranz wie folgt:
Apostolisches Glaubensbekenntnis, dabei wird das Kreuz in der Hand gehalten,
Ehre sei dem Vater, vor der ersten großen Perle,
Vater Unser, an der ersten großen Perle,
drei Ave Maria mit eingefügten Bitten, an den folgenden drei kleinen Perlen,
um Glaube: Jesus, der in uns den Glauben vermehre,
um Hoffnung: Jesus, der in uns die Hoffnung stärke und
um Liebe: Jesus, der in uns die Liebe entzünde,
Ehre sei dem Vater und anschließend
50 Ave Maria, in Zehnergruppen (Gesätze) gegliedert. In jeder
Zehnergruppe wird jeweils nach dem Wort "Jesus" ein so genanntes
Geheimnis eingefügt, ein Glaubenssatz, der dem Neuen Testament
entstammt und das Leben Jesu und seiner Mutter Maria betrifft.
Jedes Gesätz wird eingeleitet mit dem Vater unser (an der
großen Perle) und abgeschlossen mit dem Ehre sei dem Vater (vor
der nächsten großen Perle). Oft wird nach dem Ehre sei dem
Vater noch das Fatima-Gebet eingefügt.
Den Abschluss des Rosenkranzes bildet meist eine Marianische Antiphon, etwa das Salve Regina.
Im Internet sind Faltblätter mit den Texten für das
Rosenkranzgebet in Deutsch und Latein sowie ein Betrachtungsbuch
verfügbar.
Rosenkranzgeheimnisse
Zurzeit gibt es – in Fünfergruppen aufgeteilt –
zwanzig offizielle Formulierungen für Geheimnisse, die beim
Rosenkranzgebet betrachtet werden. Den traditionellen fünfzehn hat
Papst Johannes Paul II. im Oktober 2002 anlässlich des 24.
Jahrestages seiner Wahl zum Papst mit dem Apostolischen Schreiben
Rosarium Virginis Mariæ eine vierte Fünfergruppe von
Rosenkranzgeheimnissen, die lichtreichen Geheimnisse, hinzugeführt
(vgl. ebd. Nr. 21).
Freudenreiche Geheimnisse (gaudii mysteria)
Die freudenreichen Geheimnisse betrachten die Inkarnation und das verborgene Leben Christi. Sie lauten wie folgt:
deutsch lateinisch
Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast (Lk 1, 35) Quem, Virgo, concepisti.
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast (Lk 1, 39-56) Quem visitando Elisabeth portasti.
Jesus, den du, o Jungfrau, in Betlehem geboren hast (Lk 2, 1-20) Quem, Virgo, genuisti.
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast (Lk 2, 22-24) Quem in templo praesentasti.
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast (Lk 2, 41-52) Quem in templo invenisti.
Lichtreiche Geheimnisse (lucis mysteria)
Die lichtreichen Geheimnisse betrachten einige besonders bedeutende
Momente des öffentlichen Lebens und Wirkens Jesu. So seine Taufe
im Jordan durch Johannes, sein Weinwunder bei der Hochzeit in Kana,
seine Verkündigung des Reiches Gottes, seine Verklärung auf
dem Berg Tabor und die Einsetzung der Eucharistie beim letzten
Abendmahl in Jerusalem.[2]
Sie lauten wie folgt:
deutsch lateinisch
Jesus, der von Johannes getauft worden ist (Lk 3, 21-22) Qui apud Iordanem baptizatus est.
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat (Joh 2, 1-12) Qui ipsum revelavit apud Canense matrimonium.
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat (Mt 9, 35) Qui Regnum Dei annuntiavit.
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist (Lk 9, 28-36) Qui transfiguratus est.
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat (Mk 14, 17-25) Qui Eucharistiam instituit.
Schmerzhafte Geheimnisse (doloris mysteria)
Die schmerzhaften Geheimnisse betrachten die Passion Christi. Sie lauten wie folgt:
deutsch lateinisch
Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat (Lk 22, 44) Qui pro nobis sanguinem sudavit.
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist (Joh 19, 1) Qui pro nobis flagellatus est.
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist (Joh 19, 2) Qui pro nobis spinis coronatus est.
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat (Joh 19, 17) Qui pro nobis crucem baiulavit.
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist (Joh 19, 18) Qui pro nobis crucifixus est.
Glorreiche Geheimnisse (gloriae mysteria)
Die glorreichen Geheimnisse betrachten die Auferstehung Christi. Sie lauten wie folgt:
deutsch lateinisch
Jesus, der von den Toten auferstanden ist (Lk 24, 6) Qui resurrexit a mortuis.
Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist (Apg 1, 9-11) Qui in caelum ascendit.
Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat (Apg 2, 1-13) Qui Spiritum Sanctum misit.
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat (1 Kor 15, 22-23) Qui te, Virgo, assumpsit.
Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat (Offb 12, 1) Qui te, Virgo, in caelis coronavit.
Eigene Formulierungen
Außerdem ist es möglich, eigene Geheimnisse zu formulieren.
Ein Beispiel dafür bietet das Gebet- und Gesangbuch
„Gotteslob“ (Nr. 33, Abschnitt 6) mit den trostreichen
Geheimnissen:
Jesus, der als König herrscht (Offb 19, 6)
Jesus, der in seiner Kirche lebt und wirkt (Eph 1, 22-23)
Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit (2 Petr 3, 8-13)
Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten (Röm 2, 1-11)
Jesus, der alles vollenden wird (1 Kor 15, 35-58)
Anmerkung
Durch das Beten eines vollständigen Rosenkranzes (alle 5 Gesetze)
in der Kirche oder in der Gemeinschaft vor dem Allerheiligsten kann man
täglich, wenn man die Voraussetzungen (Beichte und Kommunion)
erfüllt, einen vollkommenen Ablass gewinnen.
Wochenschema
In der katholischen Kirche ist es üblich, die Geheimnisse des
Rosenkranzes in wöchentlichem Rhythmus nach dem folgenden Schema
zu beten:
Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag
glorreiche Geheimnisse freudenreiche Geheimnisse schmerzhafte
Geheimnisse glorreiche Geheimnisse lichtreiche Geheimnisse schmerzhafte
Geheimnisse freudenreiche Geheimnisse
Bevor die lichtreichen Geheimnisse eingeführt wurden, wurden
abweichend von obiger Tabelle donnerstags die freudenreichen und
samstags die glorreichen Geheimnisse betrachtet.
Barmherzigkeitsrosenkranz
Der Barmherzigkeitsrosenkranz wird ebenfalls auf die traditionellen
Rosenkranzperlen gebetet, enthält jedoch nicht das Ave Maria,
sondern konzentriert sich auf die göttliche Barmherzigkeit in
Jesus Christus. Er basiert auf Visionen der polnischen katholischen
Nonne Faustyna Kowalska (1905-1938). Die Gebete des
Barmherzigkeitsrosenkranzes sind an Gott Vater und Jesus Christus
gerichtet und haben einen engen Zusammenhang mit der Eucharistie als
Messopfer sowie die Sühne für die Sünden der Welt.
Aufbau des Barmherzigkeitsrosenkranzes:
Auf die ersten 3 Perlen: Vater unser... Ave Maria... Ich glaube an Gott (Apostolisches Glaubensbekenntnis) ...
Auf die großen Perlen: "Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib
und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines über alles
geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, um Verzeihung zu
erlangen für unsere Sünden und die Sünden der ganzen
Welt."
Auf die kleinen Perlen: "Durch sein schmerzhaftes Leiden hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt."
Am Ende dreimal: "Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger
unsterblicher Gott, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt."
Vorher und nachher kann noch gebetet werden:
"O Blut und Wasser, aus dem Herzen Jesu als Quelle der Barmherzigkeit
für uns entströmt, Jesus, ich vertraue auf Dich! Barmherziger
Jesus, in dem Augenblick Deines Kreuzestodes für uns bete ich Dich
an, lobpreise Dich und bitte, umfasse mit Deiner unerschöpflichen
Barmherzigkeit die ganze Menschheit, besonders die armen Sünder
und die Sterbenden."
Andere Formen des katholischen Rosenkranzes
Neben der offiziellen Rosenkranzform gibt es in der katholischen Kirche
noch verschiedene andere Rosenkranzformen, die sich in der Anzahl der
Perlen und der Anordnung der Gebete unterscheiden.
Fingerrosenkranz
Rosenkranzring
Eine verkleinerte Form ist der so genannte Rosenkranzring oder
Fingerrosenkranz. Dieser besteht aus einem Ring mit zehn Erhebungen
beziehungsweise zehn kleinen Perlen und einem Kreuz. Diese auch
Soldatenrosenkranz genannte Form entstand im Mittelalter im Zuge der
Kreuzzugsbewegung. An einem solchen Rosenkranz wird ein Gesätz
abgezählt; fünfmal gebetet ergibt er einen großen
Rosenkranz. Es gibt auch Versionen, bei denen die Anzahl der Perlen auf
nur fünf verkürzt ist. Dabei wird an jeder Perle ein Ave
Maria gebetet, wobei jeweils ein anderes Geheimnis angefügt wird.
Virtueller Rosenkranz
Mit Virtual Rosary kann der Rosenkranz am Computer gebetet werden. Das
Programm ist für Windows, Mac und Palm verfügbar; eine
Version für PocketPC ist in Planung. Die Software eignet sich auch
als Lernprogramm, um etwa Kindern das Rosenkranzgebet beizubringen.
Auf dem Bildschirm wird ein Rosenkranz angezeigt, an dem die jeweils
aktuelle Perle markiert ist; das zugehörige Gebet – 14
Sprachen sind verfügbar – wird angezeigt. Darüber
hinaus wird zu jedem Geheimnis ein Bild und ein kurzer Betrachtungstext
eingeblendet. Auch Hintergrundmusik ist verfügbar.
In das Programm integriert ist PrayerCast, eine Art virtuelles
Fürbittbuch, in das Besucher auf der Internetseite von Virtual
Rosary Gebetsanliegen eintragen können. Wird das Rosenkranzgebet
unter Virtual Rosary gestartet, werden die jüngsten Eintragungen
angezeigt, bei jeder Perle eine. Auf diese Weise soll eine
internationale virtuelle Gebetsgemeinschaft entstehen.
Der orthodoxe Rosenkranz
Der orthodoxe Rosenkranz, russisch Tschotki und griechisch Komboskini
genannt, besteht in seiner ursprünglichen Form nicht aus Perlen
sondern aus einer Schnur die aus 30, 33, 50, 100 oder mehr Knoten
besteht.
Die geschlossene Schnur steht als Zeichen für das nie endende
monastische Gebet. Sie wird in der othodoxen Tradition beim Jesusgebet
verwendet, weniger, um die Gebete zu zählen, sondern als Hilfe zur
Konzentration und für einen gleichmäßigen Rhythmus. In
der orthodoxen Kirche erhalten Mönche und Nonnen den Rosenkranz
zur Profess.
Seinen Ursprung hat der orthodoxe Rosenkranz in der Tradition des
spätantiken orientalischen Mönchtums, kurze Bibelzitate
meditativ zu wiederholen. Die Orthodoxe Kirche führt die Tradition
auf Pachomius zurück, der auf diese Weise Mönchen, die nicht
lesen und schreiben konnten, half, eine bestimmte Anzahl Gebete oder
Niederwerfungen auszuführen.
In der russisch-orthodoxen Kirche können Gebetszeiten des
Stundengebets oder der Besuch der Messe durch die Rezitation einer
bestimmten Anzahl von Jesusgebeten ersetzt werden. Auf diese Weise kann
der Gottesdienst auch durchgeführt werden, wenn auf die
entsprechenden Bücher nicht zugegriffen werden kann oder jemand
nicht in der Lage ist, eine Gebetszeit zu verrichten. Die Gebetsschnur
hilft in solchen Fällen, die Anzahl der Gebete zu zählen.
Der orthodoxe Rosenkranz kann leicht selbst hergestellt werden.
Anglican Prayer Beads
Der anglikanische Rosenkranz
Der anglikanische Rosenkranz (Anglican Prayer Beads) ist eine
verhältnismäßig neue Gebetsform, die Elemente des
katholischen und orthodoxen Rosenkranzes enthält. Lynn Bauman
entwickelte in den 1980er Jahren die Form des anglikanischen
Rosenkranzes, der aus einem Kreuz und 33 Perlen besteht. Das Gebet
beginnt am Kreuz, dann wird zur ersten großen Perle (The
Invitatory) übergewechselt und sodann zu den vier Reihen
weitergegangen, die aus je einer großen Perle (The Cruciforms)
und sieben kleinen Perlen (The Weeks) bestehen.
Für das anglikanische Rosenkranzgebet gibt es keine feststehende
Form. Jeder Beter kann sich die Gebete, die er an den einzelnen Perlen
spricht, selbst zusammenstellen. Bekannt ist beispielsweise eine
Gebetsfolge, die das Trisagion und das Jesusgebet einbezieht:
Aufbau des anglikanischen Rosenkranzes:
(1) The Cross
(2) The Invitatory
(3) The Cruciforms
(4) The WeeksThe Cross: Das Kreuz:
In the Name of God, Father, Son, and Holy Spirit. Amen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
The Invitatory: Invitatorium:
O God make speed to save me,
O Lord make haste to help me,
Glory to the Father, and to the Son, and to the Holy Spirit:
As it was in the beginning, is now, and will be forever.
Amen. Oh Gott, komm mir zu Hilfe,
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater, und dem Sohn, und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
The Cruciforms: Kreuzformende Perlen:
Holy God,
Holy and Mighty,
Holy Immortal One,
Have mercy upon me. Heiliger Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger unsterblicher Gott,
erbarme dich meiner.
The Weeks: Wochenperlen:
Lord Jesus Christ, Son of God,
Have mercy on me, a sinner. Herr Jesus Christus, (Sohn Gottes,)
erbarme dich meiner, einem Sünder.
Der Christus-Rosenkranz
Der Christus-Rosenkranz entstand in den 1960er Jahren durch das
Bemühen der Protestanten Rudolf Ehrat, Herben Golzen und Walter
Stökl, ein eng an das katholische Rosenkranzgebet angelehntes
Gebet zu schaffen, das im Gegensatz zum traditionellen Rosenkranzgebet
das Ave Maria nicht enthält und somit auch von Protestanten
gebetet und ökumenisch verwendet werden kann. Stattdessen wird
dabei das aus der Kreuzwegandacht stammende Gebet "Wir beten dich an
an, Herr Jesus Christus und benedeien dich, in deinem heiligen Kreuz
hast du die Welt erlöst" wiederholt gebetet.
Perlen des Glaubens
Schematische Darstellung der „Perlen des Glaubens“: (1)
Gottesperle – (2) Perle des Schweigens – (3) Ich-Perle
– (4) Taufperle – (5) Wüstenperle – (6) Perle
der Gelassenheit – (7) Perlen der Liebe – (8)
Geheimnisperlen – (9) Perle der Nacht – (10) Perle der
AuferstehungEntwickelt wurden die „Perlen des Glaubens“
1996 von Martin Lönnebo (* 1930), einem Bischof der
Evangelisch-Lutherischen Kirche in Schweden. Bischof Lönnebo
saß 1996 wegen eines Sturms mehrere Tage auf einer griechischen
Insel fest. Als er dort griechische Fischer mit ihren Gebetsketten sah,
kam ihm die Idee zu den „Perlen des Glaubens“.
Zunächst entwarf er einen Rettungsring aus Perlen (daher der
schwedische Name Frälsarkransen), wobei er jeder Perle eine
Bedeutung zuteilte. Nach seiner Rückkehr nach Schweden stellte er
sich ein Perlenband her und benutzt es zum Beten. Schnell verbreitete
sich seine Erfindung in Schweden und gelangte vor ein paar Jahren von
dort auch in den deutschsprachigen Raum.
Bei der aus 18 Perlen bestehenden Kette hat jede Perle eine Bedeutung,
steht für eine Lebensfrage, einen Gedanken oder ein Gebet. Feste
Gebetsformulierungen gibt es nicht. Bei jeder Perle wird zum
entsprechenden Thema eine Meditation gehalten oder ein Gebet
gesprochen. Anfang und Ende der Kette ist eine große goldene
Perle, die Gottesperle. Darauf folgt eine Perle des Schweigens, eine
Ich-Perle, eine Taufperle, eine weitere Perle des Schweigens, eine
Wüstenperle, wiederum eine Perle des Schweigens, eine Perle der
Gelassenheit, eine weitere Perle des Schweigens, zwei Perlen der Liebe,
drei Geheimnisperlen, eine Perle der Nacht, eine weitere Perle des
Schweigens, eine Perle der Auferstehung und eine weitere Perle des
Schweigens. In dieser Reihenfolge sind die Perlen auch Sinnbild
für den Lebensweg. Sie stellen auch einen Katechismus dar.
Eine Anleitung zum Umgang mit den „Perlen des Glaubens“
sowie Gebetstexte bietet die evangelische Ansverus-Communität e.V.
auf ihrer Internetseite an.
Rosenkranzähnliche Gebete in nicht-christlichen Religionen
TasbihAuch im Islam, Buddhismus und Hinduismus gibt es Gebetsketten, an
denen meditative Gebete verrichtet werden.
Islam
Tasbih Arabisch= Masbaha
Die islamische Gebetskette heißt Tasbih oder Masbaha; es gibt sie
in verschiedenen Formen, mit 11, 33, 99 oder 1.000 Perlen. Beim Gebet
werden entweder die im Koran vorkommenden Die 99 Namen Allahs rezitiert
oder andere religiöse Formeln gesprochen.
Der islamische Rosenkranz wird Sabbha genannt und ist in vier Teile
unterteilt. Alle vier Teile haben insgesamt 33 Perlen, die aus Holz
oder Kunststoff, klein oder groß, bestehen. Man kann beim
Benutzen der Sabbha auf zwei verschiedene Weisen vorgehen. Die erste
und einfachste ist es, 33 mal Gott zu preisen für seine Werke und
sein Tun- << Subhann-illah>> Dann 33 mal Gott danken
<< Al hamdu-lillah>> Danach 33 mal seine Einzigartigkeit
und den Monotheismus bezeugen bzw. zustimmen << La illaha- ila-
allah>> Und zu guter Letzt seine
Großartigkeit,Allwissenheit, Mächtigkeit, Gerechtigkeit etc.
<< Allah- hu-akbar>>.
Bei der zweiten Art und Weise, kann man die oben genannten Aspekte bei jedem einzelnen Abschnitt wiederholen.
Buddhismus und Hinduismus
Mala
Die buddhistische und hinduistische Gebetskette heißt Mala
(Sanskrit: माला, mālā) und besteht in der Regel aus 108 Perlen.
Gefertigt ist sie üblicherweise aus Naturprodukten, etwa
Nüssen oder Palmholz. Teilweise werden auch Knochen oder
Hornperlen verwendet als Symbol für die Vergänglichkeit des
Seins.
Im Buddhismus stehen die 108 Perlen für die 108 Bände der
gesammelten Lehren Buddhas. Im Hinduismus stehen die 108 Perlen
für 108 Namen oder Attribute der angebeteten Gottheit.
Benutzt wird die Mala bei der Zitation eines Mantras. Dabei werden drei Arten unterschieden:
laute Zitation (Likhita-Japa),
Zitation in Gedanken (Manasika-Japa) und
tonlose Zitation mit den Lippen (Vaikhari-Japa).
Gesundheitliche Aspekte des Rosenkranzgebetes
Das British Medical Journal berichtete von einer Studie der
Universität Pavia, bei der herausgefunden wurde, dass sich das
Rosenkranzgebet positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirkt.[4]
Außerdem fördert des Rosenkranzgebet Konzentration und
innere Ruhe.
Als Mittel, um sich das Rauchen abzugewöhnen, schlägt der
Wiener Sozialmediziner Michael Kunze vom Nikotininstitut Wien das
Rosenkranzgebet vor. Er sieht im Rosenkranzgebet eine gute
Entspannungsübung. Außerdem werde die Konzentration auf das
Gebet gelenkt und die Gedanken dadurch von der Zigarette weg.
Rosenkranz als Schmuck
Die Kombolói gehören in vielen orientalisch geprägten
Ländern zum männlichen Accessoire und
Spielzeug.Rosenkränze wurden bereits im Mittelalter als Schmuck
getragen. Im Barock erfreute sich diese Tradition ebenfalls
großer Beliebtheit und lebte in moderner Zeit seit den 1980er
insbesondere durch das Vorbild der US-amerikanischen Sängerin und
Schauspielerin Madonna wieder auf.
In vielen orientalisch geprägten Ländern gehören die
ursprünglich religiösen Ketten zum männlichen Assessoire
und Spielzeug. Dazu gehört zum Beispiel die griechischen
Kombolói, die auch Sorgenperlen genannt werden. Sie gleichen dem
islamischen Tasbih, der ebenfalls vor allem bei männlichen
Jugendlichen zum Modeschmuck geworden ist.
Mit dem Rosenkranz als Schmuck hatte sich der Fußballer David
Beckham fotografiern lassen, was zu großen Protesten seitens der
Kirchen geführt hatte. Sie beschwerten sich, dass Beckham die
Symbolik missbrauche und die Jugendlichen dazu animiere das selbe zu
tun.
Rosenkran(t)z als Familienname
Erik Nielson (* um 1299) gilt als der Begründer der
Rosenkran(t)z-Familien. Er ist vermutlich identisch mit Herzog Erich
II. von Schleswig, der 1325 Papst Johannes XXII. in Avignon besuchte
und von diesem einen Rosenkranz überreicht bekam, den er an seinem
Mantel trug. Seitdem nannte er sich Rosenkrantz.
1601 gibt Shakespeare einer Nebenfigur im Hamlet den Namen Rosencrantz
(in deutschen Übersetzungen Rosenkranz oder Rosenkrantz).
Bekannte Träger dieses, nicht selten jüdischen, Familiennamens sind:
Barbara Rosenkranz (* 1958), Abgeordnete im österreichischen Nationalrat für die FPÖ
Herbert Rosenkranz (* 1924), jüdischer Historiker
Johann Karl Friedrich Rosenkranz (1805–1879), deutscher Philosoph
Moses Rosenkranz (1904–2003), deutschsprachiger Dichter
Peter Løvenkrands, dänischer Fußballspieler
Literatur
Daniel Tibi: Jesusgebet - Rosenkranz - Perlen des Glaubens. Eine
Einführung. Internet, 2006. URL:
<http://www.archive.org/download/jesusgebet_rosenkranz_perlen-des-glaubens/jesusgebet_rosenkranz_perlen-des-glaubens.pdf>
zum katholischen Rosenkranzgebet
Romano Guardini: Der Rosenkranz Unserer Lieben Frau - Gedanken über das Rosenkranzgebet, Würzburg, 1940
Leonard Holtz: Mysterium und Meditation. Rosenkranzbeten heute. Paulinus-Verlag, Trier 1976, ISBN 3-7902-0117-0
Heinrich Janssen: Perlen des Gebets. Der Rosenkranz, Hinführung
und geistliche Deutung. Herder, Freiburg i.Br. 2003 ISBN 3-451-28232-1
Johannes Paul II.: Rosarium Virginis Mariæ. Der Rosenkranz der
Jungfrau Maria, in: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz
(Hrsg.): Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 156, Bonn 2002
(online verfügbar in deutsch und latein)
Wilfried Kirsch: Handbuch des Rosenkranzes., Dom-Verlag, Wien 1950.
Karl Joseph Klinkhammer: Ein wunderbares Beten. So entstand der
Rosenkranz, Johannes-Verlag, Leutesdorf 1980, ISBN 3-7794-1158-X
Christoph Kühn: Der Rosenkranz nach Johannes Paul II. Eine
Darstellung der 20 Rosenkranzgeheimnisse / ill. von Gian C Olcuire,
Naumann, Würzburg, 2003, ISBN 3-88567-088-7
Rainer Scherschel: Der Rosenkranz – das Jesusgebet des Westens. Herder, Freiburg i.Br. 2. Aufl. 1982 ISBN 3-451-18396-X
Markus Weber (Hrsg.): Das Rosenkranzgebet. Gebetete Heilige Schrift.
Internet 2005. URL:
<http://www.rosenkranz-gebet.de/Rosenkranzgebet.pdf>
Urs-Beat Frei; Fredy Bühler (Hgg.): Der Rosenkranz. Andacht - Geschichte - Kunst. Bern, Benteli Verlag, 2003.
zum Christusrosenkranz
Rudolf Ehrat: Der Christus-Rosenkranz. In: Quatember 54 (1990), S. 86-90 (online verfügbar)
P. Fries: Der Christus-Rosenkranz im evangelischen Tagzeitenbuch - eine
Chance ökumenischer Spiritualität? In: Liturgisches Jahrbuch
55 (2005), S. 39-56
Martin Lätzel: Evangelischer Rosenkranz? Niedrigschwelliges
Angebot zum Kontakt mit Gott, in: Nordelbische Stimmen (2004), 11, S.
5-7, ISSN 0938-3697
Beda Müller: Der Rosenkranz. In: Quatember 54 (1990), S. 30-33 (online verfügbar)
Die Gebetsordnung des Christus-Rosenkranz auf der Website www.tagzeiten.de
zu den „Perlen des Glaubens“
Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Ev.-Luth.
Kirche (Hrsg.): Mit den Perlen des Glaubens leben, Lutherische
Verlagsgesellschaft, 2005 ISBN 3-87503-115-6
Zusammen mit diesem Buch wird auch eine Perlenkette geliefert.
zum islamischen Rosenkranz
Helga Venzlaff: Der islamische Rosenkranz, Steiner-Wiesbaden-GmbH, Stuttgart 1985 ISBN 3-515-04111-7
zum buddhistischen Rosenkranz
F. Fenzl: Der Jûzu – der Buddhistische Rosenkranz. Seine
Geschichte und kultische Bedeutung. In:Bodhi-Baum 3/1 (1978), S. 33-34
Quellen
↑ William of Malmesbury: Gesta Ponificum Anglorum, 1125, Rolls Series 311.
↑ Kath.net: Öffentliches Rosenkranzgebet an der Münchner Mariensäule 12. Oktober 2006
↑ Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariæ, Nr. 38.
↑ Luciano Bernardi u.a.: Effect of rosary prayer and yoga mantras
on autonomic cardiovascular rhythms: comparative study. In: British
Medical Journal 323 (2001), S. 1446-1449. (online verfügbar)
Vgl. auch diesbezüglichen Bericht bei nano online vom 21. Dezember 2001.
↑ Kath.net: Artikel Rosenkranz: Mehr als ein Psychotrick für Raucher-Aussteiger 1. August 2006
Vipassana
Vipassanā (Pāli) bzw. Vipaśyanā (Sanskrit) oder auch
"Einsichts-Meditation" bezeichnet eine Meditationstechnik, die einen
Geisteszustand kultiviert, der eine besondere Einsicht in innere
mentale Phänomene (Pali: dhammas) erlaubt. Es handelt sich um eine
der ältesten Meditationstechniken Indiens. Das Wort bedeutet
soviel wie "die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind".
Der Begriff Vipassanā wird auch für eine religiöse Bewegung
verwendet, die sich am Theravada Buddhismus orientiert und die
Meditationstechniken Vipassanā und Ānāpāna als Haupttechniken lehrt.
Als zentraler buddhistischer Text muss in diesem Zusammenhang die
Satipatthana Sutta genannt werden.
Etymologie
Vipassanā ist ein Pali-Wort, das sich aus dem Sanskrit-Präfix
"vi-" und der Verbalwurzel √paś herleitet. Es wird oft mit
"Einsicht" oder "Klarsicht" übersetzt, obwohl das Präfix
"ein-" auf eine Fehldeutung hinführen könnte; "vi" ist in den
indogermanischen Sprachen zu unserem "ent-" verwandt. Das "vi" in
vipassanā kann daher in Richtung auf "Entscheiden" oder "Entdecken"
interpretiert werden. Alternativ kann das "vi" auch als eine
Intensivierung verstanden werden und daher im Sinne von "Tief-Blicken"
oder "Tief-Sehen" verstanden werden. Für alle Fälle gilt: der
Begriff wird metaphorisch für eine besonders wirkungsvolle mentale
Selbstwahrnehmung verwendet.
Synonym für "Vipassanā" wird in Pali das Wort Paccakkha verwendet;
was mit "vor den Augen" übersetzt wird. Zu verstehen als "vor der
Sehwahrnehmung"; also hindeutet auf das unmittelbare
erfahrungsmäßige Schauen (Erkennen). Gegensätzlich
hierzu wird das analytische, argumentative, differenzierende Erkennen
verstanden.
Technik
Die Vipassana-Technik wurde in Indien um ca. 500 v.Chr. von Gautama,
dem historischen Buddha, "wiederentdeckt". Vipassana gehört zum
zentralen Bestandteil buddhistischer Meditationspraxis. Neben der
Geistesruhe-Meditation samatha, ist es vor allem die
Erkenntnis-Meditation (vipassana), die zur Erreichung Nirvanas
führt.
Die Meditationstechnik wird als "nicht-sektiererisch" bezeichnet, das
heißt sie ist vollkommen unabhängig von Glauben und
Weltanschauung und hat das Ziel, die Identifikation mit der Welt zu
überwinden und eine tiefgreifende letztendliche "Befreiung"
(Nibbana) herbeizuführen. Dabei geht es um die Auflösung von
geistigen Konditionierungen und Illusionen. Die Meditation besteht im
aufmerksamen Beobachten aller Daseinsphänomene, hierzu zählt
die Satipatthána vier Grundlagen der Achtsamkeit auf:
das Körperliche (káyánupassaná), Empfindungen am Körper (z.B. Kribbeln, Druck, Schmerz etc.)
Gefühle und Emotionen (vedanánupassaná),
Bewußtsein und Gedanken (cittánupassaná) und
Geistobjekte (dhammánupassaná).
Diese Ausgangspunkte der Achtsamkeit werden aufmerksam betrachtet. In
der Lehre Buddhas wird die gesamte Welt als nama und rupa erfahren,
d.h. "Geist und Körper" bzw. "Begriffe und Formen".
Nach der buddhistischen Lehre entstehen aus dem Achtfachen Pfad drei Tugenden:
Sila – (Pali: Shila) ethisches Verhalten
Samadhi – (Pali: samatta) Konzentration oder Kontemplation
Prajna – (Pali: Panna) umfassende, intuitive Weisheit
Alle zusammen sind die Voraussetzung für einen erfolgreichen
Fortschritt in der Vipassana-Meditation, aber werden auch gestärkt
als Ergebnis erfolgreicher Meditation.
Sila definiert sich aus 5 Verhaltensrichtlinien:
kein Lebewesen zu töten
nicht zu stehlen
keine sexuellen Verfehlungen zu begehen (z.B. Ehebruch) und die Lust der Sinne zu beschränken
nicht zu lügen
keine bewusstseinstrübende Mittel zu sich zu nehmen (z.B. Alkohol und andere Drogen)
Durch das Einhalten dieser Regeln wird zum einen vermieden, dass
anderen Schaden zugefügt wird. Zum anderen ist es ein
Selbstschutz, um den spirituellen Fortschritt nicht zu gefährden.
Eine geistige Läuterung ist nur möglich, wenn auf der Ebene
der Handlungen ethisches Verhalten praktiziert und damit ein
anhaltender Zustand der Reuelosigkeit erreicht wird. Ansonsten ist der
Geist zu erregt, zu unruhig und grob, um für die tief greifende
Arbeit Fortschritte zu machen.
Stufen
Als Ergebnis der kontinuierlichen neutralen Beobachtung aller geistigen
und körperlichen "Erscheinungen" durchläuft der Meditierende
je nach Ausdauer und Fortschritt verschiedene "Stadien"
(Vipassanâ-ñâna). Anhand dieser sieben
Erkenntnisstufen kann der geistige Fortschritt des Übenden von
erfahrenen Lehrern festgemacht werden.
Ziel
Das Ziel der Vipassana-Meditation ist es, sich von allen Anhaftungen,
an sowohl körperlichen, wie auch geistigen Empfindungen/Emotionen,
zu befreien. Nach der Philosophie des Vipassanas, ist sowohl das
Anhaften an Positivem wie an Negativem leidbringend. Wenn man am
Positivem anhaftet, so entsteht Sehnen nach diesem Zustand und Angst
vor dem Nicht-Vorhandensein. Bei negativen Empfindungen entsteht ein
"Vermeiden-Wollen". Beide diese Zustände bringen den Menschen aus
dem unvermitteltem Erleben des Hier und Jetztes heraus und erzeugen so
Leid. Das Ziel des Buddhismus ist es , sich aus dem Samsara und somit
aus dem Leiden zu befreien und Mitgefühl und Liebe für die
Welt zu entwickeln. Durch die intensive Betrachtung aller geistigen und
körperlichen Vorgänge erlebt der Meditierende eine
allmähliche Loslösung ("De-Identifikation") mit allen zuvor
als "Ich" und "Mein" betrachteten Vorgängen. Gipfelpunkt dieser
Erfahrung ist das im Regelfall nur Momente dauernde "Wegspringen",
"Verlöschen", das gemäß buddhistischer Lehre zu einer
völligen Befreiung vom Kreislauf der Geburten führt und als
"Nibbana" (Nirvana) bezeichnet wird.
Tradition
Die breit angelegte, von Laien wie Ordinierten verwirklichte
Achtsamkeits- bzw. Einsichtspraxis als der "Direkte Weg" zur Befreiung
(ein Zitat aus den ältesten Quellen zum Thema Achtsamkeit) spielt
im Buddhismus seit dem historischen Buddha eine zentrale Rolle. Sie ist
aber durch bestimmte spätere Entwicklungen – besonders
Ausprägung von Scholastik, Philosophie und Institutionalisierung,
in deren Rahmen Klöster entstanden sind und diese einen
Monopolanspruch auf den höchsten Befreiungsweg erhoben haben
– allmählich in den Hintergrund getreten.
Ab Ende des 19.Jahrhunderts ist das Vipassanâ (als die
Praxistradition einer methodisch entwickelten sehenden Achtsamkeit) im
Zuge einer großen Reformbewegung, die vor allem von Ledi Sayadaw
in Burma in Gang gesetzt worden ist, wieder breiter vermittelt worden.
Diese Reform knüpfte an den von Ordinierten wie Laien laut den
Reden des Buddha im Pali-Kanon breit verwirklichten Befreiungsweg der
Urgemeinde an. Die Reform wandte sich gegen 1) die kulturellen und
scholastischen Überformungen der Muttertradition Theravâda,
2) den Monopolanspruch der Klöster auf den höchsten
Befreiungsweg und 3) die christliche Missionierung im Rahmen der
britischen Kolonialherrschaft in Burma. Die befreiungspragmatische,
eine Befreiung im Leben bezweckende Praxislehre des Vipassanâ war
die buddhistische Antwort auf die Glaubensreligion der Kolonialmacht
und das Mittel, die burmesische Bevölkerung gegen die christlichen
Missionierungsversuche unempfänglich zu machen.
Infolge dieser Ausrichtung des Vipassanâ sind in ihm ebenfalls
die Glaubenselemente der Theravâda stark in den Hintergrund
getreten (etwa die Wiedergeburtslehre in einem wörtlichen Sinne).
Diese Skepsis gegenüber Glaubensreligion bedeutet eine weitere
Anknüpfung an die Lehre des historischen Buddha, die sich gegen
die spekulative Religion der Brahmanen und die Theorien der
Waldeinsiedler richtete. Aufgrund dieser Struktur der Praxislehre des
Erwachten – keine Glaubensreligion, Spekulation, Metaphysik oder
Philosophie und auch keine (als ein Extrem empfundene) Selbstkasteiung
oder Askese – gilt sie in der Buddhismuskunde als
„Erlösungspragmatismus“ (laut dem Indologie-Pionier
Erich Frauwallner). Der Buddha hat gelehrt: „Nur eines lehre ich,
jetzt wie früher: Das Leiden und das Ende des Leidens.“
Dieser Erlösungspragmatismus bedeutet auch der Dharma
(wörtlich „das, was trägt“), wie der Erwachte den
kulturübergreifenden, zeitlosen Befreiungsweg genannt hat.
Es gibt heute vier Hauptansätze der Achtsamkeits- oder
Einsichtspraxis Vipassanâ, die in weltweiter Hinsicht den
größten Einfluss haben. Es handelt sich um zwei
„technische“ Methoden aus Burma und zwei
„natürliche“ Ansätze aus Thailand.
Die beiden Technikmethoden sind:
1) Das Körperhineinkommen „Body Sweeping“ (in der
Tradition ihres Hauptvertreters U Ba Khin mit dessen prägendsten
Schülern Satya Narayan Goenka und Mother Sayama). Laut der
internen Statistik der von S. N. Goenka geführten, sehr
erfolgreichen Organisation (in ihr wird Body Sweeping etwa mit
„systematische Empfindungsbeobachtung“ wiedergegeben, nicht
mit der eigenen Übersetzung „Körperhineinkommen“)
fanden weltweit 2003 über 1.400 ihrer längeren Kurse statt
(primär handelt es sich um die einführenden Zehntageskurse).
Daran haben rund 82.000 Menschen teilgenommen (11% mehr als 2001).
Dieser Ansatz wird in rund 80 Ländern gelehrt, im
deutschsprachigen Raum an drei Zentren mit fast durchgehenden
Zehntageskursen. Die Verbreitungszahlen für 2004 liegen noch nicht
vor.
2) Das Benennen oder Etikettieren „Labelling“ (in der
Tradition ihres Hauptvertreters Mahasi Sayadaw mit dessen
Schülern). Für die Technikmethoden spielt der dritte Korb des
Pali-Kanons die Hauptrolle – die Psychologie und
Erkenntnistheorie, „Abhidhamma“.
Die beiden Naturansätze sind:
3) „Der Weg der Ordensgemeinschaft“ (in der Tradition ihres
Hauptvertreters Ajahn Chah), mit rund 500 Klöstern in Thailand
sowie einem größeren Zweig im Westen, in dem alleine
abendländische Männer und Frauen ordiniert sind. Hier spielt
der erste Korb des Pali-Kanons die Hauptrolle – die
Ordensdisziplin, "Vinaya".
4) „Die Natur-Methode oder die Leerheit aller Dinge“ (in
der Tradition ihres Hauptvertreters Ajahn Buddhadâsa mit dessen
Schülern, etwa Christopher Titmuss). Hier spielt der zweite Korb
des Pali-Kanons die Hauptrolle – die Reden des Buddha, "Suttas".
Alle früheren und jetzigen Vipassanâ-Meister, ob Ordinierte
oder Laien, sind in den buddhistischen Völkern Asiens besonders
populär. Ihre unterschiedlichen Praxisansätze werden der
Realität der unterschiedlichen Persönlichkeitstypen gerecht.
So richtet sich zum Beispiel 1) der Ansatz des Körperhineinkommens
des höchst pragmatischen U Ba Khin, welcher der Leiter der
Verwaltung Burmas nach der Kolonialzeit war, oder heute von S. N.
Goenka und Mother Sayama mit ihren zahlreichen Zentren an Menschen mit
einer starken Körper- bzw. Empfindungs-Anlage; 2) das
„Benennen“ des überaus gelehrten Mahasi Sayadaw an
Persönlichkeiten mit einer starken Anlage zum Denken; 3) der
„Weg der Klostergemeinschaft“ Ajahn Chahs an
gemeinschaftsorientierte Menschen mit einer ausgeprägten
Gefühls- oder Herz-Anlage und 4) die „Natur-Methode oder
Leerheit aller Dinge“ Ajahn Buddhadâsas an
Persönlichkeiten mit einer starken Anlage zur Intuition oder
Inspiration.
Neben diesen vier besonders prägenden
Vipassanâ-Ansätzen gibt es eine Reihe von weiteren Methoden,
die zwar in weltweiter Hinsicht nicht ähnlich einflussreich wie
die vorgenannten vier sind, aber die in ihren Entstehungsländern
trotzdem zum Teil sogar noch größere Bedeutung haben. (Laut
der Dissertation von G. Houtman – "The Tradition of Practice
among Burmese Buddhists", University of London, 1990 – gibt es
alleine in Burma mindestens 24 Vipassana-Ansätze.)
Weitere wichtige Naturansätze des Vipassana sind zum Beispiel:
1) „Berührung und Bewusstheit“ des burmesischen
Meisters Sunlun Sayadaw (ursprünglich ein einfacher Bauer, der
durch seine Einsicht berühmt geworden ist). Er nennt als
Schlüsselwort einer befreienden Praxis: „Mache Dir jede
Körperempfindung so bewusst, wie sie ist, ohne Namen; bis
bloß noch das reine Wissen im Empfinden selber
zurückbleibt“, dies heißt ohne Konzepte von sich und
anderen, wie „mein“ oder „Dein Körper“,
„Ich“ oder „ein Selbst“.
2) „Der Weg der Atemempfindungen im ganzen Körper“ des
thailändischen Waldmeisters Ajahn Lee. Er sieht als das Geheimnis
der Befreiung: „Das Atmen im Gespür halten“.
3) „Empfindungen an der Herz-Basis“ von Ajahn Dhammadaro
aus Thailand. Er lehrt als den Praxisweg zur inneren Befreiung, alle
Sinneserfahrungen allmählich als „Klare Empfindungen“
zu durchschauen, die „an der Herzbasis entstehen und
vergehen“.
Eine weitere wichtige, primär am Abhidhamma orientierte
Technikmethode stammt von Pa Auk Sayadaw aus Burma. Er lehrt die
klassischen Konzentrationsmethoden, um über diesen ebenfalls
möglichen Weg die befreienden Einsichten hervortreten zu lassen.
Im Westen gibt es seit den Sechzigern eine wachsende Zahl von
männlichen wie weiblichen Vipassanâ-Lehrenden (in
ungefähr gleichgewichtiger Aufteilung), die entweder die
traditionellen Methoden fortführen oder unterschiedliche
Vipassanâ-Ansätze verknüpfen (zum geringen Teil auch
mit anderen verwandten buddhistischen Praxismethoden, wie Joseph
Goldstein mit dem Dzogchen des tibetischen Buddhismus). Es gibt auch
viele Verbindungen des Vipassanâ mit der Psychologie und
verschiedenen Gebieten helfenden Engagements, zum Beispiel dem Einsatz
in Gefängnissen, der Drogenrehabilitation oder in der
Komplementärmedizin (vgl. dazu auch den nächsten Absatz).
Zusammenfassung
Vipassanâ ist der Überbegriff für die befreiende Praxis
einer sehenden Achtsamkeit, die vom historischen Buddha laut den Reden
des Pali-Kanons besonders betont worden ist. Es gibt unterschiedliche
moderne Vipassanâ-Ansätze. Manchmal wird die eigene Methode
als die wahre Überlieferung betrachtet. Dies steht im Widerspruch
zu den deutungsoffenen Beschreibungen, die in den grundlegenden
Achtsamkeitsreden des Erwachten bzw. den Hauptquellen des
Vipassanâ niedergelegt sind, besonders in der „Rede von den
Vergegenwärtigungen der Achtsamkeit“
(Satipatthâna-Sutta, siehe: Achtsamkeit) und der „Rede vom
Bewussten Ein- und Ausatmen“
(Ânâpânasati-Sutta). Aufgrund der hier beschriebenen,
relativ offen gehaltenen Methoden hat sich die große Zahl der
modernen Vipassanâ-Ansätze überhaupt erst entwickeln
können. Schon diese Tatsache lässt jeden Anspruch auf eine
überlegene Vipassanâ-Methode unbegründet erscheinen.
Außerdem gibt es eine Vielzahl von alten wie modernen Kommentaren
und Praxismanuals im Theravâda, die jene beiden Hauptreden
für eine befreiende Achtsamkeits- oder Einsichtspraxis
unterschiedlich interpretieren.
Was alle Ansätze gemeinsam haben, ist jedenfalls die methodische
Entwicklung einer schlichten Achtsamkeit für die
vergänglichen Prozesse von Körper und Geist, um
aufzuhören, die Dinge unbewusst zu „ergreifen“ (bzw.
sich mit ihnen in dem Glauben zu identifizieren, dass sie wahrhaft
„Ich“, „mein“ oder „mein Selbst“
seien).
Das Vipassanâ unterscheidet sich von einer Glaubensreligion, da
das Vipassanâ eine besonders ausgeprägte Praxistradition
ist, die von kulturbedingten Formen weitgehend frei ist. Diese
Einstellung dient auch der Abgrenzung gegenüber anderen
Meditations- und Glaubenssystem, die in den Ursprungsländern
mannigfach vorhanden sind. Die grundsätzliche
Vipassanâ-Methodik der systematischen Bewusstwerdung der
natürlichen Gegebenheiten bzw. fortwährend entstehenden und
vergehenden Phänomene (im Unterschied zu den vom Geiste gemachten,
konzeptuellen, lediglich vor-gestellten und folglich relativ
„statischen“ Gegebenheiten) findet in unterschiedliche
moderne Kontexte Eingang, zum Beispiel in moderne
Achtsamkeitstherapien, neue psychologische Theorien, vielfältige
esoterische Strömungen oder ein reformiertes Christentum.
Die behaupteten Wirkungen von Vipassanâ sind in vielen
standardisierten Untersuchungen bewiesen worden. Anhänger
verweisen auf die hohe Zahl an Kursteilnehmern und renommierte
Mediziner, die die Wissenschaftlichkeit der Methode beweisen sollen.
Der amerikanische Medizinprofessor John Kabat-Zinn etwa hat die
größten Vipassanâ-Ansätze in Form seines sehr
erfolgreichen komplementärmedizinischen Anti-Stressprogramms
(MBSR) umgesetzt, das in den USA an Hunderten von Kliniken und
Gesundheitszentren und auch zunehmend in Deutschland eingesetzt wird.
Für die Vipassanâ-Retreats gelten im Allgemeinen
Verhaltensregeln, die optimale Bedingungen für eine konzentrierte
Meditationspraxis schaffen. Diese Regeln orientieren sich an den
Verhältnissen in den buddhistischen Klöstern und haben zum
Zweck, deren günstige Praxisbedingungen auf die zeitlich
begrenzten Retreats für Laien zu übertragen. Auf diese Weise
wird auch den Laienpraktizierenden möglichst weitgehende Resultate
ermöglicht.
Die buddhistische Tradition der Achtsamkeits- oder Einsichtspraxis
Vipassanâ ist entsprechend dem frühbuddhistischen
Selbstverständnis bzw. der Lehre des Erwachten zurückhaltend.
Sie tritt zum Beispiel kaum aktiv werbend in die Öffentlichkeit.
Trotzdem wächst sie stark, weil sich ihre Wirkungen herumsprechen.
Sie ist heute neben dem Zen und dem tibetischen Buddhismus die dritte
Haupttradition des Buddhismus im Westen. „Komm und sieh für
Dich selbst“, hat der Buddha laut den ältesten Quellen
betont.
In der Vipassanâ-Tradition wird das traditionelle Spendenprinzip
„Dâna“ auch wieder abhängig von der Gruppierung
mehr oder weniger streng beachtet. Westlich orientierte Kurse verlangen
Kursgebühren, in stark traditionellen Richtungen wird
ausschließlich „Dâna“ gezahlt – man gibt,
was man kann oder will. Begründet wird dieses Prinzips damit,
möglichst vielen, also unabhängig von deren finanzieller
Lage, Zugang zu einer befreienden Praxis zu eröffnen. Dies sei
auch im Sinne der Vorgaben des historischen Buddha und wende sich auch
gegen moderne Marktprinzipien oder Gewinninteressen, die angesichts der
„preislosen“, selbstlosen Lehren des voll erwachten
Weltlehrers nicht am Platze seien.
Literatur
Hans Gruber: Kursbuch Vipassana (ISBN 3-596-14393-4) (Unterscheidet die 4 Hauptrichtungen des Vipassana)
Hart, William: Die Kunst des Lebens – Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka (ISBN 3-423-34338-9)
von Allmen, Fred: Die Freiheit entdecken (ISBN 3924195552)
von Allmen, Fred: Mit Buddhas Augen sehen (ISBN 3-89620-106-9)
Sayadaw U Pandita: Im Augenblick liegt alles Leben – Buddhas Weg der Befreiung (ISBN 350261024X)
Buddhadasa Bhikkhu: Anapanasati – Die sanfte Heilung der spirituellen Krankheit (ISBN 3831132712)
Jack Kornfield: Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens (ISBN 3453872819)
Sayagyi U Ba Khin: Das ist Buddhismus (ISBN 3-85681-426-4)
Joseph Goldstein: Ein Dharma (ISBN 3-442-21657-5)
Ñānārāma Mahāthera. Die Sieben Betrachtungen. Bestellung über Web-Shop DBU. [http:/www.buddhismus-deutschland.de]
Mahathera Henepola Gunaratana: Die Praxis der Achtsamkeit (ISBN
3-921508-77-0) (Eine Einführung in die Vipassana-Meditation)
Physiologische Wirkung
Regelmäßige Meditation wirkt beruhigend und wird in der
westlichen Medizin als Entspannungstechnik empfohlen. Die Wirkung, der
meditative Zustand, ist neurologisch als Veränderung der
Hirnwellen messbar. Der Herzschlag wird verlangsamt, die Atmung
vertieft, Muskelspannungen reduziert.
Das Mind and Life Institute ist unter Mitwirkung anerkannter
Wissenschaftler mit dem Versuch befasst, die Wirkung von Meditation auf
das Gehirn zu untersuchen, und umgekehrt.
Meditationszentrum
Es handelt sich um einen Begriff aus dem westlichen Kulturkreis. Ein
Teil der in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. gegründeten
New-Age-Zentren verfügt über ein Gemeinschaftsgebäude
oder einen zentralen Versammlungsraum, der bei religiös und/ oder
spirituell ausgerichteten Gemeinschaften und Gruppen bzw. im Falle von
Ashrams entweder auch oder ausschließlich als Meditationszentrum
genutzt wird. Für eine wechselnde Nutzung mit eingeschobenen
Meditationszeiten steht beispielhaft die Universal Hall in der
schottischen Findhorn Foundation, für eine ausschließlich
meditative Nutzung in absoluter Stille steht der Matrimandir im
südindischen Auroville.
Quellen
↑ Schiller, Paul Eugen: Der anthroposophische Schulungsweg. Ein Überblick. Dornach 1979, ISBN 3-7235-0272-5
↑ Ausführliche Darstellung in: Steiner, Rudolf: Wie erlangt
man Erkenntnisse der höheren Welten? Dornach 1992, ISBN
3-7274-0100-1
Literatur
Naranjo, Claudio; Ornstein, Robert, E.: Psychologie der Meditation, Fischer 1976, ISBN 3-436-02388-4
Taisen Deshimaru-Roshi: Za-Zen. Die Praxis des Zen. 5. Aufl. Kristkeitz, Leimen 1991, ISBN 3-921508-11-8
Dalai Lama XIV.: Die Essenz der Meditation 1. Aufl. Heyn, April 2005, ISBN 3453700147
Kraft, Ulrich (2005): Meditation. Die neuronale Erleuchtung.
Regelmäßiges Meditieren verändert das Gehirn - und
damit auch, wie jemand denkt und fühlt. In: Gehirn & Geist,
Nr. 10, S. 12–17. Online verfügbar unter
http://www.gehirn-und-geist.de/artikel/837043, zuerst
veröffentlicht: 22. September 2005, zuletzt geprüft am 1.
November 2006.
Sakyong Mipham (Vorwort von Pema Chödrön): Wie der weite Raum. Die Kraft der Meditation, dtv 2005
Piron, Harald: Meditation und ihre Bedeutung für die seelische Gesundheit. 2003 Oldenburg: Bis.
Schiller, Paul Eugen: Der anthroposophische Schulungsweg. Ein Überblick. Dornach 1979, ISBN 3-7235-0272-5
Wilfried Huchzermeyer: Das Yoga-Wörterbuch. Sanskrit-Begriffe,
Übungsstile, Biographien. edition sawitri 2006, ISBN 3-931172-25-2
Paramhans Swami Maheshwarananda: Yoga im täglichen Leben - Das System. Ibera (2000) ISBN 3-85052-009-9
Jon Kabat-Zinn: Gesund durch Meditation, 10. Auflage 2003, Verlag O.W. Barth, ISBN 3-502-62332-5
Jon Kabat-Zinn: Im Alltag Ruhe finden, Das umfassende praktische Meditationsprogramm, ISBN 3-451-05132-X
Jon Kabat-Zinn: Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit., 1. Auflage 1999, Arbor-Verlag, ISBN 3924195579
Weblinks
Commons: Meditation – Bilder, Videos und Audiodateien
Dalai Lama: Mehr Licht im Labor! Über Meditation - Dalai Lama in einem Beitrag der zeit.de/2005/38
bio.com: Meditation Associated with Increased Grey Matter in the Brain
(engl.) - Bericht über eine in NeuroReport (16: 1893-1897, 2005)
veröffentlichte Studie über die durch Meditation vermittelte
Dickenzunahme bestimmter kortikaler Regionen des Gehirns
Die buddhistische Satipatthāna-Methode
Informationen und Forschung zu Achtsamkeit und Achtsamkeitsmeditation
Society Meditation / Research
Weiterführende Informationen über Meditation
Ich wünsche Euch viel Kraft, Licht und Liebe.
Meditation macht gesund
Eure

Von http://de.wikipedia.org/wiki/Meditation
Das Copyright und die Urheberrechte liegen bei den jeweiligen Autoren & Verlagen!
©
