Meditation


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Meditation

(lat. meditatio = „das Nachdenken über“; auch in der Bedeutung „zur Mitte ausrichten“ von lat. medius = „die Mitte“) ist eine in vielen Religionen und Kulturen geübte grundlegende religiöse oder spirituelle Praxis. Durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen soll sich der Geist beruhigen und sammeln. Insbesondere in östlichen Kulturen ist sie eine zentrale religiöse und (bewusst oder unbewusst) bewusstseinsverändernde Praxis. Ein regelmäßig praktizierter Rückzug der Sinne, etwa bei kontemplativem Sitzen oder Gehen, übt in eine ständige bewusste Haltung ein. Hilfreich sind Wahrhaftigkeit und Gewaltfreiheit, die in den Vier edlen Wahrheiten und als Achtfacher Pfad beschrieben sind. Ziel sind Stille oder innere Leere, ein Zustand frei von Gedanken, oft verbunden mit einem Gefühl von Eins-Sein. Ziel vieler spiritueller Richtungen ist die Erleuchtung.

In westlichen Ländern wird die Meditation oft als Entspannungsmethode, zur Stressbewältigung und zur Unterstützung des allgemeinen Wohlbefindens praktiziert.

 

Religiöse Wurzeln

Meditative Praktiken sind ein wesentlicher Bestandteil vieler Religionen. Besonders im Hinduismus, Buddhismus und Taoismus besitzt die Meditation eine ähnliche Bedeutung wie das Gebet im Christentum (vgl. auch Kontemplation) oder Islam. Als organisierte Überlieferung lässt sich die Meditation am weitesten zu den Upanishaden und in der buddhistischen Tradition in Indien zurückverfolgen. Als Jhana (Sanskrit dhyana) werden verschiedene Techniken und Zustände der Versenkung beschrieben, worauf sich heute u. a. das chinesische Chan und das japanische Zen zurückführen lassen. Eine vielfältige und traditionsreiche Form der Meditation entwickelte sich daneben im indischen Yoga (Vorstufe ist die Konzentration. Insbesondere die Sutren im Raja Yoga prägen bis heute viele Techniken wie den Umgang mit dem Atem im Pranayama und die systematische Einteilung der mit der Meditation in Zusammenhang gebrachten Bewusstseinszustände. Innerhalb dieser Traditionen werden mit der Meditation ausnahmslos spirituelle Ziele verfolgt.

In den mittelalterlichen Klöstern des Christentums wurden die „geistlichen Übungen“ meditatio (gegenständliche Betrachtung) und contemplatio (gegenstandfreie Anschauung, Kontemplation) zur Sammlung des Geistes überliefert. Besonders in den mystischen Traditionen sollte damit der Verstand und das Denken zur Ruhe kommen, um den „einen Urgrund“ freizulegen. Standardisierte Elemente einer meditativen Praxis finden sich bis heute auch in des Exerzitien von Ignatius von Loyola oder einiger benediktischer und franziskanischer Traditionen.


Techniken

Man kann die Meditationstechniken grob in zwei Gruppen einteilen:

in die passive (kontemplative) Meditation und
die aktive Meditation.

Unter Meditation versteht man im Westen auch eine absichtslose Konzentration auf eine Tätigkeit oder einen Gegenstand. Die Konzentration ergibt sich als Folge der Versenkung - der Verstand steuert nicht. Die Tätigkeit kann aktiv manipulierend sein oder innere Kontemplation eines Gegenstandes oder einer Idee. Wesentlich ist in jedem Fall ein Zustand der „entspannten Aufmerksamkeit“; eine Umgebung ohne Störreize bzw. die Fähigkeit, seine Sinne ruhen zu lassen, sind förderlich. Vielfältige Ziele können verfolgt werden. Der Gegenstand der Meditation kann beinahe beliebig sein, so dass sich auch Musizieren oder sogar einfache, d. h. nicht Aufmerksamkeit fordernde Arbeiten auf meditative Art ausführen lassen. Einige der bekanntesten Meditationstechniken beziehen sich auf den Atem, die Beobachtung des Atems (Zen-Meditationstechniken, Yoga), andere wiederum, wie in der christlichen Tradition verankerte, auf das Gehen (z. B. Sankt-Jakobsweg in Spanien) oder das Arbeiten („ora et labora“). Eine Meditationstechnik kann allein oder in einer Gruppe unter Anleitung stattfinden.


Meditativer Zustand

Der Begriff Meditation wird auch als Beschreibung eines Zustands benutzt. Je nach Art der Meditation handelt es sich dabei um Versenkung oder auch um Trance oder Ekstase.

Im älteren dt. Sprachgebrauch bezeichnet „Meditation“ einfach ein Nachdenken über ein Thema oder die Resultate dieses Denkprozesses.


Nach Reizen


Stille- oder Ruhemeditation

Stille- oder Ruhemeditation versucht, nicht nur die Wahrnehmung von Reizen, sondern jegliche gedankliche Aktivität auf ein Mindestmaß zu reduzieren. In der Einsichtsmeditation, welche auch eine Kontemplation sein kann, wird der Geist auf ein Objekt gerichtet, um Erfahrungen oder Erkenntnisse über es Objekt zu erlangen.

Im allgemeinen Sprachgebrauch meint das Wort Meditation oft nur die passive Form ohne äußere Reize; andere Formen werden dann meist als Rituale, Übungen oder ähnliches beschrieben.


Entheogene Meditation
Manche Kulturen setzen auch bewusstseinserweiternde Drogen (entheogene Substanzen) zur Meditation ein. Die Einnahme einer Droge allein führt im Allgemeinen nicht zu einem meditativen Zustand – hierzu ist auch eine spirituelle Haltung notwendig. Auch ist es bei vielen dieser Praktiken unklar, ob sie noch unter den Begriff der Meditation zu fassen sind.

Das Spektrum der verwendeten Substanzen ist sehr breit, und auch die erzielte Wirkung je nach Art und Dosis der Droge recht unterschiedlich. Es beginnt bei leichten Stimulanzien, wie zum Beispiel dem im Katholizismus verwendeten Weihrauch, oder Räucherstäbchen im Yoga - geradezu suchtgefahrfreie, eher rituelle (seriöse) Praktiken. Psychotrope Substanzen wie Cannabis setzen vor allem die Rastafari zu religiösen und meditativen Zwecken ein. Auch nordamerikanische Indianer wenden bei dem Schwitzhüttenritual zum Teil psychoaktive Pflanzen an. Starke Halluzinogene werden vor allem in schamanistisch geprägten Kulturen benutzt, um, meist in Verbindung mit einem Tanz oder ähnlichem Ritual, in einen Trancezustand einzutauchen. Siehe auch Psycholytische Psychotherapie.


Musik
Viele Schulen verwenden rhythmische Klänge und Musik, um die Meditation zu erleichtern. In der christlichen Tradition sind das insbesondere Choräle, aber auch das Rosenkranzgebet kann ähnlich einem Mantra meditativ sein. Im Hinduismus und Buddhismus werden sowohl Mantren entweder lautlos, leise gesprochen oder als Gesänge (Chanting) benutzt. Die Gospels der Christen sind im Allgemeinen keine musikalischen Meditationen, da sie zwar Gesang beinhalten, aber hauptsächlich der Bestätigung des eigenen Glaubens dienen und zur Aufhellung der Stimmung beitragen. In einigen Formen kann der Gospelgesang aber durchaus zu einem Trancezustand führen.


Körperliche Tätigkeit


Tanz
Eine der aktiven Formen ist die durch Tanzen unterstützte Meditation - vor allem in der orientalischen Tradition (z. B. der Derwisch-Tanz und Dhikr im Sufismus, der islamischen Mystik) und bei vielen Naturvölkern zu finden (siehe Trancetanz). Hierbei werden meist sehr monotone Tanzbewegungen über lange Zeit ausgeführt, oft verstärken ein schneller Trommelrhythmus oder Schellen oder Rasseln, die die Tänzer selbst tragen. Die Technik ermöglicht, einen tranceartigen Bewusstseinszustand zu erreichen. Ob solche Methoden noch unter den Begriff der Meditation fallen, entscheidet die Absicht der Tänzer. In diesem Sinn sind heutige Techno-Raves eher selten als Meditation zu betrachten. Die Musik besteht im Wesentlichen aus schnellen, wiederkehrenden Rhythmen, und auch hierbei werden monotone Tanzbewegungen teils stundenlang ausgeführt.


Geh-Meditation
Häufig dient auch eine körperliche Tätigkeit als ein Fokus einer Meditation. Die einfachste Tätigkeit, die so benutzt wird, ist wohl das Gehen, das sowohl in der christlichen Kultur (bei verschiedenen Mönchsorden etc.) als auch in der fernöstlichen z. B. im Zen (dort bekannt als Kinhin) Anwendung findet.


Yoga
In der Tradition des Yoga unterstützen verschiedene Körperhaltungen und -übungen, Atemtechnik, sowie Fasten und andere Arten der Askese die Meditation. Im Raja Yoga gelten Pratyahara (Zurückziehen der Sinne) und Dharana (Konzentration) als Vorstufen der Meditation (Dhyana). Im Zen-Buddhismus hingegen können ganz unterschiedliche Tätigkeiten Gegenstand der Meditation sein, wie z. B. das Blumenbinden (Ikebana), die Kalligraphie (Shodō) oder das Bogenschießen (Kyūdō).


Kampfkunst
Auch Kampfkünste können Gegenstand und Vehikel der Meditation sein: Besonders in den daoistischen Traditionen der inneren Kampfkünste (z. B. Taijiquan) spielt der meditative Aspekt eine große Rolle. In manchen Stilen tritt dabei der kämpferische Ursprung fast völlig zurück. Auch in vielen der äußeren Kampfkünsten werden meditative Praktiken geübt.


Tantra
Tantra hat seine Wurzeln in hinduistischen und buddhistischen Traditionen, es ist die Lehre des Flusses der Shakti oder auch des Chi, wie es später der Daoismus bezeichnet. Tantra ist ein mystischer Einweihungspfad, in dessen Meditationen mit der Visualisierung verschiedener Gottheiten und der Rezitation von Mantren gearbeitet wird. In den höheren Tantras können auch Rituale unter Einbeziehung der Sexualkraft mit einem Partner praktiziert werden, wo Sexualität auch als die Urquelle der Lebenskraft (Shakti) eingeschätzt wird. Spezielle innere Haltung sowie Atem- und Energietechniken könnten über ekstatische Erfahrungen während der sexuellen Vereinigung von Mann und Frau zu spiritueller Entwicklung führen. Dieses vage Wissen über solche Praktiken führte zu dem heute vor allem bekannten Neo-Tantra, welches eher als sexualtherapeutische Arbeit bezeichnet werden kann.


Aktive Meditation (Osho)
Bhagwan Shree Rajneesh hat in seinem Ashram in Poona (1970) auf den westlichen Menschen zugeschnittene Meditationstechniken entwickelt. Vor der eigentlichen Meditationsphase werden durch aktive Bewegung und verstärkte Atmung seelische und körperliche Spannungen abgebaut. Bekannt sind die Dynamische Meditation, die Kundalini-Meditation, die Nataraj-Meditation und die Nadabrahma-Meditation.


Weitere Meditationstechniken


Transzendentale Meditation
Transzendentale Meditation (TM) ist ein Lehre von Maharishi Mahesh Yogi und ist im Westen seit den 1960er Jahren verbreitet. Die Bewegung ordnet sich selbst keiner der anderen Religionen zu.


Meditation in der Anthroposophie
Meditation ist auch ein wesentlicher Bestandteil des anthroposophischen Schulungswegs. Nachdem sich zunächst alle Kräfte auf einen seelischen Inhalt konzentriert haben (Vorbereitung), besteht hier die eigentliche Meditation darin, sich diesem Inhalt ganz hinzugeben, sich in ihn zu versenken: Ziel ist, das Bewusstsein von seiner Verstrickung an den Alltag zu lösen, damit es sich nach und nach rein seelischen und rein geistigen Gegebenheiten zuwenden kann. Insofern unterscheidet sich dieser Meditationsbegriff wenig von dem aus Yoga und Buddhismus oder von der christlichen Mystik her bekannten [1].

Wichtig ist aber, dass hier großer Wert auf die Vorbereitung zu legen ist. Das Wesentliche ist dabei die Ausbildung und Pflege eines klaren Denkens. Es wird deshalb vermieden, Meditationsinhalte zu verwenden, die nicht vorher klar verstanden wurden. Solche Inhalte können sein: Vorstellungen, Gefühle, Sätze ("Mantren"), Symbole u. ä. Vorbereitend und unterstützend werden die Meditationen begleitet von sogenannten Nebenübungen und weiteren Übungen [2].


Weitere Formen

Jesusgebet


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Das Jesusgebet, auch Herzensgebet genannt, ist ein besonders in der Orthodoxen Kirche weit verbreitetes Gebet, bei dem ununterbrochen der Name Jesu Christi angerufen wird. Damit wird der Aufforderung „Betet ohne Unterlass!“ (1. Thessalonicherbrief Kapitel 5, Vers 17) des Apostels Paulus genüge getan. Im Hesychasmus und anderen Meditationsformen der Ostkirchen nimmt dieses Gebet eine zentrale Stellung ein, ebenso in der Spiritualität der Kartäuser.

Verrichtet wird das Jesusgebet üblicherweise an einer Gebetskette, griechisch Komboskini und russisch Tschotki genannt, die aus 30, 33, 50, 100 oder mehr Knoten besteht. Die geschlossene Schnur steht als Zeichen für das nie endende monastische Gebet. Sie wird verwendet, weniger, um die Gebete zu zählen, sondern als Hilfe zur Konzentration und für einen gleichmäßigen Rhythmus. In der orthodoxen Kirche erhalten die Mönche und Nonnen eine solche Gebetskette zur Profess.

Geschichte
Die Geschichte des Jesusgebetes lässt sich in drei Phasen unterteilen.

Seine Anfänge reichen bis in die Zeit des frühen östlichen Mönchtums zurück. Dort wurden kurze Bibelzitate, oft Psalmverse, meditiert, also immer wieder wiederholt, teilweise laut ausgesprochen, teilweise innerlich rezitiert. Mit der Zeit wurde es üblich, statt der Bibelzitate den Namen Jesus zu rezitieren. Die Form Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner ist bereits für das 6. Jahrhundert belegt. Dabei geht der Ursprung auf den blinden Bettler Bartimäus aus Jericho zurück: Jesus, Sohn Davids, erbarme dich meiner (überliefert bei den Synoptikern, z. B. Markus 10,47).

Die zweite große Phase in der Geschichte des Jesusgebetes ist der Hesychasmus, der im 12. Jahrhundert auf dem Berg Athos praktiziert wurde. Das Jesusgebet wurde hier beim bewussten Sitzen in der Stille im Rhythmus von Atmung und Herzschlag rezitiert. 1782 gab von dort der Mönch Nikodemos die Philokalie, eine Sammlung von Zitaten geistlicher Schriftsteller über das Jesusgebet, heraus.

Die dritte Phase in der Geschichte des Jesusgebetes beginnt im 16. Jahrhundert in Russland, wo es bis ins 18. Jahrhundert hinein eine große Blütezeit erlebte. In Russland entstand Ende des 19. Jahrhunderts ein Buch mit dem Titel Aufrichtige Erzählungen eines Pilgers, seinem geistlichen Vater mitgeteilt, das in viele Sprachen übersetzt wurde und so die Tradition des Jesusgebetes weltweit verbreitete, auch im deutschsprachigen Raum, wo es unter dem Titel Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers erschien. Insbesondere durch dieses Buch fand das Jesusgebet Anhänger in allen christlichen Konfessionen, sodass heute schon von einer „Ökumene des Jesusgebetes“ gesprochen werden kann.


Gebetstext 
Es gibt keinen einheitlichen Gebetstext. Stets wird der Name Jesu angerufen. Mögliche Formulierungen sind:

Herr Jesus Christus.
Jesus Christus.
Jesus.
Christus Jesus
Nach der Anrufung des Names Jesu kann eine Erbarmungsbitte angeschlossen werden. Mögliche Formulierungen sind:

Herr Jesus Christus, erbarme dich meiner.
Herr Jesus Christus, (du) Sohn Gottes, erbarme dich meiner.
Herr Jesus Christus, (du) Sohn Gottes, hab Erbarmen mit mir (Sünder).
Statt der Erbarmungsbitte kann auch eine Bitte um Hilfe geäußert werden. Mögliche Formulierungen sind:

Herr Jesus Christus, steh' mir bei.
Herr Jesus Christus, (du) Sohn Gottes, steh' mir bei.
Heiligstes Herz Jesu, sei meine Rettung.
Diese kurzen Wiederholungen erinnern an ein Mantra.


Einübung 
Die Praxis des Jesusgebetes kann auf der Grundlinie geschehen, die schon die Kirchenväter vorgegeben haben: Dabei geht es darum, sich zu bemühen, "rein und ununterbrochen betend den Atem durch die Nase ins Herzinnere einzuführen" (Rosenberg, S. 128) und sich dabei einzig auf die Worte des Gebetes zu konzentrieren, sie zu meditieren und im Denken zu umkreisen.

Traditionell (nach dem Vorbild des russischen Pilgers) erfolgt die Einübung in drei Schritten, die bei den meisten Menschen jeweils mehrere Jahre dauern werden:

Häufiges mündliches Rezitieren,
innerliches Beten und
selbständiges Beten im Rhythmus von Atmung und Herzschlag.

Mündliches Rezitieren 
Zur Einübung sollte eine aufrechte Sitzposition, auf einer Meditationsbank oder einem Stuhl eingenommen werden. Um Einseitigkeiten und Verfälschungen der Übungsidee zu vermeiden, ist es sinnvoll einen Lehrer oder spirituellen Ratgeber hinzuzunehmen, der schon Erfahrung damit hat; dabei muss es sich nicht unbedingt um einen Priester oder Mönch handeln.

Im ersten Schritt wird der Gebetstext sehr häufig laut gesprochen oder zumindest mit den Lippen geformt. Das Gebet wird dabei zunächst dreitausendmal am Tag gesprochen – an einem Rosenkranz abgezählt oder noch besser, da kein störendes Klickern entsteht, an einer Knotenschnur –, dann sechstausendmal, dann zwölftausendmal und schließlich sooft wie möglich. Dieses bewusste häufige Sprechen des Gebetes in der ersten Phase dient der Verinnerlichung. Man kann auch mit einer kleineren Zahl beginnen, sollte anfänglich auch nicht zu schnell steigern, da sich sonst beim Übenden leicht extremer Überdruss und geistliche Leere einstellen kann und die Übung dann abgebrochen wird; so haben schon einige Leute ihren ganzen Glauben verloren. Man muss auch darauf achten, andere Aspekte des Lebens, wie etwa Arbeit und tätige Nächstenliebe, nicht wegen der Übungen zu vernachlässigen.


Inneres Gebet 
Im zweiten Schritt wird das Gebet zum inneren Gebet. Nun kann bewusst auf die Atmung beim Gebet geachtet werden, also beim Einatmen etwa Herr Jesus Christus und beim Ausatmen erbarme dich meiner gebetet werden. Danach kann der Rhythmus des Herzschlags in das Beten einbezogen werden. Beim ersten Herzschlag wird Herr, beim zweiten Jesus, beim dritten Christus usw. gebetet. Die Koordination mit Atmung und Herzschlag sollte behutsam und am besten unter Anleitung (und Segnung) eines erfahrenen geistlichen Begleiters geschehen.


Beten im Rhythmus von Atmung und Herzschlag 
In der dritten Phase schließlich ist das Gebet so sehr verinnerlicht, dass es gleichsam automatisch mit jedem Atemzug oder Herzschlag gebetet wird. Nach langer Übung kommt es aus dem Unterbewusstsein hoch und anfangs ist man erstaunt, da man sich plötzlich innerlich beten hört, ohne das Gebet willentlich "angeschaltet" zu haben. Das Jesusgebet hat sich verselbständigt.


Heutige Formen der Einübung 
Moderne Lehrer des Jesusgebetes wie Jalics, Jungclaussen oder Maschwitz (s. Literaturliste) raten vom oben beschriebenen Zählen ab. Franz Jalics empfiehlt einen sanften und sehr soliden Weg. Zuerst führt er zur Wahrnehmung der Natur, um die Aufmerksamkeit auf das Göttliche zu erwecken. Anschließend führt er in die Wahrnehmung des Atems und der Hände, um das Jesusgebet körperlich zu unterstützen. Als Gebetswort dient ihm der Name "Jesus Christus", wobei "Jesus" mit dem Ausatmen und "Christus" mit dem Einatmen verbunden wird!


Gesundheitliche Aspekte des Jesusgebets 
Das British Medical Journal berichtete von einer Studie der Universität Pavia, bei der herausgefunden wurde, dass sich die Einübung eines Mantras positiv auf das Herz-Kreislauf-System ausübt. Durch den gleichbleibenden Gebetsrhythmus reduziert sich die Atemfrequenz auf etwa sechs Atmungen in der Minute.[1] Konzentration und innere Ruhe werden gefördert. Der Sportmediziner Prof. Dr. Gerd Schnack schreibt in seinem Buch Topfit durch Nichtstun (s. Literaturliste) zur Wirkung von Repetitivem Meditationstraining (RMT) - wozu er unter gesundheitlichem Aspekt auch das Jesusgebet zählt: "Fünf Minuten RMT haben einen stärkeren Wiederherstellungseffekt auf die körperliche Fitness als eine Stunde Erholung ohne RMT." Zur Entspannung für den Körper komme auch eine völlig neue Kreativität für den Geist.


Literatur 
Heinrich Bacht, «Meditari» in den ältesten Mönchsquellen, in : Geist und Leben 28 (1955), p. 360-373.
Heinrich BACHT, Das « Jesus-Gebet », seine Geschichte und seine Problematik, in : Heinrich BACHT, Weltnähe oder Weltdistanz ? (Frankfurt am Main, 1961), p. 141-162.
Heinz Biegling: Den Weg des Herzensgebetes gehen. Verlag Via Nova 1999 ISBN 3-928632-49-3
Klaus Dahme: Byzantinische Mystik. Ein Textbuch aus der "Philokalia", Bd. 1, Otto Müller Verlag, Salzburg 1989 ISBN 3-7013-0762-8
Klaus Dahme: Byzantinische Mystik. Ein Textbuch aus der "Philokalia", Bd. 2, Otto Müller Verlag, Salzburg 1995 ISBN 3-7013-0918-3
Matthias Dietz (Hrsg.): Kleine Philokalie. Betrachtungen der Mönchsväter über das Herzensgebet. Benziger Verlag, Zürich 1996 ISBN 3-545-20503-7
Aloysius GRILLMEIER, Das « Gebet zu Jesus » und das « Jesus-Gebet ». Eine neue Quelle zum « Jesus-Gebet » aus dem Weiben Kloster, in : After Chalcedon. Studies in theologoy and Church History offered to Prof. Albert van Roey for his seventieth birthday, coll. « Orientalia Lovaniensia Analecta » 18 (Louvain 1985) 187-202.
Antoine GUILLAUMONT, Une inscription copte sur la « Prière de Jésus », in Orientalia Christiana Periodica 34 (1968) ; reprint in : Antoine GUILLAUMONT, Aux origines du monachisme chrétien, coll. « Spiritualité Orientale » 30 (Abbaye de Bellefontaine, 1979), 169-183.
Antoine GUILLAUMONT, The Jesus Prayer among the Monks of Egypt, in : Eastern Churches Review 6 (1974) 66-71.
Sr. Michaela-Josefa Hutt: Heilung durch das Jesusgebet. Sr. Michaela-Josefa Hutt und FE-Medienverlag 2005 ISBN 3-928929-81-X
Schimonach Ilarion: Auf den Bergen des Kaukasus. Gespräch zweier Einsiedler über das Jesusgebet, Otto Müller Verlag, Salzburg 1991 ISBN 3-7013-0791-1
Franz Jalics: Kontemplative Exerzitien - Eine Einführung in die kontemplative Lebenshaltung und in das Jesusgebet. Echter Verlag, Würzburg 1994 (9. Auflage 2005) ISBN 3-429-01576-6
Franz Jalics: Der kontemplative Weg. Echter Verlag, Würzburg 2006 ISBN 3-429-02767-5
Emmanuel Jungclaussen (Hrsg.): Aufrichtige Erzählungen eines russischen Pilgers. Herder, Freiburg i.Br. 2000 ISBN 3-451-04947-3
Emmanuel Jungclaussen: Unterweisung im Herzensgebet. EOS, St. Ottilien 1999 ISBN 3-880-96454-8
Emmanuel Jungclaussen: Das Jesusgebet. Verlag Friedrich Pustet Regensburg 1994 ISBN 3-7917-0484-2
Emmanuel Jungclaussen/ Kallistos Ware: Hinführung zum Herzensgebet. Herder, Freiburg i.Br. 2004 ISBN 3-451-28389-1
Heinrich Michael KNECHTEN: Das Jesusgebet bei russischen Autoren, Studien zur russischen Spiritualität III. Spenner, Waltrop 2006 ISBN 3-89991-061-3
Emmanuel LANNE, La « Prière de Jésus » dans la tradition égyptienne. Témoignage des psalies et des inscriptions, in : Irénikon 50 (1977) 163-203.
Jean Lafrance: Das Herzensgebet. Schriften zur Kontemplation, Vier-Türme-Verlag Münsterschwarzach 1999 ISBN 3-87868-380-4
Jean-Yves Leloup: Das Herzensgebet, nach Starez Séraphim vom Berge Athos, Neumühle-Verlag Mettlach 1999 ISBN 3-927860-01-8
Rüdiger Maschwitz: Das Herzensgebet. Kösel, München 1999 ISBN 3-466-36534-1
Henri J. M. Nouwen: Ich hörte auf die Stille. Sieben Monate im Trappistenkloster, Herder Freiburg i.Br. 2001 (18. Auflage) ISBN 3-451-27478-7
Erich Puzik: Kleine Schule des inneren Betens. Johannes-Verlag, Einsiedeln 1975 ISBN 3-265-10162-2
Lucien Regnault, La prière continuelle “monologistos” dans la littérature apophtegmatique, in Irénikon 47 (1974) 467-493.
Lucien REGNAULT, Quelques apophtegmes arabes sur la « Prière de Jésus », in : Irénikon 52 (1979) 344-355.
Alfons Rosenberg (Hg.): Das Herzensgebet. Mystik und Yoga der Ostkirche. Die Centurie der Mönche Kallistus und Ignatius, München/Planegg 1955
Samir Khalil SAMIR, s.j., Un testo della Filocalia sulla preghiera di Gesù in un manoscritto arabo-copto medievale, in : Amore del bello. Studi sulla Filocalia (Magnano : Ed. Qiqajon, Comunità di Bose, 1991, ISBN 88-85227-29-5), p. 209-239.
Samir Khalil SAMIR, « Un texte de la Philocalie sur la “prière à Jésus” dans un manuscrit arabo-copte médiéval », in : Proche-Orient Chrétien 43 (1993) 5-38.
Gerd Schnack, Hermann Rauhe: TOPFIT durch Nichtstun. Kösel München 2001 ISBN 3-466-34446-8
Igor Smolitsch: Leben und Lehre der Starzen. Die spirituellen Meister der russisch-orthodoxen Kirche. Herder, Freiburg i.Br. 2004 ISBN 3-451-05475-2
Archimandrit Sophronius: Starez Siluan. Mönch vom Berg Athos. Band 1, Sein Leben und seine Lehre. Patmos, Düsseldorf 1980, ISBN 3-491-77345-8 (Vgl. biograph. Notiz im Artikel "Starez")
Archimandrit Sophronius: Starez Siluan. Mönch vom Berg Athos. Band 2, Die Schriften. Patmos, Düsseldorf 1981, ISBN 3-491-77346-6
Starez Theophan: Schule des Herzensgebetes. Otto Müller Verlag, Salzburg 1989 ISBN 3-7013-0687-7
Daniel Tibi: Jesusgebet - Rosenkranz - Perlen des Glaubens. Eine Einführung. Internet, 2006. URL: <http://www.archive.org/download/jesusgebet_rosenkranz_perlen-des-glaubens/jesusgebet_rosenkranz_perlen-des-glaubens.pdf>

Quellen 
Luciano Bernardi u.a.: Effect of rosary prayer and yoga mantras on autonomic cardiovascular rhythms: comparative study. In: British Medical Journal 323 (2001), S. 1446-1449. (online verfügbar)
Vgl. auch diesbezüglichen Bericht bei nano online vom 21. Dezember 2001.

Weblinks 
Das Jesusgebet als geistlicher Weg von Abt Emmanuel Jungclaussen
Die ganze Bibel in einem Gebet
Von der Kraft des ostkirchlichen Jesusgebets (1)
Von der Kraft des ostkirchlichen Jesusgebets (2)
Die Entdeckung der Gegenwart
Das kontemplative Gebet
Das Herzensgebet
Praktische Einführung in das Herzensgebet von Dr. Udo Hofmann
Der russische Pilger und das Herzensgebet
Von http://de.wikipedia.org/wiki/Jesusgebet

Mantra

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Mantra (sanskrit, m., मन्त्र, mantra, wörtl.: "Instrument des Denkens, Rede") bezeichnet eine meist kurze, formelhafte Wortfolge, die oft repetitiv rezitiert wird. Diese Wiederholungen des Mantras oder des Namens einer Gottheit werden manchmal auch Japa genannt. Mantren können entweder sprechend, flüsternd, singend oder in Gedanken rezitiert werden. Im Hinduismus, im Buddhismus und im Yoga ist das Rezitieren von Mantren während der Meditation sowie im Gebet üblich.

Mantras sind funktional gleichwertig mit Zaubersprüchen in der Magie (cf. McBride 2003a,b: 511); in den Veden und eigentlich den meisten Überlieferungen trifft man auf solchen Sprachgebrauch (cf. 'Merseburger Zaubersprüche'). In beiden Fällen wird bestimmten Sätzen, oft in einer sakralen Sondersprache (hebräisch, lateinisch, sanskrit), eine performative Funktion zugeschrieben. Der Unterschied zwischen Mantras, Dharanis (skt. Dhāraṇī, cf. McBride 2003a: 216) und anderen Rezitationstexten ist fließend, Mantras (meist Einzelsätze oder einfache Benennungen) und 'kondensierte' kurze Texte lassen sich in der Regel auf ausführlichere Texte (und ausführliche Bedeutungen) zurückführen; das Rezitieren von Titeln, Namen und heiligen Silben steht für umfassende Bedeutungskomplexe (cf. Tanabe 2003: 136ff.).


Mantren im Hinduismus 
Das Rezitieren eines Mantras kann dem Freisetzen mentaler Energien dienen, oft auch als Gebet. Jede Silbe und jedes Wort während einer Puja, eines hinduistischen Gottesdienstes, gilt als Mantra. Die äußeren Tätigkeiten des Priesters erhalten ihren Sinn und ihre Wirksamkeit erst durch das Rezitieren der vorgeschriebenen Worte, ähnlich wie etwa die vom Priester gesprochenen Worte der Opferung und Wandlung in einem katholischen Gottesdienst. Zu den ältesten bekannten Mantren gehören die Opferformeln und Gebete der Veden.

Mantren sind auch als Beschwörungsformeln, etwa gegen Schlangen, Dämonen oder andere negative Kräfte, in Gebrauch. Wie schon im vedischen Ritus, wo die richtig intonierte Formel eine wichtige Funktion als wirksame Kraft erfüllte, misst man auch im Hinduismus dem Klang und dem Gesang religiösen Wert und Wirksamkeit bei.

Hinduistische Schüler erhalten nach der Einweihung in den Ritus in der Regel vom Guru ein persönliches Mantra. Diese Formel muss geheim gehalten werden und soll der Schatz des Gläubigen sein.

Man unterscheidet drei Arten von Mantren:

Saguna, wörtlich mit Form, richten sich an eine bestimmte Gottheit bzw. an einen bestimmten Aspekt Gottes.
Nirguna, wörtlich ohne Form, richten sich an das formlose Göttliche.
Bija oder bija-akshara sind einsilbige Keim-Mantren, die speziell in der Meditation oder in Zeremonien verwendet werden, und nach hinduistischer Lehre auch auf das jeweilige Energiezentrum, das Chakra wirken können (HAM - Äther, YAM - Luft, RAM - Feuer, VAM - Wasser, LAM - Erde).
Das bekannteste Bija Mantra ist Om, das für Hindus wichtigste Mantra überhaupt, das alle anderen in sich enthält.


Mantras im Buddhismus

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Im Buddhismus sind Mantras heilige Sätze oder Silben. Theravada-Schriften bezeichnen Mantras unter dem Begriff paritta, Schutz, denn sie schützen den Geist vor Störungen. Im Mahayana werden sie auch als Dharani bezeichnet. Im Vajrayana-Buddhismus (tibetische Tradition und japanisches Shingon) sind Mantras [tib. 'ngag' (orth. sngags)] so wichtig, daß man diese Tradition verschiedentlich auch Mantrayana ('Mantra-Fahrzeug', tib. sngags kyi theg pa) nennt.

Mantras in Tibet sind in der Regel in Sanskrit überliefert, wobei die Transliteration (in tibetischer Schrift) eineindeutig, die Aussprache mitunter verändert ist. Wie im Hinduismus werden Mantras von qualifizierten Lehrern während einer Einweihung (tib. dbang bskur) auf die Schüler übertragen. Es gibt aber auch Mantras (teilweise) in tibetischer Sprache, beispielsweise für die Referenz auf berühmte tibetische Heilige (z.B. Milarepa).


Anwendung 
Im Wesentlichen handelt es sich bei Mantras um 'Kernaussagen' (oder 'Merksprüche'), die traditionell in ihrer Ursprungssprache (meist Sanskrit) belassen werden. Im Rahmen einer Sadhana-Rezitation ist es also möglich, daß man unabhängig von der benützten Sprache einen mantrischen Satz in Sanskrit sagt, wenn man sich die Leerheit bewußtmacht (z.B. OM sobhawa shuddha sarwa dharma sobhawa shuddho HAM) oder wenn man Darbringungen an die Buddhas macht (z.B. I dam gu ru ratna mandalakam niryatayami), oder konkreter die einzelnen Darbringungen benennt (z.B. 'OM shabda AH HUM'); schließlich verweilt man in Meditation, indem man zumindest anfangs das Mantra des Yidam (d.h., des Buddha, auf den man meditiert) rezitiert. Dadurch wird der Geist durch die Vorstellung (Visualisierung) und das Sprechen des Mantras am Meditationsobjekt festgehalten. Das langwährende Rezitieren des Mantras ist eine wichtige Stütze, um meditativ im gewünschten Denken zu verweilen. Die Mantra-Rezitation geht schließlich über in ein ruhiges Verweilen in der Erfahrung des Meditationsobjekts (d.h., ohne Stütze).


Aufbau 
Man kann weiters unterscheiden zwischen so genannten Keimsilben (skt. bīja, z.B. OM, AH, HUM, HRIH), denen bestimmte Funktionen im Energiesystem zugeordnet sind, und anderen Bestandteilen wie Kernaussagen (z.B. 'Alles wird zu Leerheit', 'Juwel im Lotus', 'Wohlgerüche') oder Namen von Buddhas (z.B. 'Amidewa' = Amithaba) oder Gurus. Häufig beginnt und endet ein Mantra mit einer Keimsilbe, dazwischen ist eine Aussage (z.B. 'OM A mi de wa HRIH' = OM Amithaba HRIH). Weiters beginnen viele Mantras mit 'teyatha' (orth. ta dya tha) und enden mit 'HUM' oder 'soha' (orth. svah Hah) (vgl. 'Amen').


Funktion 
Die Keimsilben geben einen Hinweis auf die intendierte energetische Wirkung. Im Yogatantra haben die Keimsilben weitere Funktionen. So stellt man sich die Silben an bestimmten Orten visuell vor, wobei die Buchstaben und manchmal auch deren Form eine weitere yogische Funktion haben. Auch ganze Mantras werden visualisiert.

Somit ist die Mantra-Verwendung zwar eine Art von 'magischem' Sprachgebrauch, indem dem Sprechen des Mantras ein bestimmtes Geschehen unterstellt wird, die Wirksamkeit eines Mantras ergibt sich aber nicht so sehr 'magisch' als vielmehr durch Kenntnis der konventionellen Bedeutung der Bestandteile eines Mantras im Rahmen einer bestimmten soziokulturellen Wirklichkeitskonstruktion; mit anderen Worten, es 'funktioniert' wohl nur (und gerade) durch die Kenntnis der Funktionen, die den mantrischen Symbolen zugeordnet sind. Dadurch, daß ein Mantra einer bestimmten Geisteshaltung (bzw. einem Buddha) zugeordnet ist, wird dessen Rezitation zur Hervorbringung dieser Geisteshaltung genützt, und durch die Benennung (z.B. mittels der Keimsilben) wird die Aufmerksamkeit auf bestimmte Energiepositionen im Körper gelenkt.





Beispiele 
Aus der hinduistischen Tradition  [Bearbeiten]"Om", manchmal auch "Aum" geschrieben, da es sich orthographisch (in indischen Schriften) aus den Schriftzeichen a, o und m zusammensetzt.
"SO-HAM" ("Ich bin, der ich bin.")
"Om namah Shivaya" ("Om, Ehre sei dem Shiva")
"Om namah Narayanaya" ("Om, Ehre sei Narayana=Vishnu")
"Gayatri-Mantra" Damit bittet man die heilige Mutter der Veden um einen reinen Intellekt (Shuddha-Sattva-Buddhi)
"Om namah Bhagavate Vasudevaya" ("Om, Ehre sei dem Herrn Vasudeva=Krishna", Vasudevaya wird auch oft durch die Namen andere Götter oder Heiliger ersetzt, z.Bsp. "Om namah Bhagavate Ramanaya", "Om namah Bhagavate Dattatreyaya")
"Om Aim Hrim Klim Chamundaye viche namah" (Shakti Mantra. Aim = Saraswati-Bija. Hrim = Durga-Bija, Klim = Kali-Bija, Chamunda = Name Kalis, namah = Ehre sei dir)
"Brahmaparnam Brahma havir Brahmagnau Brahmana hutam Brahmaiva tena gantavyam Brahmakarma samadhina" (Brahman ist die Opferhandlung, Brahman ist die Opfergabe. Durch Brahman wird die Opfergabe in das Feuer Brahmans gegossen. Wer allzeit das Wirken Brahmans sieht, wird wahrlich Brahman erreichen. (Bhagavad Gita IV.24)
"Lokah samastah sukhinah bhavantu" ("Mögen alle Wesen Glück und Harmonie erfahren")
"Om Asato ma sat gamaya, Tamaso ma jyotir gamaya, Mrityor maamritam gamaya" ("Das Om führe mich vom Unwirklichen zum Wirklichen, Von der Dunkelheit zum Licht, Von der Sterblichkeit zur Unsterblichkeit")
"Om Purnam adah, purnam idam, purnat purnam udacyate, purnasya purnamadaya, purnam evavashishyate. Om shanti shanti shanti" ("Om Jenes ist ganz. Dieses ist ganz. Aus dem Ganzen manifestiert sich das Ganze. Wenn das Ganze verschwindet, bleibt das Ganze zurück.")
"Hare Rama, Hare Rama, Rama Rama, Hare Hare, Hare Krishna, Hare Krishna, Krishna Krishna, Hare Hare".
"Shri Rama Jaya Rama Jaya Jaya Rama" Rama mantra, Rama kann auch ersetzt werden durch Ma (göttliche Mutter):
"Shri Ma Jaya Ma Jaya Jaya Ma"
"Shanti Shanti Shanti" (Friede Friede Friede)

 Aus der buddhistischen Tradition 
„OM ma ni padme HUM“ ('oṃ maņi padme hūṃ', „Om, Juwelen-Lotus Hum“ (cf. Gardner 2003: 613, padme ist Vokativ von padma); symbolisiert das allumfassende Mitgefühl für alle Wesen) - Dieses Mantra ist mit dem Bodhisattva des universellen Mitgefühls Avalokiteśvara, tibetisch Chenrezig (orth. spyan ras gzigs), chinesisch Guan Yin, verbunden; auf tib. spricht man übrigens [om mani peeme hung].
„OM A mi de wa HRIH“ (eig. „OM Amithaba HRIH“, Namensmantra des Buddhas Grenzenloses Licht, Öpame (tib. orth. hod dpag med) oder (skt.) Amithaba bzw. (jap.) Amida).
„OM tare tuttare ture soha“ (eig. „OM ta re tu tta re tu re svah hah“, Mantra der 'Befreierin' (tib. Drölma, orth. sgrol ma), skt. Tara)
„teyata OM bekandze bekandze maha bekandze (bekandze) randza samutgate soha“ (orth. tadya tha': OM bHai SHa dzye bHai SHa ma Ha' bHai SHa dzye ra dza sa mud ga te svah Hah:, das Essenz-Mantra des Medizinbuddha, tib. Sangye Menla (orth. sangs rgyas sman bla), skt. Bhaishajyabuddha)
„teyata OM gate gate paragate parasamgate bodhi soha“ (ungefähr: „Gegangen, gegangen, vergangen, allsamt vergangen, erwacht, freut euch!“ oder: „Darüber hinaus, darüber hinaus, noch weiter darüber hinaus, auch darüber hinaus, über die Erleuchtung hinaus, und weiter.“; aus dem Herz-Sutra (prajnaparamitahridaya))
„OM AH HUM Vajra guru padma siddhi HUM“ (Das Namens-Mantra des Guru Padmasambhava, tib. Pema Jungne (orth. padma hbyung gnas) oder Guru Rinpoche (orth. gu ru rin po che)); die tib. Aussprache lautet [om ah hung, bendza guru peema siddhi hung]
Das Daimoku („Namo Myoho Renge Kyo“) stammt von Nichiren (Japan).

Shingon
Vajrayana
Japa
Affirmation
Vocal meditation

Literatur 1 
Buswell, Robert E. 2003: Encyclopedia of Buddhism. 2 vols. MacMillan Reference Books.
Gardner, Alexander 2003: Oṃ MAŅI PADME HŪṃ. in: Buswell (ed.), pp. 613.
McBride, Richard D. 2003a: Dhāraņī. in: Buswell (ed.), pp. 511.
McBride, Richard D. 2003b: Mantra. in: Buswell (ed.), pp. 511.
Tanabe, George J. 2003: Chanting and liturgy. in: Buswell (ed.), pp. 136-139.

Literatur 2 
Huchzermeyer, Wilfried: Das Geheimnis der Mantra-Kraft. (edition-sawitri.de) ISBN 3-931172-07-4
Huchzermeyer, Wilfried: Nada Yantra Mantra - Sphären des Klangs. (edition-sawitri.de) ISBN 3-931172-08-2
Huchzermeyer, Wilfried: Erlebnis: Sanskrit-Sprache. Mantra - Yoga - Linguistik. (edition-sawitri.de) ISBN 3-931172-05-8
Maheshwarananda, Paramhans Swami 2001: Die verborgenen Kräfte im Menschen. Chakras und Kundalini. Ibera-Verlag. ISBN 3-85052-130-3




Weblinks 
Bija Mantras - Visualisierung und Audio-files
Von „http://de.wikipedia.org/wiki/Mantra“
 

Qigong

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Qigong (chin. 气功/氣功, qìgōng, W.-G. ch'i-kung) ist eine chinesische Meditations-, Konzentrations- und Bewegungsform zur Kultivierung von Körper und Geist, die auch Teil der traditionellen Chinesischen Medizin ist. Auch Kampfkunst-Übungen werden darunter verstanden. Zur Praxis gehören Atemübungen, Körper- und Bewegungsübungen, Konzentrationsübungen und Meditationsübungen. Die Übungen sollen nach Überzeugung Ihrer Anhänger der Anreicherung und Harmonisierung des Qi dienen.

Der Ursprung der Übungen liegt weit zurück, schon im Zhuangzi werden bestimmte Formen angedeutet und aus der Zeit der Han-Dynastie liegen Seidenbilder vor. Der Name Qigong wurde zum ersten Mal von dem Daoisten Xu Xun aus der Jin-Zeit verwendet und er bezeichnet seitdem bestimmte Übungen in der Kampfkunst. In der Geschichte Chinas hat diese Praxis als Gesundheitsvorsorge immer eine große Rolle gespielt, wurde aber auch für religiös-geistige Zwecke, insbesondere im Daoismus, Buddhismus und Konfuzianismus, eingesetzt und in den Klöstern überliefert. Die Bezeichnung Qigong für diese Übungen findet jedoch erst seit den 50er-Jahren des 20. Jahrhunderts Verwendung und die unterschiedlichen Stilarten des Qigong sind zum Teil ganz neue Entwicklungen, die jedoch auf den jahrtausendealten Traditionen basieren. In den 50er-Jahren wurde der Name Qigong von dem Arzt Liu Guizhen für diese Gesundheitsübungen verwendet, der in seiner Arbeit Techniken alter Tradition zur Förderung und Stabilisierung des Energiehaushaltes des Körpers und zur Behandlung von Krankheiten verwendete.


 Etymologie
„Qi“ (wie „tchi“ ausgesprochen, nicht „ki“) steht in der chinesischen Philosophie und Medizin sowohl für die bewegende als auch für die vitale Kraft des Körpers, aber auch der gesamten Welt. In der chinesischen Sprache hat es die Bedeutung von Atem, Energie und Fluidum. Er umfasst viele Ausprägungsformen und Wirkungsweisen. „Gong“ als chinesischer Begriff bedeutet einerseits „Arbeit“, aber auch „Fähigkeit“ oder „Können“. Somit kann man Qigong übersetzen als „stete Arbeit am Qi“ oder auch als „Fähigkeit, Können, mit Qi umzugehen, es zu nutzen“.

Die Praxis des Qigong soll die Lebensenergie stärken, das Leben verlängern und zu einer gesunden geistigen Verfassung verhelfen.


Geschichte 
Die nachvollziehbare historische Entwicklung des Qigong ist verbunden mit inhaltlichen Veränderungen und ihren Zielsetzungen. Die wichtigsten Einflüsse kamen dabei aus dem Daoismus, dem Buddhismus, den Kampfkünsten und der traditionellen chinesischen Medizin. Hierbei lassen sich keine strengen Trennlinien ziehen, die verschiedenen Strömungen flossen ineinander, verzweigten sich wieder und wurden miteinander verflochten.


Die Einflüsse der chinesischen Medizin 
Das älteste überlieferte Werk der chinesischen Medizin, Huang Di Nei Jing So Wen (Fragen und Antworten des Gelben Kaisers zum Inneren) wird auf die Zeit um 200 vor Christus datiert. In ihm finden wir die ersten schriftlichen Hinweise auf Körperübungen zur Erhaltung der Gesundheit.

1973 wurden in dem Dorf Mawangdui, nahe bei Changsha, in einem Grab aus der frühen Han Zeit mehrere Seidentücher gefunden, teilweise beschrieben mit historischen Texten wie dem Daodejing, teilweise bemalt. Ihr Alter datiert man auf ca. 2500 Jahre. Ein Fragment zeigt 44 Menschen bei Übungen zum Führen des Atems und zum Dehnen des Körpers. Sie sind nach Tierstellungen benannt oder den Krankheiten, denen sie entgegen wirken sollen. Obwohl aus jener frühen Epoche der chinesischen Kultur mehrere Hinweise auf Qigong-Praktiken überliefert sind, ist es nicht möglich, eine nachvollziehbare Methode daraus abzuleiten.

Wenn auch die Konzepte der chinesischen Medizin eine völlig andere Vorstellung der Lebensfunktionen zeichnen als die Naturwissenschaften, so erstellten sie damit dennoch "Landkarten", von denen Diagnose- und Therapiemethoden abgeleitet wurden. Wie und warum sie wirken, ist bisher nur in der Sprache der chinesischen Medizin beschreibbar.

Die chinesische Medizin geht davon aus, dass der Fluss des Qi, seine Qualitäten und seine Veränderungen für das Wohlbefinden bzw. das Auftreten von Krankheiten verantwortlich sind. Aus dieser Vorstellung wurden die Konzepte von Yin und Yang und den 5 Wandlungsphasen entwickelt.

Viele Menschen, die an Qi glauben, haben die Vorstellung, dass es im Körper nach verschiedenen Mustern zirkuliert. Sie sind der Auffassung, dass es ein Qi der inneren Organe gibt, dass in den Leitbahnen (Meridianen) kreist und einen schützenden Aspekt in der Körperoberfläche und dicht um den Körper herum hat.

Im medizinischen, also die Gesundheit fördernden und stabilisierenden Yangsheng - Qigong soll das harmonische Zusammenspiel der Substanzen Qi, Jing = Essenz, Xue = Blut und Jinye = Körpersäfte durch die Übungen gewährleistet werden. Dabei spielt das Mehren und Lenken des Qi die wichtigste Rolle.

Gemäß dem Leitspruch, dass es besser sei, Gesundheit zu erhalten, statt Krankheit zu heilen, gibt es im medizinischen Qigong eine große Anzahl von Übungsreihen, die dem System Stabilität verleihen sollen, um einem Ungleichgewicht vorzubeugen. Ein Beispiel bildet die Reihe des Dao Shi Qigong, Übungen im Einklang mit den Jahreszeiten. Hier wird deutlich, wie sehr das Innere und das Äußere als sich beeinflussende Einheiten verstanden werden.

In den Epochen der Sui- und Tang-Zeit (589 ­ 907 n. Chr.) verbanden sich erstmals medizinische Vorstellungen und Qi-Konzepte der daoistischen Yangsheng-Literatur zu einer eigenen medizinische Fachrichtung.


Die Einflüsse des Daoismus 
Als den Anfang dessen, was als Daoismus bezeichnet wird, können wir eine Schrift ansehen, die vermutlich um etwa 400 v. Chr. entstanden ist. Diese Schrift wird häufig dem chinesischen Philosophen Laozi zugeschrieben. Dieser hat jedoch vermutlich nie gelebt. Bei dem Buch Daodejing handelt es sich wohl eher um eine Sammlung älterer, lange Zeit mündlich überlieferter Sprüche, die mit späteren Kommentaren vermischt wurden. Der knapp 5000 Schriftzeichen umfassende Text befasst sich in oft rätselhaften und vieldeutigen Formulierungen mit dem Wirken des Dao und der Tugend. Schon in der ersten Zeile verweigert der Autor eine klare Festlegung auf das, was "Dao" sei: „Das Dao, das enthüllt werden kann, ist kein ewiges Dao.“

Die von den Konfuzianern so hoch geschätzte Zivilisation ist demnach lediglich eine Entfremdung von der natürlichen Ordnung. Statt dessen empfiehlt das Buch ein Leben in Einfachheit und die Pflege des Qi. Der beste Herrscher ist einer, der durch "Nichteingreifen" (Wu wei) den Dingen ihren natürlichen Lauf lässt. Noch radikaler sind die Ideale des Zhuangzi, einem chinesischen Philosophen des vierten vorchristlichen Jahrhunderts, der jegliche Reglementierung ablehnt, das öffentliche Leben verspottet und die individuelle Ungebundenheit preist.

Im 3. Jahrhundert v. Chr. verbreitete sich der Huang-Lao Daoismus, der sich auf die medizinischen Lehren des Huáng Dì in Vermengung mit den Lehren Laozis berief. In dieser Form erhielt der Daoismus eine starke politische Bedeutung und in Bezug auf die Erhaltung des Körpers eine gewisse "Wissenschaftlichkeit". Andererseits verbreitete sich in jener Zeit der Glaube, durch bestimmte Qigong-Techniken körperliche Unsterblichkeit zu erlangen. Das Ideal der Unsterblichkeit steht dabei in direktem Zusammenhang mit dem Konzept von der Unversehrtheit einer postulierten kosmischen Ordnung. Demnach werde der Körper ebenso beständig und unversehrt funktionieren wie das gesamte Universum, wenn man es versteht, ihn nach den Regeln des Dao organisieren.

Aus der Zeit um 200 n. Chr. ist von dem Arzt Hua To "die Kunst der 5 Tiere" überliefert: „... darum übten die Weisen der Vorzeit die Kunst des Atmens. Sie streckten ihre Lenden und Gliedmaßen und bewegten die Muskeln des Unterbauchs. Auf diese Weise suchten sie das Altern aufzuhalten. Ich besitze eine Methode, welche die Kunst der 5 Tiere heißt, des Tigers, des Hirschen, des Bären, Affen und Vogels.“

Unter den verschiedenen Techniken zur Lebensverlängerung nimmt im Daoismus die Alchemie eine Schlüsselstellung ein. Dabei unterscheidet man zwei Arten: die äußere (waidan) und die innere (neidan) Alchemie. In der äußeren Alchemie versuchte man, aus möglichst reinen Substanzen ein Elixier herzustellen, das den Körper unvergänglich macht. Die innere Alchemie bewirkt durch meditative Techniken, kombiniert mit Atem- und Bewegungsübungen, Vorgänge im Körper, die im übertragenen Sinne geistige Unsterblichkeit herbeiführen sollten. Die Möglichkeiten der Lebensverlängerung, Verjüngung und Erhalt der Gesundheit sammeln sich unter dem Begriff Yangsheng (den Körper nähren), der heute für das medizinisch ausgerichtete Qigong verwendet wird.

Leicht zu verwechseln ist die Bezeichnung mit Yangshen (den Geist nähren), welches sich auf die mehr meditativen Methoden bezieht, in der die Alchemie als eine Transformation des Bewusstseins verstanden wird.

Als eine der höchsten Schulen dieses alchemistischen Qigong gilt das Tai Yi Jin Hua Zong Zhi, "Das Geheimnis der Goldenen Blüte". Die Technik geht wohl auf ältere daoistische Quellen zurück und wird in einem Werk von Wei Bo Yang (um 140 n. Chr.) als älteste Überlieferung beschrieben. In späteren Ausführungen wird der buddhistische Einfluss dann unübersehbar und die Methode wurde in Abwandlungen zu einem wichtigen Bestandteil des Chan-Buddhismus (Zen). Dieses Qigong ist rein meditativ und beginnt mit dem Führen und Lenken des Atems. Es werden keine körperlichen Übungen ausgeführt. Um die Mitte des 2. Jh. n. Chr. spaltete sich, vermutlich als Antwort auf den sich ausbreitenden Buddhismus, eine religiöse Form des Daoismus ab, die Himmelsmeister.

Eine wichtige Rolle darin spielte die Heilung von Krankheiten mittels Ritualen und Talismanen. Außerdem hatte mediale Wahrsagerei einen großen Stellenwert. Im Gegensatz zum philosophischen Daoismus entwickelte der religiöse Daoismus ein ausuferndes Götter-Pantheon, das sich einer systematischen Darstellung entzieht. Während in den Tempeln eine mehr volksnahe Religiosität betrieben wurde, pflegte ein sich entwickelndes Mönchswesen ab dem 12. Jh. in zurückgezogenen Klöstern die Techniken des Yangshen Qigong.


Seit dem Ende des 6. Jh. nahm der Einfluss des Buddhismus auf das geistige Leben Chinas enorm zu. Aber auch der Daoismus wurde, vor allem in den oberen gesellschaftlichen Schichten, geschätzt und gefördert. Während dieser Blütezeit, die bis zum Ende der Tang-Dynastie (907 n. Chr.) dauerte, vermischten sich die Inhalte beider Lehren, ein Prozess, der bis in die Theorien der klassischen Medizin hineinwirkte. Rituelle Praktiken, heilkundliche Vorstellungen und weltanschauliche Ideen verbanden sich zu neuen Konzepten. Aus dieser Zeit dürften Übungen stammen, die sich auf die jahreszeitlichen Epochen des chinesischen Kalenders beziehen, um das Qi des Körpers mit dem der Atmosphäre in Einklang zu bringen. Das um die Jahrtausendwende entstandene Werk Yuanqi Lun (Textsammlung über das ursprüngliche Qi) verweist immer wieder auf die Bedeutung der "Leere des Herzens" als Grundvoraussetzung für einen Zugriff auf das ursprüngliche Qi und somit die Wirksamkeit der Atem- und Körperübungen.

Neben dem Herz, dem Palast des Geistes, spielen im daoistischen Qigong auch die drei Dantian und der sogenannte "Kleine Himmlischer Kreislauf" und "Großer Himmlischer Kreislauf" eine entscheidende Rolle. In oftmals sehr verschlüsselten, schwer nachvollziehbaren Anweisungen, wird der Adept darin gelehrt, sein Qi zu reinigen und zu schmelzen, die drei Dantian zu vereinigen oder zum Ursprünglichen zurück zu kehren.

Mit dem Beginn der Song-Dynastie übernahmen neokonfuzianische Theorien die Entwicklung des chinesischen Geisteslebens. Qi wurde nun mehr naturwissenschaftlich untersucht, was für den medizinischen Fortschritt sehr förderlich war. Daoistische Praktiken wurden in die Klöster und Tempel zurückgedrängt. Die wichtigsten Zentren dieser Kultur sind Wudang in der Provinz Hu, Emei im Süden und Laoshan an der Ostküste.


Die Einflüsse des Buddhismus 
Der im 5. Jahrhundert v. Chr. in Indien entstandene Buddhismus gelangte um die Zeitenwende nach China. Die Übertragung seiner Texte, der Sutren, ins Chinesische krankte in der Anfangsphase vor allem an den mangelnden Termini. So wurden Begriffe des Daoismus verwendet. Dao stand wechselnd für Dharma, die Lehre des Buddha, oder für Bodhi, Erleuchtung. Der Begriff Wu Wei, nicht-Handeln, wurde nun zum Synonym für Nirvana. Im Wesentlichen fanden in der Frühzeit des chinesischen Buddhismus die Texte der dhyana-Übungen Verbreitung, die Atem-, Konzentrations­ und Meditationstechniken enthielten. Hier lässt sich auch eine größere Begriffsnähe in den Konzepten "Prana" und "Qi" finden. "Prana" bedeutet wie "Qi" Atem, Atmung, Leben, Vitalität, Wind, Energie, Kraft und ist ebenso sinnverwandt der menschlichen Seele. Es vereint in sich sowohl die Vorstellungen einer universellen als auch einer individuellen Kraft. Da andererseits viele Grundgedanken des indischen Buddhismus den chinesischen Idealen aus konfuzianischem und daoistischem Denken entgegengesetzt waren, dauerte der Prozess der Assimilierung mehrere Jahrhunderte. Um 500 kam der buddhistische Mönch Da Mo (Bodhidharma) aus Indien nach China. Da er der Legende nach am kaiserlichen Hof nicht Gehör fand, zog er sich in das Shaolin Kloster zurück. Dort meditierte er ununterbrochen neun Jahre in einer Höhle. Danach unterrichtete er die Mönche in der Methode Yi Jin Jing (Umwandlung der Muskulatur), um einerseits ihre schwächliche Konstitution zu stärken und gleichzeitig den Geist wach zu halten. Ebenso wie die Technik des Knochenmark-Waschens(Xi Sui Jing), wurde Yi Jin Jing in die Kampfkünste integriert, welche die Grundlagen der heute als Shaolin Quan(Gongfu) bekannten Methoden darstellen. Auch sind aus buddhistischer Tradition Übungen bekannt, die der Reinigung des Körpers dienen sollen und vermutlich aus dem indischen Yoga abgeleitet wurden. In der Hauptsache aber kultivierte der an der Erlangung einer Erleuchtung interessierte Buddhismus eher meditative Techniken, die oftmals auf daoistische Wurzeln zurückgingen. Wenn auch in chinesisch buddhistischen Texten der Begriff des Qi auftaucht, so ist damit eine gänzlich andere Betrachtung verbunden als im Daoismus. Es sind dann eher Parallelen mit der medizinischen Auffassung zu finden. So sind Vorstellungen von Kanälen beschrieben, die den Leitbahnen ähneln und die Dantian können mit den Chakren verglichen werden.


Einflüsse aus den Kampfkünsten 
Die schon oben erwähnten Techniken der Shaolin-Mönche fanden nur langsam Eingang in andere Kampfkunst-Schulen. Die Methode Yi Jin Jing besteht vorwiegend aus einem wechselnden Anspannen und Entspannen einzelner Muskelpartien. Dadurch wird Qi und Blut in der bearbeiteten Region gesammelt und langsam verteilt. Das gesamte Trainingsprogramm kann bis zu 16 Stunden täglich in Anspruch nehmen. Dafür zeigen die Kampfmönche allerdings auch hervorragende Leistungen. Aus den Vorbereitungstechniken für eine hohe Kampfbereitschaft wurden Praktiken, die sich für die allgemeine Gesundheitsvorsorge eigneten, wie zum Beispiel das Eisenhemd ­ Qigong, in die Yangsheng Tradition übernommen. Es ist eine Frage, wie weit man den Qi-Begriff fassen will, ob alle Techniken aus den Kampfkünsten tatsächlich als Qigong bezeichnet werden dürfen. Sicherlich in die Reihe der tausend Qigong Methoden gehören die inneren Kampfkünste Taijiquan, Baguazhang und Xingyiquan, die zum Besiegen des Gegners Qi anstelle von Körperkraft, Geschicklichkeit oder Geschwindigkeit einsetzen.


Einflüsse der Neuzeit 
Nach der so genannten Kulturrevolution in der VR China, während der alle Traditionen als revanchistisch verpönt waren und verfolgt wurden, erlebte die Kunst des Qigong langsam eine Renaissance. Man betrachtet sie als einen einmaligen Schatz der chinesischen Kultur und ist bemüht, die Wirksamkeit des Qi wissenschaftlich zu erforschen. Viele neue Systeme, vor allem im therapeutischen Bereich, wurden entwickelt, andere, angeblich sehr alte, tauchten auf und fanden oft spektakuläre Verbreitung.

Vor allem in den letzten dreißig Jahren, seit Qigong in China wieder öffentlich verbreitet und staatlich gefördert wird, hat sich auf diesem Gebiet viel getan. Es werden zum Teil erstaunliche Heilungserfoge gemeldet. Nicht unerwähnt bleiben darf jedoch in diesem Zusammenhang, dass in den letzten Jahren auch vermehrt Fälle von Erkrankungen durch falsch angewandtes Qigong aufgetreten sind und in einigen Kliniken Spezialabteilungen für solche Phänomene eingerichtet wurden.

Neben der Pflege alt überlieferter Übungen scheint eine Epoche des Experimentierens angebrochen zu sein, in der Techniken unterschiedlicher Herkunft vermischt werden. Auch im Westen werden Qigong Übungen mit Methoden aus der eigenen Geschichte, z.B. Bioenergetik, Atemtherapie, autogenes Training, kombiniert. Von einigen Praktizierenden wird diese Entwicklung als Synkretismus kritisiert, der auf schnelle Erfolge schiele und ein über Jahrtausende gewachsenes Wissen über tiefgreifende energetische Vorgänge in Körper und Psyche respektlos assimiliere. Auch die chinesischen Bemühungen einer Verwissenschaftlichung des Qi-Phänomens nach abendländischen Maßstäben wird in diesem Zusammenhang genannt.

Im Jahr 2003 stellte das chinesische Sport-Ministerium zusammen mit der Chinese Health QiGong Association das neustrukturierte Gesundheits-Qigong vor, dass in China durch staatliche Unterstützung eine große Verbreitung gefunden hat. Bestehende Formen wurden von der Sportuniversität Peking und medizinischen Fachleuten geprüft und standardisiert.


Formen des Qigong 
Es gibt eine Vielzahl von unterschiedlichen Richtungen des Qigong. Darunter Praktiken aus der Richtung des Buddhismus und Praktiken aus der Richtung des Daoismus. (Insgesamt wurden über 1000 verschiedene Richtungen beim Forschungsinstitut für Qigong in Peking angemeldet, von denen allerdings nur etwa 100 anerkannt wurden.)

Qigong wird erst dann zu Qigong, wenn wenigstens zwei von vier Komponenten sich zu einer Einheit in der Übung verbinden: - Entspannung - Ruhe - Natürlichkeit - Bewegung - Atmung - mentale Vorstellung - Ton - .

Die unterschiedlichen Formen haben unterschiedliche Merkmale:

Im Daoismus wird Waidan, das äußere Elixier, zu den Bewegungsübungen und Kampfkünsten gerechnet. Dazu gehört auch Taijiquan.

Neidan, das innere Elixier, bezeichnet Atemübungen und innere (meditative und konzentrative) Qigong-Übungen. Innerhalb des Neidan gibt es noch Unterscheidungen zwischen Übungen mit Bewegung oder in bestimmten Körperhaltungen, Übungen des Nährens des Qi, Qigong-Massage, medizinischem Qigong und Heilmethoden mit Qi.

Einige Qigong-Methoden wie das Shenjifa (Weg zu übernatürlichen Fähigkeiten), sind geheim und werden nur von Lehrern an Schüler vermittelt und andere meditative Methoden werden auch als spirituelle Erleuchtungsübungen verstanden.

Sehr verbreitet ist die Übung stehende Säule oder Zhan Zhuang, bei der die Himmel-Erde-Mensch-Verbindung praktiziert wird. Zhan Zhuang wurde in den 80er Jahren von Meister Lam Kam Chuen in den Westen gebracht. Er ist der Autor des einzigen in deutscher Sprache erhältlichen Buches über Zhan Zhuang.


Rosenkranz

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Ein Rosenkranz ist eine Perlenschnur, die als Zählkette für das vielgliedrige Rosenkranzgebet dient.
Bezeichnung für das Rosenkranzgebet selbst.
Wenn im deutschsprachigen Raum von „Rosenkranz“ die Rede ist, ist meistens der katholische Rosenkranz gemeint. Jedoch gibt es Gebete, die an Zählketten verrichtet werden, auch in anderen christlichen Konfessionen und nicht-christlichen Religionen. In der orthodoxen Kirche hat der Rosenkranz als Zählkette für das Jesusgebet eine lange Tradition. Die Anglican Prayer Beads kombinieren Elemente des katholischen und orthodoxen Rosenkranzes. Der lutherische Christusrosenkranz ist in Anlehnung an das katholische Rosenkranzgebet entstanden. Der Rosenkranz ist inspiriert durch Gebetsketten aus dem Orient. Im Islam ist das der Tasbih, im Buddhismus und Hinduismus die Mala.


Verschiedene Formen des Rosenkranzes 
Im Christentum gibt es verschiedene Formen des Rosenkranzes. Dieser Absatz gibt einen Überblick über die in der katholischen, orthodoxen und anglikanischen Kirche gebräuchlichen Formen, den Christusrosenkranz und die „Perlen des Glaubens“, eine recht junge, an griechische Kombolói angelehnte Gebets- und Andachtskette.

 
Katholischer Rosenkranz
 Der katholische Rosenkranz  [Bearbeiten]In der katholischen Volksfrömmigkeit erfreut sich der Rosenkranz großer Beliebtheit. Mai und Oktober sind nach katholischer Tradition Rosenkranzmonate. In den Gemeinden werden in diesen Monaten oft wöchentliche Rosenkranzandachten gefeiert. Am 7. Oktober wird das Rosenkranzfest begangen. Dieser Absatz skizziert zunächst die geschichtliche Entwicklung und erklärt dann den Aufbau und die Gebetsweise der katholischen Rosenkranzform.

Ein katholischer Rosenkranz kann auch selbst geknüpft werden.

Geschichte 
Das katholische Rosenkranzgebet entwickelte sich aus frühmittelalterlichen Mariengebeten, bei denen das Ave Maria einhundertfünfzigmal wiederholt und mit Glaubensgeheimnissen und biblischen Texten verbunden wurde.

Die älteste schriftliche Erwähnung einer Schnur mit aufgezogenen Steinen als Zählkette für wiederholt gesprochene Gebete in der Lateinischen Kirche schreibt diese Gebetsschnur der angelsächsischen Adligen Godiva († um 1085) zu:

The circlet of precious stones which she had threaded on a cord in order that by fingering them one after another she might count her prayers exactly were to be placed on a statute of the Blessed Virgin Mary.[1]
Im 11. Jahrhundert schuf Petrus Damiani (um 1006-1072) die Form des Ave Maria:

Ave Maria, gratia plena. Dominus tecum. Benedicta tu in mulieribus.
Im 12. Jahrhundert kam der Brauch auf, dass Laienbrüder, die meist nicht lesen konnten, in Klöstern statt der Psalmen Ersatzgebete verrichteten. Neben dem Vater Unser tritt auch das Ave Maria als Ersatzgebet für die Psalmen auf, letzteres insbesondere bei den Zisterziensern und Kartäusern. Für eine Reihe von 150 Ave Maria kam in Anlehnung an die 150 Psalmen der Bibel der Name Marienpsalter auf.

Das Alte Passional, eine mittelhochdeutsche Legendensammlung ohne Verfassernamen vergleicht das Ave Maria mit einer himmlischen Rose. Hierin gründet wohl die Bezeichnung „Rosenkranz“ für die Zählkette und eine Ave-Maria-Gebetsreihe. Eine der Legenden erzählt von einem Marienverehrer, der eine Marienstatue mit einem geflochtenen Kranz aus Rosen zu schmücken pflegte. In einer Erscheinung soll er eines Tages die Botschaft bekommen haben, dass sich Maria über einen anderen Rosenkranz mehr freue, nämlich über 50 gebetete Ave Maria. Diese würden in ihren Händen zu Rosen, aus denen sie den schönsten Kranz flechten könne.

Der Zisterzienserabt Stephan von Sallay († 1252) formulierte eine Vorform der 15 Rosenkranzgeheimnisse.

Durch den Kartäusermönch Heinrich von Kalkar (1328-1408) kam die Gewohnheit auf, fünfmal zehn Ave Maria zu beten und jeden Zehnerblock mit einem Vater Unser zu beginnen und einem Ehre sei dem Vater zu beenden.

Die heute gebräuchliche Form des Rosenkranzes entstand im Advent 1409. Der Trierer Kartäuser Dominikus von Preußen († 1460) fasste die Ereignisse des Lebens Jesu in 50 Schlusssätzen (clausulae) zusammen, die sich an den (damals allein üblichen) ersten Teil des Ave Maria anschlossen. Adolf von Essen verkürzte clausulae auf 15.

 
Die legendäre Entstehungsgeschichte des Rosenkranzes: Der hl. Dominikus soll den Rosenkranz bei einer Marienerscheinung empfangen haben.Weit verbreitet, aber nicht historisch ist die Legende, dass der heilige Dominikus, Gründer des Dominikanerordens, die heutige Form des Rosenkranzes 1208 bei einer Marienerscheinung empfangen und sie in seinem Orden eingeführt haben soll. Die Legende erzählt, dass Maria den Rosenkranz Dominikus als Waffe im Kampf gegen die Albigenser geschenkt habe.

In seiner Bulle Ea quae vom 9. Mai 1479 empfiehlt Papst Sixtus IV. das tägliche Beten des Rosenkranzes.

1508 wurde dem Ave Maria der Schlusssatz „Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns ...“ angefügt.

In seinem Breve Consueverunt vom 17. September 1569 legt Papst Pius V. den Text des Ave Maria endgültig fest und regelt das Rosenkranzgebet offiziell.

Am 7. Oktober 1571 besiegte die katholische Seestreitmacht unter Juan de Austria, dem Stiefbruder des spanischen Königs, die türkische Mittelmeerflotte im Golf von Lepanto in der Seeschlacht von Lepanto vernichtend. Der Sieg wurde dem "Gebetssturm" zugerechnet, bei dem in ganz Europa im Vorfeld der Seeschlacht das Rosenkranzgebet gebetet wurde. In der Folge stiftete Papst Gregor XIII. 1573 das Rosenkranzfest. Nach dem Sieg über die Türken bei Peterwardein am 5. August 1716 erhob Papst Klemens XI. das Fest zu einem allgemeinen Fest der ganzen Kirche.

Papst Leo XIII. war ein großer Verehrer des Rosenkranzgebetes, dem er zahlreiche Enzykliken und apostolische Schreiben widmete:

Enzyklika Supremi apostolatus officio : Der Rosenkranz in Geschichte und Gegenwart (1. September 1883)
Apostolisches Schreiben Salutaris ille: Es wird die Bitte Regina sacratissimi Rosarii – ora pro nobis (Königin des Heiligen Rosenkranzes, bitte für uns) in die Lauretanische Litanei eingefügt. (24. Dezember 1883)
Enzyklika Superiore anno : Formalien bezüglich des Rosenkranzgebetes (30. August 1884)
Enzyklika Octobri mense : Rosenkranzmonat (22. September 1891)
Enzyklika Magnae Dei matris: Der Rosenkranz und das christliche Leben (8. September 1892)
Enzyklika Laetitiae sanctae: Der Rosenkranz und die rechte Ordnung der menschlichen Sozialgemeinschaft (8. September 1893)
Enzyklika Iucunda semper expectatione: Der Rosenkranz als Betrachtung und als Gebet (8. September 1894)
Enzyklika Fidentem piumque animum: Das Gebet zur Vermittlerin der Gnaden (20. September 1896)
Enzyklika Vi è ben noto: Über den Rosenkranz und das öffentliche Leben (nur für Italien 20. September 1887)
Enzyklika Augustissimae virginis mariae: Die Rosenkranzbruderschaft und die Engel des Himmels (12. September 1897)
Enzyklika Diuturni temporis Der Rosenkranz (5. September 1898)
Apostolisches Schreiben Parta humano generi: Zur Weihung der Rosenkranzbasilika in Lourdes und der Rosenkranz als Schutz gegen Häresien (8. September 1901)
1884 führte Papst Leo XIII. den Oktober als Rosenkranzmonat verpflichtend ein. Die Verpflichtung wurde 1958 aufgehoben, die Tradition aber beibehalten.

Im 20. Jahrhundert erschienen folgende päpstliche Schriften zum Rosenkranz:

Papst Pius XI.: Enzyklika Ingravescentibus malis: Das Gebet des Rosenkranzes als Zuflucht der Kirche (29. September 1937)
Papst Pius XII.: Enzyklika Ingruentium malorum: Das Rosenkranzgebet in der Not der Zeit (15. September 1951)
Papst Johannes XXIII.: Enzyklika Grata recordatio: Der Rosenkranzmonat Oktober als Vorbereitung auf das Zweite Vatikanische Konzil (26. September 1959)
Papst Johannes XXIII.: Apostolisches Schreiben Il religioso convegno auch als "Marialis Rosarii" bekannt: Der Rosenkranz als Gebet für den Frieden (29. September 1961)
Papst Paul VI.: Enzyklika Christi Matri Rosarii: Aufruf zum Rosenkranz als Friedensgebet (15. September 1966)
Papst Paul VI.: Apostolisches Schreiben Recurrens mensis october: Der Oktober als Rosenkranzmonat (7. Oktober 1969)
Am 16. Oktober 2002 erschien das Apostolische Schreiben Rosarium Virginis Mariae Papst Johannes Pauls II., in dem die lichtreichen Geheimnisse eingeführt und das Jahr von Oktober 2002 bis Oktober 2003 zum „Jahr des Rosenkranzes“ ausgerufen wurde.


Aufbau 
Die Eröffnung des katholischen Rosenkranzes wird an einer am Kranz befestigten Kette mit einem Kreuz und drei kleinen Perlen, die von zwei großen Perlen gerahmt sind, gebetet. Darauf folgen fünfmal zehn kleinere Kugeln für die Ave Maria und eine davon abgesetzte große für das Vater Unser und Ehre sei dem Vater. Zehn Ave Maria, ein Vater Unser und ein Ehre sei dem Vater bilden ein Gesätz, fünf dieser Gesätze einen Rosenkranz. Das vollständige Rosenkranzgebet umfasst drei Rosenkränze, also 150 Ave Maria in Analogie zu den 150 Psalmen.


Gebetsweise 
Gebetsweise des katholischen Rosenkranzes:
(1) Glaubensbekenntnis
(2) Vater Unser
(3) drei Ave Maria
(4) Ehre sei dem Vater
(5) fünf Gesätze mit je einem Vater Unser, zehn Ave Maria und einem Ehre sei dem VaterSiehe auch: Anleitung zum Rosenkranzgebet – Anleitung zum Rosenkranzgebet auf latein

Gebetet wird der katholische Rosenkranz wie folgt:

Apostolisches Glaubensbekenntnis, dabei wird das Kreuz in der Hand gehalten,
Ehre sei dem Vater, vor der ersten großen Perle,
Vater Unser, an der ersten großen Perle,
drei Ave Maria mit eingefügten Bitten, an den folgenden drei kleinen Perlen,
um Glaube: Jesus, der in uns den Glauben vermehre,
um Hoffnung: Jesus, der in uns die Hoffnung stärke und
um Liebe: Jesus, der in uns die Liebe entzünde,
Ehre sei dem Vater und anschließend
50 Ave Maria, in Zehnergruppen (Gesätze) gegliedert. In jeder Zehnergruppe wird jeweils nach dem Wort "Jesus" ein so genanntes Geheimnis eingefügt, ein Glaubenssatz, der dem Neuen Testament entstammt und das Leben Jesu und seiner Mutter Maria betrifft.
Jedes Gesätz wird eingeleitet mit dem Vater unser (an der großen Perle) und abgeschlossen mit dem Ehre sei dem Vater (vor der nächsten großen Perle). Oft wird nach dem Ehre sei dem Vater noch das Fatima-Gebet eingefügt.

Den Abschluss des Rosenkranzes bildet meist eine Marianische Antiphon, etwa das Salve Regina.

Im Internet sind Faltblätter mit den Texten für das Rosenkranzgebet in Deutsch und Latein sowie ein Betrachtungsbuch verfügbar.


 Rosenkranzgeheimnisse 
Zurzeit gibt es – in Fünfergruppen aufgeteilt – zwanzig offizielle Formulierungen für Geheimnisse, die beim Rosenkranzgebet betrachtet werden. Den traditionellen fünfzehn hat Papst Johannes Paul II. im Oktober 2002 anlässlich des 24. Jahrestages seiner Wahl zum Papst mit dem Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariæ eine vierte Fünfergruppe von Rosenkranzgeheimnissen, die lichtreichen Geheimnisse, hinzugeführt (vgl. ebd. Nr. 21).


Freudenreiche Geheimnisse (gaudii mysteria) 
Die freudenreichen Geheimnisse betrachten die Inkarnation und das verborgene Leben Christi. Sie lauten wie folgt:

deutsch lateinisch
Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast (Lk 1, 35) Quem, Virgo, concepisti.
Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast (Lk 1, 39-56) Quem visitando Elisabeth portasti.
Jesus, den du, o Jungfrau, in Betlehem geboren hast (Lk 2, 1-20) Quem, Virgo, genuisti.
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast (Lk 2, 22-24) Quem in templo praesentasti.
Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast (Lk 2, 41-52) Quem in templo invenisti.


Lichtreiche Geheimnisse (lucis mysteria) 
Die lichtreichen Geheimnisse betrachten einige besonders bedeutende Momente des öffentlichen Lebens und Wirkens Jesu. So seine Taufe im Jordan durch Johannes, sein Weinwunder bei der Hochzeit in Kana, seine Verkündigung des Reiches Gottes, seine Verklärung auf dem Berg Tabor und die Einsetzung der Eucharistie beim letzten Abendmahl in Jerusalem.[2]

Sie lauten wie folgt:

deutsch lateinisch
Jesus, der von Johannes getauft worden ist (Lk 3, 21-22) Qui apud Iordanem baptizatus est.
Jesus, der sich bei der Hochzeit in Kana offenbart hat (Joh 2, 1-12) Qui ipsum revelavit apud Canense matrimonium.
Jesus, der uns das Reich Gottes verkündet hat (Mt 9, 35) Qui Regnum Dei annuntiavit.
Jesus, der auf dem Berg verklärt worden ist (Lk 9, 28-36) Qui transfiguratus est.
Jesus, der uns die Eucharistie geschenkt hat (Mk 14, 17-25) Qui Eucharistiam instituit.


Schmerzhafte Geheimnisse (doloris mysteria) 
Die schmerzhaften Geheimnisse betrachten die Passion Christi. Sie lauten wie folgt:

deutsch lateinisch
Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat (Lk 22, 44) Qui pro nobis sanguinem sudavit.
Jesus, der für uns gegeißelt worden ist (Joh 19, 1) Qui pro nobis flagellatus est.
Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist (Joh 19, 2) Qui pro nobis spinis coronatus est.
Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat (Joh 19, 17) Qui pro nobis crucem baiulavit.
Jesus, der für uns gekreuzigt worden ist (Joh 19, 18) Qui pro nobis crucifixus est.


Glorreiche Geheimnisse (gloriae mysteria)
Die glorreichen Geheimnisse betrachten die Auferstehung Christi. Sie lauten wie folgt:

deutsch lateinisch
Jesus, der von den Toten auferstanden ist (Lk 24, 6) Qui resurrexit a mortuis.
Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist (Apg 1, 9-11) Qui in caelum ascendit.
Jesus, der uns den Heiligen Geist gesandt hat (Apg 2, 1-13) Qui Spiritum Sanctum misit.
Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat (1 Kor 15, 22-23) Qui te, Virgo, assumpsit.
Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat (Offb 12, 1) Qui te, Virgo, in caelis coronavit.


Eigene Formulierungen 
Außerdem ist es möglich, eigene Geheimnisse zu formulieren. Ein Beispiel dafür bietet das Gebet- und Gesangbuch „Gotteslob“ (Nr. 33, Abschnitt 6) mit den trostreichen Geheimnissen:

Jesus, der als König herrscht (Offb 19, 6)
Jesus, der in seiner Kirche lebt und wirkt (Eph 1, 22-23)
Jesus, der wiederkommen wird in Herrlichkeit (2 Petr 3, 8-13)
Jesus, der richten wird die Lebenden und die Toten (Röm 2, 1-11)
Jesus, der alles vollenden wird (1 Kor 15, 35-58)

Anmerkung 
Durch das Beten eines vollständigen Rosenkranzes (alle 5 Gesetze) in der Kirche oder in der Gemeinschaft vor dem Allerheiligsten kann man täglich, wenn man die Voraussetzungen (Beichte und Kommunion) erfüllt, einen vollkommenen Ablass gewinnen.


Wochenschema 
In der katholischen Kirche ist es üblich, die Geheimnisse des Rosenkranzes in wöchentlichem Rhythmus nach dem folgenden Schema zu beten:

Sonntag Montag Dienstag Mittwoch Donnerstag Freitag Samstag
glorreiche Geheimnisse freudenreiche Geheimnisse schmerzhafte Geheimnisse glorreiche Geheimnisse lichtreiche Geheimnisse schmerzhafte Geheimnisse freudenreiche Geheimnisse

Bevor die lichtreichen Geheimnisse eingeführt wurden, wurden abweichend von obiger Tabelle donnerstags die freudenreichen und samstags die glorreichen Geheimnisse betrachtet.


Barmherzigkeitsrosenkranz 
Der Barmherzigkeitsrosenkranz wird ebenfalls auf die traditionellen Rosenkranzperlen gebetet, enthält jedoch nicht das Ave Maria, sondern konzentriert sich auf die göttliche Barmherzigkeit in Jesus Christus. Er basiert auf Visionen der polnischen katholischen Nonne Faustyna Kowalska (1905-1938). Die Gebete des Barmherzigkeitsrosenkranzes sind an Gott Vater und Jesus Christus gerichtet und haben einen engen Zusammenhang mit der Eucharistie als Messopfer sowie die Sühne für die Sünden der Welt.

Aufbau des Barmherzigkeitsrosenkranzes:

Auf die ersten 3 Perlen: Vater unser... Ave Maria... Ich glaube an Gott (Apostolisches Glaubensbekenntnis) ...
Auf die großen Perlen: "Ewiger Vater, ich opfere Dir auf den Leib und das Blut, die Seele und die Gottheit Deines über alles geliebten Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus, um Verzeihung zu erlangen für unsere Sünden und die Sünden der ganzen Welt."
Auf die kleinen Perlen: "Durch sein schmerzhaftes Leiden hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt."
Am Ende dreimal: "Heiliger Gott, heiliger starker Gott, heiliger unsterblicher Gott, hab Erbarmen mit uns und mit der ganzen Welt."
Vorher und nachher kann noch gebetet werden:

"O Blut und Wasser, aus dem Herzen Jesu als Quelle der Barmherzigkeit für uns entströmt, Jesus, ich vertraue auf Dich! Barmherziger Jesus, in dem Augenblick Deines Kreuzestodes für uns bete ich Dich an, lobpreise Dich und bitte, umfasse mit Deiner unerschöpflichen Barmherzigkeit die ganze Menschheit, besonders die armen Sünder und die Sterbenden."

Andere Formen des katholischen Rosenkranzes 
Neben der offiziellen Rosenkranzform gibt es in der katholischen Kirche noch verschiedene andere Rosenkranzformen, die sich in der Anzahl der Perlen und der Anordnung der Gebete unterscheiden.


Fingerrosenkranz 
Rosenkranzring                                                              Eine verkleinerte Form ist der so genannte Rosenkranzring oder Fingerrosenkranz. Dieser besteht aus einem Ring mit zehn Erhebungen beziehungsweise zehn kleinen Perlen und einem Kreuz. Diese auch Soldatenrosenkranz genannte Form entstand im Mittelalter im Zuge der Kreuzzugsbewegung. An einem solchen Rosenkranz wird ein Gesätz abgezählt; fünfmal gebetet ergibt er einen großen Rosenkranz. Es gibt auch Versionen, bei denen die Anzahl der Perlen auf nur fünf verkürzt ist. Dabei wird an jeder Perle ein Ave Maria gebetet, wobei jeweils ein anderes Geheimnis angefügt wird.


Virtueller Rosenkranz 
Mit Virtual Rosary kann der Rosenkranz am Computer gebetet werden. Das Programm ist für Windows, Mac und Palm verfügbar; eine Version für PocketPC ist in Planung. Die Software eignet sich auch als Lernprogramm, um etwa Kindern das Rosenkranzgebet beizubringen.

Auf dem Bildschirm wird ein Rosenkranz angezeigt, an dem die jeweils aktuelle Perle markiert ist; das zugehörige Gebet – 14 Sprachen sind verfügbar – wird angezeigt. Darüber hinaus wird zu jedem Geheimnis ein Bild und ein kurzer Betrachtungstext eingeblendet. Auch Hintergrundmusik ist verfügbar.

In das Programm integriert ist PrayerCast, eine Art virtuelles Fürbittbuch, in das Besucher auf der Internetseite von Virtual Rosary Gebetsanliegen eintragen können. Wird das Rosenkranzgebet unter Virtual Rosary gestartet, werden die jüngsten Eintragungen angezeigt, bei jeder Perle eine. Auf diese Weise soll eine internationale virtuelle Gebetsgemeinschaft entstehen.




 
Der orthodoxe Rosenkranz 
Der orthodoxe Rosenkranz, russisch Tschotki und griechisch Komboskini genannt, besteht in seiner ursprünglichen Form nicht aus Perlen sondern aus einer Schnur die aus 30, 33, 50, 100 oder mehr Knoten besteht.

Die geschlossene Schnur steht als Zeichen für das nie endende monastische Gebet. Sie wird in der othodoxen Tradition beim Jesusgebet verwendet, weniger, um die Gebete zu zählen, sondern als Hilfe zur Konzentration und für einen gleichmäßigen Rhythmus. In der orthodoxen Kirche erhalten Mönche und Nonnen den Rosenkranz zur Profess.

Seinen Ursprung hat der orthodoxe Rosenkranz in der Tradition des spätantiken orientalischen Mönchtums, kurze Bibelzitate meditativ zu wiederholen. Die Orthodoxe Kirche führt die Tradition auf Pachomius zurück, der auf diese Weise Mönchen, die nicht lesen und schreiben konnten, half, eine bestimmte Anzahl Gebete oder Niederwerfungen auszuführen.

In der russisch-orthodoxen Kirche können Gebetszeiten des Stundengebets oder der Besuch der Messe durch die Rezitation einer bestimmten Anzahl von Jesusgebeten ersetzt werden. Auf diese Weise kann der Gottesdienst auch durchgeführt werden, wenn auf die entsprechenden Bücher nicht zugegriffen werden kann oder jemand nicht in der Lage ist, eine Gebetszeit zu verrichten. Die Gebetsschnur hilft in solchen Fällen, die Anzahl der Gebete zu zählen.

Der orthodoxe Rosenkranz kann leicht selbst hergestellt werden.

 
Anglican Prayer Beads
Der anglikanische Rosenkranz 
Der anglikanische Rosenkranz (Anglican Prayer Beads) ist eine verhältnismäßig neue Gebetsform, die Elemente des katholischen und orthodoxen Rosenkranzes enthält. Lynn Bauman entwickelte in den 1980er Jahren die Form des anglikanischen Rosenkranzes, der aus einem Kreuz und 33 Perlen besteht. Das Gebet beginnt am Kreuz, dann wird zur ersten großen Perle (The Invitatory) übergewechselt und sodann zu den vier Reihen weitergegangen, die aus je einer großen Perle (The Cruciforms) und sieben kleinen Perlen (The Weeks) bestehen.

Für das anglikanische Rosenkranzgebet gibt es keine feststehende Form. Jeder Beter kann sich die Gebete, die er an den einzelnen Perlen spricht, selbst zusammenstellen. Bekannt ist beispielsweise eine Gebetsfolge, die das Trisagion und das Jesusgebet einbezieht:

 
Aufbau des anglikanischen Rosenkranzes:
(1) The Cross
(2) The Invitatory
(3) The Cruciforms
(4) The WeeksThe Cross: Das Kreuz:
In the Name of God, Father, Son, and Holy Spirit. Amen. Im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes. Amen.
The Invitatory: Invitatorium:
O God make speed to save me,
O Lord make haste to help me,
Glory to the Father, and to the Son, and to the Holy Spirit:
As it was in the beginning, is now, and will be forever.
Amen. Oh Gott, komm mir zu Hilfe,
Herr, eile mir zu helfen.
Ehre sei dem Vater, und dem Sohn, und dem Heiligen Geist,
wie im Anfang so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen.
The Cruciforms: Kreuzformende Perlen:
Holy God,
Holy and Mighty,
Holy Immortal One,
Have mercy upon me. Heiliger Gott,
heiliger starker Gott,
heiliger unsterblicher Gott,
erbarme dich meiner.
The Weeks: Wochenperlen:
Lord Jesus Christ, Son of God,
Have mercy on me, a sinner. Herr Jesus Christus, (Sohn Gottes,)
erbarme dich meiner, einem Sünder.


Der Christus-Rosenkranz 
Der Christus-Rosenkranz entstand in den 1960er Jahren durch das Bemühen der Protestanten Rudolf Ehrat, Herben Golzen und Walter Stökl, ein eng an das katholische Rosenkranzgebet angelehntes Gebet zu schaffen, das im Gegensatz zum traditionellen Rosenkranzgebet das Ave Maria nicht enthält und somit auch von Protestanten gebetet und ökumenisch verwendet werden kann. Stattdessen wird dabei das aus der Kreuzwegandacht stammende Gebet "Wir beten dich an an, Herr Jesus Christus und benedeien dich, in deinem heiligen Kreuz hast du die Welt erlöst" wiederholt gebetet.


Perlen des Glaubens 
Schematische Darstellung der „Perlen des Glaubens“: (1) Gottesperle – (2) Perle des Schweigens – (3) Ich-Perle – (4) Taufperle – (5) Wüstenperle – (6) Perle der Gelassenheit – (7) Perlen der Liebe – (8) Geheimnisperlen – (9) Perle der Nacht – (10) Perle der AuferstehungEntwickelt wurden die „Perlen des Glaubens“ 1996 von Martin Lönnebo (* 1930), einem Bischof der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Schweden. Bischof Lönnebo saß 1996 wegen eines Sturms mehrere Tage auf einer griechischen Insel fest. Als er dort griechische Fischer mit ihren Gebetsketten sah, kam ihm die Idee zu den „Perlen des Glaubens“. Zunächst entwarf er einen Rettungsring aus Perlen (daher der schwedische Name Frälsarkransen), wobei er jeder Perle eine Bedeutung zuteilte. Nach seiner Rückkehr nach Schweden stellte er sich ein Perlenband her und benutzt es zum Beten. Schnell verbreitete sich seine Erfindung in Schweden und gelangte vor ein paar Jahren von dort auch in den deutschsprachigen Raum.

Bei der aus 18 Perlen bestehenden Kette hat jede Perle eine Bedeutung, steht für eine Lebensfrage, einen Gedanken oder ein Gebet. Feste Gebetsformulierungen gibt es nicht. Bei jeder Perle wird zum entsprechenden Thema eine Meditation gehalten oder ein Gebet gesprochen. Anfang und Ende der Kette ist eine große goldene Perle, die Gottesperle. Darauf folgt eine Perle des Schweigens, eine Ich-Perle, eine Taufperle, eine weitere Perle des Schweigens, eine Wüstenperle, wiederum eine Perle des Schweigens, eine Perle der Gelassenheit, eine weitere Perle des Schweigens, zwei Perlen der Liebe, drei Geheimnisperlen, eine Perle der Nacht, eine weitere Perle des Schweigens, eine Perle der Auferstehung und eine weitere Perle des Schweigens. In dieser Reihenfolge sind die Perlen auch Sinnbild für den Lebensweg. Sie stellen auch einen Katechismus dar.

Eine Anleitung zum Umgang mit den „Perlen des Glaubens“ sowie Gebetstexte bietet die evangelische Ansverus-Communität e.V. auf ihrer Internetseite an.


Rosenkranzähnliche Gebete in nicht-christlichen Religionen  TasbihAuch im Islam, Buddhismus und Hinduismus gibt es Gebetsketten, an denen meditative Gebete verrichtet werden.


 Islam 
 Tasbih Arabisch= Masbaha

Die islamische Gebetskette heißt Tasbih oder Masbaha; es gibt sie in verschiedenen Formen, mit 11, 33, 99 oder 1.000 Perlen. Beim Gebet werden entweder die im Koran vorkommenden Die 99 Namen Allahs rezitiert oder andere religiöse Formeln gesprochen.


Der islamische Rosenkranz wird Sabbha genannt und ist in vier Teile unterteilt. Alle vier Teile haben insgesamt 33 Perlen, die aus Holz oder Kunststoff, klein oder groß, bestehen. Man kann beim Benutzen der Sabbha auf zwei verschiedene Weisen vorgehen. Die erste und einfachste ist es, 33 mal Gott zu preisen für seine Werke und sein Tun- << Subhann-illah>> Dann 33 mal Gott danken << Al hamdu-lillah>> Danach 33 mal seine Einzigartigkeit und den Monotheismus bezeugen bzw. zustimmen << La illaha- ila- allah>> Und zu guter Letzt seine Großartigkeit,Allwissenheit, Mächtigkeit, Gerechtigkeit etc. << Allah- hu-akbar>>.

Bei der zweiten Art und Weise, kann man die oben genannten Aspekte bei jedem einzelnen Abschnitt wiederholen.


Buddhismus und Hinduismus 
Mala

Die buddhistische und hinduistische Gebetskette heißt Mala (Sanskrit: माला, mālā) und besteht in der Regel aus 108 Perlen. Gefertigt ist sie üblicherweise aus Naturprodukten, etwa Nüssen oder Palmholz. Teilweise werden auch Knochen oder Hornperlen verwendet als Symbol für die Vergänglichkeit des Seins.

Im Buddhismus stehen die 108 Perlen für die 108 Bände der gesammelten Lehren Buddhas. Im Hinduismus stehen die 108 Perlen für 108 Namen oder Attribute der angebeteten Gottheit.

Benutzt wird die Mala bei der Zitation eines Mantras. Dabei werden drei Arten unterschieden:

laute Zitation (Likhita-Japa),
Zitation in Gedanken (Manasika-Japa) und
tonlose Zitation mit den Lippen (Vaikhari-Japa).

Gesundheitliche Aspekte des Rosenkranzgebetes 
Das British Medical Journal berichtete von einer Studie der Universität Pavia, bei der herausgefunden wurde, dass sich das Rosenkranzgebet positiv auf das Herz-Kreislaufsystem auswirkt.[4] Außerdem fördert des Rosenkranzgebet Konzentration und innere Ruhe.

Als Mittel, um sich das Rauchen abzugewöhnen, schlägt der Wiener Sozialmediziner Michael Kunze vom Nikotininstitut Wien das Rosenkranzgebet vor. Er sieht im Rosenkranzgebet eine gute Entspannungsübung. Außerdem werde die Konzentration auf das Gebet gelenkt und die Gedanken dadurch von der Zigarette weg.


Rosenkranz als Schmuck 
Die Kombolói gehören in vielen orientalisch geprägten Ländern zum männlichen Accessoire und Spielzeug.Rosenkränze wurden bereits im Mittelalter als Schmuck getragen. Im Barock erfreute sich diese Tradition ebenfalls großer Beliebtheit und lebte in moderner Zeit seit den 1980er insbesondere durch das Vorbild der US-amerikanischen Sängerin und Schauspielerin Madonna wieder auf.

In vielen orientalisch geprägten Ländern gehören die ursprünglich religiösen Ketten zum männlichen Assessoire und Spielzeug. Dazu gehört zum Beispiel die griechischen Kombolói, die auch Sorgenperlen genannt werden. Sie gleichen dem islamischen Tasbih, der ebenfalls vor allem bei männlichen Jugendlichen zum Modeschmuck geworden ist.

Mit dem Rosenkranz als Schmuck hatte sich der Fußballer David Beckham fotografiern lassen, was zu großen Protesten seitens der Kirchen geführt hatte. Sie beschwerten sich, dass Beckham die Symbolik missbrauche und die Jugendlichen dazu animiere das selbe zu tun.


Rosenkran(t)z als Familienname
Erik Nielson (* um 1299) gilt als der Begründer der Rosenkran(t)z-Familien. Er ist vermutlich identisch mit Herzog Erich II. von Schleswig, der 1325 Papst Johannes XXII. in Avignon besuchte und von diesem einen Rosenkranz überreicht bekam, den er an seinem Mantel trug. Seitdem nannte er sich Rosenkrantz.

1601 gibt Shakespeare einer Nebenfigur im Hamlet den Namen Rosencrantz (in deutschen Übersetzungen Rosenkranz oder Rosenkrantz).

Bekannte Träger dieses, nicht selten jüdischen, Familiennamens sind:

Barbara Rosenkranz (* 1958), Abgeordnete im österreichischen Nationalrat für die FPÖ
Herbert Rosenkranz (* 1924), jüdischer Historiker
Johann Karl Friedrich Rosenkranz (1805–1879), deutscher Philosoph
Moses Rosenkranz (1904–2003), deutschsprachiger Dichter
Peter Løvenkrands, dänischer Fußballspieler

Literatur 
Daniel Tibi: Jesusgebet - Rosenkranz - Perlen des Glaubens. Eine Einführung. Internet, 2006. URL: <http://www.archive.org/download/jesusgebet_rosenkranz_perlen-des-glaubens/jesusgebet_rosenkranz_perlen-des-glaubens.pdf>

zum katholischen Rosenkranzgebet 
Romano Guardini: Der Rosenkranz Unserer Lieben Frau - Gedanken über das Rosenkranzgebet, Würzburg, 1940
Leonard Holtz: Mysterium und Meditation. Rosenkranzbeten heute. Paulinus-Verlag, Trier 1976, ISBN 3-7902-0117-0
Heinrich Janssen: Perlen des Gebets. Der Rosenkranz, Hinführung und geistliche Deutung. Herder, Freiburg i.Br. 2003 ISBN 3-451-28232-1
Johannes Paul II.: Rosarium Virginis Mariæ. Der Rosenkranz der Jungfrau Maria, in: Sekretariat der Deutschen Bischofskonferenz (Hrsg.): Verlautbarungen des Apostolischen Stuhls 156, Bonn 2002 (online verfügbar in deutsch und latein)
Wilfried Kirsch: Handbuch des Rosenkranzes., Dom-Verlag, Wien 1950.
Karl Joseph Klinkhammer: Ein wunderbares Beten. So entstand der Rosenkranz, Johannes-Verlag, Leutesdorf 1980, ISBN 3-7794-1158-X
Christoph Kühn: Der Rosenkranz nach Johannes Paul II. Eine Darstellung der 20 Rosenkranzgeheimnisse / ill. von Gian C Olcuire, Naumann, Würzburg, 2003, ISBN 3-88567-088-7
Rainer Scherschel: Der Rosenkranz – das Jesusgebet des Westens. Herder, Freiburg i.Br. 2. Aufl. 1982 ISBN 3-451-18396-X
Markus Weber (Hrsg.): Das Rosenkranzgebet. Gebetete Heilige Schrift. Internet 2005. URL: <http://www.rosenkranz-gebet.de/Rosenkranzgebet.pdf>
Urs-Beat Frei; Fredy Bühler (Hgg.): Der Rosenkranz. Andacht - Geschichte - Kunst. Bern, Benteli Verlag, 2003.

zum Christusrosenkranz 
Rudolf Ehrat: Der Christus-Rosenkranz. In: Quatember 54 (1990), S. 86-90 (online verfügbar)
P. Fries: Der Christus-Rosenkranz im evangelischen Tagzeitenbuch - eine Chance ökumenischer Spiritualität? In: Liturgisches Jahrbuch 55 (2005), S. 39-56
Martin Lätzel: Evangelischer Rosenkranz? Niedrigschwelliges Angebot zum Kontakt mit Gott, in: Nordelbische Stimmen (2004), 11, S. 5-7, ISSN 0938-3697
Beda Müller: Der Rosenkranz. In: Quatember 54 (1990), S. 30-33 (online verfügbar)
Die Gebetsordnung des Christus-Rosenkranz auf der Website www.tagzeiten.de

zu den „Perlen des Glaubens“ 
Amt für Öffentlichkeitsdienst der Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche (Hrsg.): Mit den Perlen des Glaubens leben, Lutherische Verlagsgesellschaft, 2005 ISBN 3-87503-115-6
Zusammen mit diesem Buch wird auch eine Perlenkette geliefert.

zum islamischen Rosenkranz 
Helga Venzlaff: Der islamische Rosenkranz, Steiner-Wiesbaden-GmbH, Stuttgart 1985 ISBN 3-515-04111-7

zum buddhistischen Rosenkranz 
F. Fenzl: Der Jûzu – der Buddhistische Rosenkranz. Seine Geschichte und kultische Bedeutung. In:Bodhi-Baum 3/1 (1978), S. 33-34

 Quellen 
↑ William of Malmesbury: Gesta Ponificum Anglorum, 1125, Rolls Series 311.
↑ Kath.net: Öffentliches Rosenkranzgebet an der Münchner Mariensäule 12. Oktober 2006
↑ Apostolischen Schreiben Rosarium Virginis Mariæ, Nr. 38.
↑ Luciano Bernardi u.a.: Effect of rosary prayer and yoga mantras on autonomic cardiovascular rhythms: comparative study. In: British Medical Journal 323 (2001), S. 1446-1449. (online verfügbar)
Vgl. auch diesbezüglichen Bericht bei nano online vom 21. Dezember 2001.
↑ Kath.net: Artikel Rosenkranz: Mehr als ein Psychotrick für Raucher-Aussteiger 1. August 2006

 
Vipassana
Vipassanā (Pāli) bzw. Vipaśyanā (Sanskrit) oder auch "Einsichts-Meditation" bezeichnet eine Meditationstechnik, die einen Geisteszustand kultiviert, der eine besondere Einsicht in innere mentale Phänomene (Pali: dhammas) erlaubt. Es handelt sich um eine der ältesten Meditationstechniken Indiens. Das Wort bedeutet soviel wie "die Dinge zu sehen, wie sie wirklich sind".

Der Begriff Vipassanā wird auch für eine religiöse Bewegung verwendet, die sich am Theravada Buddhismus orientiert und die Meditationstechniken Vipassanā und Ānāpāna als Haupttechniken lehrt. Als zentraler buddhistischer Text muss in diesem Zusammenhang die Satipatthana Sutta genannt werden.


Etymologie 
Vipassanā ist ein Pali-Wort, das sich aus dem Sanskrit-Präfix "vi-" und der Verbalwurzel √paś herleitet. Es wird oft mit "Einsicht" oder "Klarsicht" übersetzt, obwohl das Präfix "ein-" auf eine Fehldeutung hinführen könnte; "vi" ist in den indogermanischen Sprachen zu unserem "ent-" verwandt. Das "vi" in vipassanā kann daher in Richtung auf "Entscheiden" oder "Entdecken" interpretiert werden. Alternativ kann das "vi" auch als eine Intensivierung verstanden werden und daher im Sinne von "Tief-Blicken" oder "Tief-Sehen" verstanden werden. Für alle Fälle gilt: der Begriff wird metaphorisch für eine besonders wirkungsvolle mentale Selbstwahrnehmung verwendet.

Synonym für "Vipassanā" wird in Pali das Wort Paccakkha verwendet; was mit "vor den Augen" übersetzt wird. Zu verstehen als "vor der Sehwahrnehmung"; also hindeutet auf das unmittelbare erfahrungsmäßige Schauen (Erkennen). Gegensätzlich hierzu wird das analytische, argumentative, differenzierende Erkennen verstanden.


Technik 
Die Vipassana-Technik wurde in Indien um ca. 500 v.Chr. von Gautama, dem historischen Buddha, "wiederentdeckt". Vipassana gehört zum zentralen Bestandteil buddhistischer Meditationspraxis. Neben der Geistesruhe-Meditation samatha, ist es vor allem die Erkenntnis-Meditation (vipassana), die zur Erreichung Nirvanas führt.

Die Meditationstechnik wird als "nicht-sektiererisch" bezeichnet, das heißt sie ist vollkommen unabhängig von Glauben und Weltanschauung und hat das Ziel, die Identifikation mit der Welt zu überwinden und eine tiefgreifende letztendliche "Befreiung" (Nibbana) herbeizuführen. Dabei geht es um die Auflösung von geistigen Konditionierungen und Illusionen. Die Meditation besteht im aufmerksamen Beobachten aller Daseinsphänomene, hierzu zählt die Satipatthána vier Grundlagen der Achtsamkeit auf:

das Körperliche (káyánupassaná), Empfindungen am Körper (z.B. Kribbeln, Druck, Schmerz etc.)
Gefühle und Emotionen (vedanánupassaná),
Bewußtsein und Gedanken (cittánupassaná) und
Geistobjekte (dhammánupassaná).
Diese Ausgangspunkte der Achtsamkeit werden aufmerksam betrachtet. In der Lehre Buddhas wird die gesamte Welt als nama und rupa erfahren, d.h. "Geist und Körper" bzw. "Begriffe und Formen".

Nach der buddhistischen Lehre entstehen aus dem Achtfachen Pfad drei Tugenden:

Sila – (Pali: Shila) ethisches Verhalten
Samadhi – (Pali: samatta) Konzentration oder Kontemplation
Prajna – (Pali: Panna) umfassende, intuitive Weisheit
Alle zusammen sind die Voraussetzung für einen erfolgreichen Fortschritt in der Vipassana-Meditation, aber werden auch gestärkt als Ergebnis erfolgreicher Meditation.
Sila definiert sich aus 5 Verhaltensrichtlinien:

kein Lebewesen zu töten
nicht zu stehlen
keine sexuellen Verfehlungen zu begehen (z.B. Ehebruch) und die Lust der Sinne zu beschränken
nicht zu lügen
keine bewusstseinstrübende Mittel zu sich zu nehmen (z.B. Alkohol und andere Drogen)

Durch das Einhalten dieser Regeln wird zum einen vermieden, dass anderen Schaden zugefügt wird. Zum anderen ist es ein Selbstschutz, um den spirituellen Fortschritt nicht zu gefährden. Eine geistige Läuterung ist nur möglich, wenn auf der Ebene der Handlungen ethisches Verhalten praktiziert und damit ein anhaltender Zustand der Reuelosigkeit erreicht wird. Ansonsten ist der Geist zu erregt, zu unruhig und grob, um für die tief greifende Arbeit Fortschritte zu machen.


Stufen 
Als Ergebnis der kontinuierlichen neutralen Beobachtung aller geistigen und körperlichen "Erscheinungen" durchläuft der Meditierende je nach Ausdauer und Fortschritt verschiedene "Stadien" (Vipassanâ-ñâna). Anhand dieser sieben Erkenntnisstufen kann der geistige Fortschritt des Übenden von erfahrenen Lehrern festgemacht werden.


Ziel 
Das Ziel der Vipassana-Meditation ist es, sich von allen Anhaftungen, an sowohl körperlichen, wie auch geistigen Empfindungen/Emotionen, zu befreien. Nach der Philosophie des Vipassanas, ist sowohl das Anhaften an Positivem wie an Negativem leidbringend. Wenn man am Positivem anhaftet, so entsteht Sehnen nach diesem Zustand und Angst vor dem Nicht-Vorhandensein. Bei negativen Empfindungen entsteht ein "Vermeiden-Wollen". Beide diese Zustände bringen den Menschen aus dem unvermitteltem Erleben des Hier und Jetztes heraus und erzeugen so Leid. Das Ziel des Buddhismus ist es , sich aus dem Samsara und somit aus dem Leiden zu befreien und Mitgefühl und Liebe für die Welt zu entwickeln. Durch die intensive Betrachtung aller geistigen und körperlichen Vorgänge erlebt der Meditierende eine allmähliche Loslösung ("De-Identifikation") mit allen zuvor als "Ich" und "Mein" betrachteten Vorgängen. Gipfelpunkt dieser Erfahrung ist das im Regelfall nur Momente dauernde "Wegspringen", "Verlöschen", das gemäß buddhistischer Lehre zu einer völligen Befreiung vom Kreislauf der Geburten führt und als "Nibbana" (Nirvana) bezeichnet wird.


Tradition 
Die breit angelegte, von Laien wie Ordinierten verwirklichte Achtsamkeits- bzw. Einsichtspraxis als der "Direkte Weg" zur Befreiung (ein Zitat aus den ältesten Quellen zum Thema Achtsamkeit) spielt im Buddhismus seit dem historischen Buddha eine zentrale Rolle. Sie ist aber durch bestimmte spätere Entwicklungen – besonders Ausprägung von Scholastik, Philosophie und Institutionalisierung, in deren Rahmen Klöster entstanden sind und diese einen Monopolanspruch auf den höchsten Befreiungsweg erhoben haben – allmählich in den Hintergrund getreten.

Ab Ende des 19.Jahrhunderts ist das Vipassanâ (als die Praxistradition einer methodisch entwickelten sehenden Achtsamkeit) im Zuge einer großen Reformbewegung, die vor allem von Ledi Sayadaw in Burma in Gang gesetzt worden ist, wieder breiter vermittelt worden. Diese Reform knüpfte an den von Ordinierten wie Laien laut den Reden des Buddha im Pali-Kanon breit verwirklichten Befreiungsweg der Urgemeinde an. Die Reform wandte sich gegen 1) die kulturellen und scholastischen Überformungen der Muttertradition Theravâda, 2) den Monopolanspruch der Klöster auf den höchsten Befreiungsweg und 3) die christliche Missionierung im Rahmen der britischen Kolonialherrschaft in Burma. Die befreiungspragmatische, eine Befreiung im Leben bezweckende Praxislehre des Vipassanâ war die buddhistische Antwort auf die Glaubensreligion der Kolonialmacht und das Mittel, die burmesische Bevölkerung gegen die christlichen Missionierungsversuche unempfänglich zu machen.

Infolge dieser Ausrichtung des Vipassanâ sind in ihm ebenfalls die Glaubenselemente der Theravâda stark in den Hintergrund getreten (etwa die Wiedergeburtslehre in einem wörtlichen Sinne). Diese Skepsis gegenüber Glaubensreligion bedeutet eine weitere Anknüpfung an die Lehre des historischen Buddha, die sich gegen die spekulative Religion der Brahmanen und die Theorien der Waldeinsiedler richtete. Aufgrund dieser Struktur der Praxislehre des Erwachten – keine Glaubensreligion, Spekulation, Metaphysik oder Philosophie und auch keine (als ein Extrem empfundene) Selbstkasteiung oder Askese – gilt sie in der Buddhismuskunde als „Erlösungspragmatismus“ (laut dem Indologie-Pionier Erich Frauwallner). Der Buddha hat gelehrt: „Nur eines lehre ich, jetzt wie früher: Das Leiden und das Ende des Leidens.“ Dieser Erlösungspragmatismus bedeutet auch der Dharma (wörtlich „das, was trägt“), wie der Erwachte den kulturübergreifenden, zeitlosen Befreiungsweg genannt hat.

Es gibt heute vier Hauptansätze der Achtsamkeits- oder Einsichtspraxis Vipassanâ, die in weltweiter Hinsicht den größten Einfluss haben. Es handelt sich um zwei „technische“ Methoden aus Burma und zwei „natürliche“ Ansätze aus Thailand.

Die beiden Technikmethoden sind:

1) Das Körperhineinkommen „Body Sweeping“ (in der Tradition ihres Hauptvertreters U Ba Khin mit dessen prägendsten Schülern Satya Narayan Goenka und Mother Sayama). Laut der internen Statistik der von S. N. Goenka geführten, sehr erfolgreichen Organisation (in ihr wird Body Sweeping etwa mit „systematische Empfindungsbeobachtung“ wiedergegeben, nicht mit der eigenen Übersetzung „Körperhineinkommen“) fanden weltweit 2003 über 1.400 ihrer längeren Kurse statt (primär handelt es sich um die einführenden Zehntageskurse). Daran haben rund 82.000 Menschen teilgenommen (11% mehr als 2001). Dieser Ansatz wird in rund 80 Ländern gelehrt, im deutschsprachigen Raum an drei Zentren mit fast durchgehenden Zehntageskursen. Die Verbreitungszahlen für 2004 liegen noch nicht vor.


2) Das Benennen oder Etikettieren „Labelling“ (in der Tradition ihres Hauptvertreters Mahasi Sayadaw mit dessen Schülern). Für die Technikmethoden spielt der dritte Korb des Pali-Kanons die Hauptrolle – die Psychologie und Erkenntnistheorie, „Abhidhamma“.





Die beiden Naturansätze sind:

3) „Der Weg der Ordensgemeinschaft“ (in der Tradition ihres Hauptvertreters Ajahn Chah), mit rund 500 Klöstern in Thailand sowie einem größeren Zweig im Westen, in dem alleine abendländische Männer und Frauen ordiniert sind. Hier spielt der erste Korb des Pali-Kanons die Hauptrolle – die Ordensdisziplin, "Vinaya".

4) „Die Natur-Methode oder die Leerheit aller Dinge“ (in der Tradition ihres Hauptvertreters Ajahn Buddhadâsa mit dessen Schülern, etwa Christopher Titmuss). Hier spielt der zweite Korb des Pali-Kanons die Hauptrolle – die Reden des Buddha, "Suttas".

Alle früheren und jetzigen Vipassanâ-Meister, ob Ordinierte oder Laien, sind in den buddhistischen Völkern Asiens besonders populär. Ihre unterschiedlichen Praxisansätze werden der Realität der unterschiedlichen Persönlichkeitstypen gerecht. So richtet sich zum Beispiel 1) der Ansatz des Körperhineinkommens des höchst pragmatischen U Ba Khin, welcher der Leiter der Verwaltung Burmas nach der Kolonialzeit war, oder heute von S. N. Goenka und Mother Sayama mit ihren zahlreichen Zentren an Menschen mit einer starken Körper- bzw. Empfindungs-Anlage; 2) das „Benennen“ des überaus gelehrten Mahasi Sayadaw an Persönlichkeiten mit einer starken Anlage zum Denken; 3) der „Weg der Klostergemeinschaft“ Ajahn Chahs an gemeinschaftsorientierte Menschen mit einer ausgeprägten Gefühls- oder Herz-Anlage und 4) die „Natur-Methode oder Leerheit aller Dinge“ Ajahn Buddhadâsas an Persönlichkeiten mit einer starken Anlage zur Intuition oder Inspiration.

Neben diesen vier besonders prägenden Vipassanâ-Ansätzen gibt es eine Reihe von weiteren Methoden, die zwar in weltweiter Hinsicht nicht ähnlich einflussreich wie die vorgenannten vier sind, aber die in ihren Entstehungsländern trotzdem zum Teil sogar noch größere Bedeutung haben. (Laut der Dissertation von G. Houtman – "The Tradition of Practice among Burmese Buddhists", University of London, 1990 – gibt es alleine in Burma mindestens 24 Vipassana-Ansätze.)

Weitere wichtige Naturansätze des Vipassana sind zum Beispiel:

1) „Berührung und Bewusstheit“ des burmesischen Meisters Sunlun Sayadaw (ursprünglich ein einfacher Bauer, der durch seine Einsicht berühmt geworden ist). Er nennt als Schlüsselwort einer befreienden Praxis: „Mache Dir jede Körperempfindung so bewusst, wie sie ist, ohne Namen; bis bloß noch das reine Wissen im Empfinden selber zurückbleibt“, dies heißt ohne Konzepte von sich und anderen, wie „mein“ oder „Dein Körper“, „Ich“ oder „ein Selbst“.

2) „Der Weg der Atemempfindungen im ganzen Körper“ des thailändischen Waldmeisters Ajahn Lee. Er sieht als das Geheimnis der Befreiung: „Das Atmen im Gespür halten“.

3) „Empfindungen an der Herz-Basis“ von Ajahn Dhammadaro aus Thailand. Er lehrt als den Praxisweg zur inneren Befreiung, alle Sinneserfahrungen allmählich als „Klare Empfindungen“ zu durchschauen, die „an der Herzbasis entstehen und vergehen“.

Eine weitere wichtige, primär am Abhidhamma orientierte Technikmethode stammt von Pa Auk Sayadaw aus Burma. Er lehrt die klassischen Konzentrationsmethoden, um über diesen ebenfalls möglichen Weg die befreienden Einsichten hervortreten zu lassen.

Im Westen gibt es seit den Sechzigern eine wachsende Zahl von männlichen wie weiblichen Vipassanâ-Lehrenden (in ungefähr gleichgewichtiger Aufteilung), die entweder die traditionellen Methoden fortführen oder unterschiedliche Vipassanâ-Ansätze verknüpfen (zum geringen Teil auch mit anderen verwandten buddhistischen Praxismethoden, wie Joseph Goldstein mit dem Dzogchen des tibetischen Buddhismus). Es gibt auch viele Verbindungen des Vipassanâ mit der Psychologie und verschiedenen Gebieten helfenden Engagements, zum Beispiel dem Einsatz in Gefängnissen, der Drogenrehabilitation oder in der Komplementärmedizin (vgl. dazu auch den nächsten Absatz).


Zusammenfassung 
Vipassanâ ist der Überbegriff für die befreiende Praxis einer sehenden Achtsamkeit, die vom historischen Buddha laut den Reden des Pali-Kanons besonders betont worden ist. Es gibt unterschiedliche moderne Vipassanâ-Ansätze. Manchmal wird die eigene Methode als die wahre Überlieferung betrachtet. Dies steht im Widerspruch zu den deutungsoffenen Beschreibungen, die in den grundlegenden Achtsamkeitsreden des Erwachten bzw. den Hauptquellen des Vipassanâ niedergelegt sind, besonders in der „Rede von den Vergegenwärtigungen der Achtsamkeit“ (Satipatthâna-Sutta, siehe: Achtsamkeit) und der „Rede vom Bewussten Ein- und Ausatmen“ (Ânâpânasati-Sutta). Aufgrund der hier beschriebenen, relativ offen gehaltenen Methoden hat sich die große Zahl der modernen Vipassanâ-Ansätze überhaupt erst entwickeln können. Schon diese Tatsache lässt jeden Anspruch auf eine überlegene Vipassanâ-Methode unbegründet erscheinen. Außerdem gibt es eine Vielzahl von alten wie modernen Kommentaren und Praxismanuals im Theravâda, die jene beiden Hauptreden für eine befreiende Achtsamkeits- oder Einsichtspraxis unterschiedlich interpretieren.

Was alle Ansätze gemeinsam haben, ist jedenfalls die methodische Entwicklung einer schlichten Achtsamkeit für die vergänglichen Prozesse von Körper und Geist, um aufzuhören, die Dinge unbewusst zu „ergreifen“ (bzw. sich mit ihnen in dem Glauben zu identifizieren, dass sie wahrhaft „Ich“, „mein“ oder „mein Selbst“ seien).

Das Vipassanâ unterscheidet sich von einer Glaubensreligion, da das Vipassanâ eine besonders ausgeprägte Praxistradition ist, die von kulturbedingten Formen weitgehend frei ist. Diese Einstellung dient auch der Abgrenzung gegenüber anderen Meditations- und Glaubenssystem, die in den Ursprungsländern mannigfach vorhanden sind. Die grundsätzliche Vipassanâ-Methodik der systematischen Bewusstwerdung der natürlichen Gegebenheiten bzw. fortwährend entstehenden und vergehenden Phänomene (im Unterschied zu den vom Geiste gemachten, konzeptuellen, lediglich vor-gestellten und folglich relativ „statischen“ Gegebenheiten) findet in unterschiedliche moderne Kontexte Eingang, zum Beispiel in moderne Achtsamkeitstherapien, neue psychologische Theorien, vielfältige esoterische Strömungen oder ein reformiertes Christentum.

Die behaupteten Wirkungen von Vipassanâ sind in vielen standardisierten Untersuchungen bewiesen worden. Anhänger verweisen auf die hohe Zahl an Kursteilnehmern und renommierte Mediziner, die die Wissenschaftlichkeit der Methode beweisen sollen. Der amerikanische Medizinprofessor John Kabat-Zinn etwa hat die größten Vipassanâ-Ansätze in Form seines sehr erfolgreichen komplementärmedizinischen Anti-Stressprogramms (MBSR) umgesetzt, das in den USA an Hunderten von Kliniken und Gesundheitszentren und auch zunehmend in Deutschland eingesetzt wird.

Für die Vipassanâ-Retreats gelten im Allgemeinen Verhaltensregeln, die optimale Bedingungen für eine konzentrierte Meditationspraxis schaffen. Diese Regeln orientieren sich an den Verhältnissen in den buddhistischen Klöstern und haben zum Zweck, deren günstige Praxisbedingungen auf die zeitlich begrenzten Retreats für Laien zu übertragen. Auf diese Weise wird auch den Laienpraktizierenden möglichst weitgehende Resultate ermöglicht.

Die buddhistische Tradition der Achtsamkeits- oder Einsichtspraxis Vipassanâ ist entsprechend dem frühbuddhistischen Selbstverständnis bzw. der Lehre des Erwachten zurückhaltend. Sie tritt zum Beispiel kaum aktiv werbend in die Öffentlichkeit. Trotzdem wächst sie stark, weil sich ihre Wirkungen herumsprechen. Sie ist heute neben dem Zen und dem tibetischen Buddhismus die dritte Haupttradition des Buddhismus im Westen. „Komm und sieh für Dich selbst“, hat der Buddha laut den ältesten Quellen betont.

In der Vipassanâ-Tradition wird das traditionelle Spendenprinzip „Dâna“ auch wieder abhängig von der Gruppierung mehr oder weniger streng beachtet. Westlich orientierte Kurse verlangen Kursgebühren, in stark traditionellen Richtungen wird ausschließlich „Dâna“ gezahlt – man gibt, was man kann oder will. Begründet wird dieses Prinzips damit, möglichst vielen, also unabhängig von deren finanzieller Lage, Zugang zu einer befreienden Praxis zu eröffnen. Dies sei auch im Sinne der Vorgaben des historischen Buddha und wende sich auch gegen moderne Marktprinzipien oder Gewinninteressen, die angesichts der „preislosen“, selbstlosen Lehren des voll erwachten Weltlehrers nicht am Platze seien.





Literatur 
Hans Gruber: Kursbuch Vipassana (ISBN 3-596-14393-4) (Unterscheidet die 4 Hauptrichtungen des Vipassana)
Hart, William: Die Kunst des Lebens – Vipassana-Meditation nach S.N. Goenka (ISBN 3-423-34338-9)
von Allmen, Fred: Die Freiheit entdecken (ISBN 3924195552)
von Allmen, Fred: Mit Buddhas Augen sehen (ISBN 3-89620-106-9)
Sayadaw U Pandita: Im Augenblick liegt alles Leben – Buddhas Weg der Befreiung (ISBN 350261024X)
Buddhadasa Bhikkhu: Anapanasati – Die sanfte Heilung der spirituellen Krankheit (ISBN 3831132712)
Jack Kornfield: Frag den Buddha und geh den Weg des Herzens (ISBN 3453872819)
Sayagyi U Ba Khin: Das ist Buddhismus (ISBN 3-85681-426-4)
Joseph Goldstein: Ein Dharma (ISBN 3-442-21657-5)
Ñānārāma Mahāthera. Die Sieben Betrachtungen. Bestellung über Web-Shop DBU. [http:/www.buddhismus-deutschland.de]
Mahathera Henepola Gunaratana: Die Praxis der Achtsamkeit (ISBN 3-921508-77-0) (Eine Einführung in die Vipassana-Meditation)

Physiologische Wirkung
Regelmäßige Meditation wirkt beruhigend und wird in der westlichen Medizin als Entspannungstechnik empfohlen. Die Wirkung, der meditative Zustand, ist neurologisch als Veränderung der Hirnwellen messbar. Der Herzschlag wird verlangsamt, die Atmung vertieft, Muskelspannungen reduziert.

Das Mind and Life Institute ist unter Mitwirkung anerkannter Wissenschaftler mit dem Versuch befasst, die Wirkung von Meditation auf das Gehirn zu untersuchen, und umgekehrt.


Meditationszentrum
Es handelt sich um einen Begriff aus dem westlichen Kulturkreis. Ein Teil der in der zweiten Hälfte des 20. Jhdts. gegründeten New-Age-Zentren verfügt über ein Gemeinschaftsgebäude oder einen zentralen Versammlungsraum, der bei religiös und/ oder spirituell ausgerichteten Gemeinschaften und Gruppen bzw. im Falle von Ashrams entweder auch oder ausschließlich als Meditationszentrum genutzt wird. Für eine wechselnde Nutzung mit eingeschobenen Meditationszeiten steht beispielhaft die Universal Hall in der schottischen Findhorn Foundation, für eine ausschließlich meditative Nutzung in absoluter Stille steht der Matrimandir im südindischen Auroville.


Quellen
↑ Schiller, Paul Eugen: Der anthroposophische Schulungsweg. Ein Überblick. Dornach 1979, ISBN 3-7235-0272-5
↑ Ausführliche Darstellung in: Steiner, Rudolf: Wie erlangt man Erkenntnisse der höheren Welten? Dornach 1992, ISBN 3-7274-0100-1

Literatur
Naranjo, Claudio; Ornstein, Robert, E.: Psychologie der Meditation, Fischer 1976, ISBN 3-436-02388-4
Taisen Deshimaru-Roshi: Za-Zen. Die Praxis des Zen. 5. Aufl. Kristkeitz, Leimen 1991, ISBN 3-921508-11-8
Dalai Lama XIV.: Die Essenz der Meditation 1. Aufl. Heyn, April 2005, ISBN 3453700147
Kraft, Ulrich (2005): Meditation. Die neuronale Erleuchtung. Regelmäßiges Meditieren verändert das Gehirn - und damit auch, wie jemand denkt und fühlt. In: Gehirn & Geist, Nr. 10, S. 12–17. Online verfügbar unter http://www.gehirn-und-geist.de/artikel/837043, zuerst veröffentlicht: 22. September 2005, zuletzt geprüft am 1. November 2006.
Sakyong Mipham (Vorwort von Pema Chödrön): Wie der weite Raum. Die Kraft der Meditation, dtv 2005
Piron, Harald: Meditation und ihre Bedeutung für die seelische Gesundheit. 2003 Oldenburg: Bis.
Schiller, Paul Eugen: Der anthroposophische Schulungsweg. Ein Überblick. Dornach 1979, ISBN 3-7235-0272-5
Wilfried Huchzermeyer: Das Yoga-Wörterbuch. Sanskrit-Begriffe, Übungsstile, Biographien. edition sawitri 2006, ISBN 3-931172-25-2
Paramhans Swami Maheshwarananda: Yoga im täglichen Leben - Das System. Ibera (2000) ISBN 3-85052-009-9
Jon Kabat-Zinn: Gesund durch Meditation, 10. Auflage 2003, Verlag O.W. Barth, ISBN 3-502-62332-5
Jon Kabat-Zinn: Im Alltag Ruhe finden, Das umfassende praktische Meditationsprogramm, ISBN 3-451-05132-X
Jon Kabat-Zinn: Stressbewältigung durch die Praxis der Achtsamkeit., 1. Auflage 1999, Arbor-Verlag, ISBN 3924195579

Weblinks
 Commons: Meditation – Bilder, Videos und Audiodateien

Dalai Lama: Mehr Licht im Labor! Über Meditation - Dalai Lama in einem Beitrag der zeit.de/2005/38
bio.com: Meditation Associated with Increased Grey Matter in the Brain (engl.) - Bericht über eine in NeuroReport (16: 1893-1897, 2005) veröffentlichte Studie über die durch Meditation vermittelte Dickenzunahme bestimmter kortikaler Regionen des Gehirns
Die buddhistische Satipatthāna-Methode
Informationen und Forschung zu Achtsamkeit und Achtsamkeitsmeditation
Society Meditation / Research
Weiterführende Informationen über Meditation

Ich wünsche Euch viel Kraft, Licht und Liebe.
Meditation macht gesund
 Eure
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