Die sieben Weltwunder


file:///home/rainer/Documents/neu/weltwunder/180px-SevenWondersOfTheWorld.jpg

1. Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten
2. Die Zeusstatue des Phidias von Olympia
3. Der Tempel der Artemis in Ephesos
4. Das Grab des König Mausolos II. zu Halikarnassos
5. Die hängenden Gärten der Semiramis zu Babylon
6. Der Koloss von Rhodos
7. Der Leuchtturm auf der Insel Pharos vor Alexandria

Die Pyramiden von Gizeh

file:///home/rainer/Documents/neu/weltwunder/Pyramide%20von%20Gizeh.jpg

Die Pyramiden von Gizeh in Ägypten gehören zu den bekanntesten und ältesten erhaltenen Bauwerken der Menschheit. Sie befinden sich am westlichen Rand des Niltals, etwa acht Kilometer südwestlich der Stadt Gizeh (Gîza). Sie sind rund 15 km vom Kairoer Stadtzentrum entfernt und liegen direkt an der Pyramidenstraße (Scharia el-Ahram). Sie sind das einzige erhaltene der sieben Weltwunder der Antike.

Vorgeschichte 
Das Pyramidenfeld von Gizeh war schon seit der ersten Dynastie ein bedeutender Friedhof. Hier konnten große Mastabas der ersten, zweiten und dritten Dynastie ausgegraben werden. Es ist unklar in welchem Umfang der spätere Friedhof und die Pyramiden der vierten Dynastie solche alten Gräber zerstörten.


Baugeschichte 
Die Pyramiden entstanden etwa zwischen 2620 bis 2500 v. Chr. in der 4. Dynastie. Sie wurden auf einem rund 1000 mal 2000 m großen Kalksteinplateau errichtet, wobei mit dem Bau der Pyramiden Nebenpyramiden, Tempelanlagen, Gräberfelder und Arbeiterdörfer entstanden.


Große Pyramide 
Hauptartikel Cheops-Pyramide

 
Der Pyramidenkomplex von GizehDie größte und vermutlich bekannteste Pyramide ist die des Pharao Cheops. Er regierte etwa um 2620 - 2580 (2604–2581) v. Chr. Die Cheops-Pyramide war ursprünglich 146,6 m hoch (heute: 138,75 m), die Seitenlänge betrug 230,33 m (heute: ca. 225 m) und ihr Neigungswinkel beträgt 51°50'. Sie wurde aus rund 3 Millionen Steinblöcken errichtet, deren durchschnittliches Gewicht jeweils bei ca. 2,5 t liegt und war komplett mit Kalksteinplatten verkleidet. Im Inneren befindet sich die Große Galerie, 8,5 m hoch und 47 m lang. Den Bau der Pyramide leitete der Baumeister Hemiun.


Mittlere Pyramide 
Hauptartikel Chephren-Pyramide

Die mittlere der drei Pyramiden ist die des Pharao Chephren. Er regierte etwa 2558 bis 2532 v. Chr. Die Chephren-Pyramide war ursprünglich 143,5 m hoch (heute: 136,4 m), die Seitenlänge betrug 215,25 m und ihr Neigungswinkel beträgt 53°10'. Wie auch die Cheops-Pyramide war sie komplett mit Kalksteinplatten verkleidet. Sie wirkt durch ihren etwa 10 m höher gelegenen Standort wegen ihrer nur sehr wenig kleineren Größe und Höhe sogar größer als die Cheops-Pyramide und ihre Spitze ragt über deren Spitze hinaus, weshalb sie bei Laien oft für die Cheops-Pyramide gehalten wird. Ein 400 m langer, reliefgeschmückter Aufweg führt vom Taltempel am Sphinxtempel und der großen Sphinx von Gizeh vorbei bis zum Totentempel und zur Pyramide selbst.


Kleine Pyramide 
Hauptartikel Mykerinos-Pyramide

Die kleinste der drei Pyramiden ist die des Pharao Mykerinos. Er regierte etwa 2532 bis 2503 v. Chr. Die Mykerinos-Pyramide war ursprünglich 65 m hoch, womit sie nicht mal halb so hoch wie die beiden anderen Pyramiden ist. Die Seitenlänge betrug 102,2 m x 104,6 m (mittlere Basislänge 103,4 m) und ihr Neigungswinkel beträgt 51° 20', der damit fast mit dem der Cheops-Pyramide identisch ist. Der obere Teil der Pyramide war, ebenso wie die Cheops-Pyramide und die Chephren-Pyramide, mit Kalksteinplatten verkleidet. Die unteren 16 Lagen bestehen jedoch aus Rosengraniteinfassungen.


Nach der 4. Dynastie 
Gizeh war im Alten Reich ein bedeutender Friedhof und wurde wohl erst mit Beginn der Ersten Zwischenzeit aufgegeben. Aus dem Mittleren Reich sind wenig Überreste erhalten und es ist auffällig, dass sich ein Totenkult an den Pyramiden kaum nachweisen lässt. Erst aus der Zeit des Neuen Reiches und der Spätzeit gibt es dagegen wieder bedeutende Grabanlagen in Gizeh. Es sind Restaurierungsarbeiten an den Tempeln und Pyramiden bezeugt.


Theorien 
Die verbreitetste Theorie zur Funktion der Pyramiden ist, dass diese als Grabstätten für die Pharaonen gedacht waren. Die Pyramiden bilden das Zentrum einer riesigen Nekropole des Alten Reiches. Daneben besteht auch die Theorie, dass die Pyramiden vor allem einer rituellen Funktion dienten.

Entgegen früherer Annahmen ist man heutzutage der Ansicht, dass keineswegs eine Armee von Sklaven diese Bauwerke errichtet hat. Vielmehr sollen sie von Bauern aus dem ganzen Land erbaut worden sein, welche in der unfruchtbaren bzw. nicht arbeitsintensiven Jahreszeit des Ackerbaus zu dieser Arbeit herangezogen wurden.

Laut einer sehr umstrittenen Hypothese von Robert Bauval und Adrian Gilbert bildet die Anordnung der drei Pyramiden den Stand der drei Hauptsterne des Oriongürtels um das Jahr 10.500 v. Chr. auf der Erde ab, wobei der nahegelegene Nil die Milchstraße darstellt. Denn nur zu dieser Zeit stimmte laut Bauval und Gilbert die sich mit der Zeit verändernde Konstellation der drei Sterne des Oriongürtels mit der Positionierung der drei Pyramiden von Gizeh exakt überein. Demzufolge wären die Pyramiden viel älter als bisher angenommen. Angeblich stützen die Daten der großen Sphinx von Gizeh diese Theorie, denn sie soll etwa zur selben Zeit errichtet worden sein. Nach Ansicht beider Forscher blickt die große Sphinx um 10.500 v. Chr. zum Zeitpunkt der Tag-und-Nacht-Gleiche exakt auf das Sternbild des Löwen. Damit fände sich auch eine Erklärung, warum die Sphinx einen Löwenkörper hat. Da Bauval jedoch falsche Messwerte benutzte kann diese Theorie inzwischen als eindeutig widerlegt gelten.

Eine weitere Theorie, von Erich von Däniken, besagt, dass die Pyramiden unter dem Einfluss von Außerirdischen gebaut wurden.


Neuzeit
Mit Napoleons Ägyptenfeldzug 1798-99 beginnt die wissenschaftliche Erforschung der Pyramiden. Sie beeinflusst den europäischen Stil des Empire.


Unter der Leitung von Auguste Mariette finden 1860 Ausgrabungen statt.

1979 wurden die Pyramiden und die Sphinx von Gizeh als Kulturdenkmal von der UNESCO in die Liste des Welterbes aufgenommen.

1984 prägte Ägypten 5-Piaster-Münzen mit einer Darstellung dieser Bauwerke.

2007 wurde die schon 2002 errichtete Mauer um das Pyramidenareal zeitweise geschlossen. Die durch den Besichtigungseintritt erlösten Einnahmen gehen an die ägyptische Regierung. Einheimische, die seit Generationen ihren Lebensunterhalt dort erwirtschaften konnten, sind in Ihrer Arbeit stark eingeschränkt.

Die Zeusstatue des Phidias

file:///home/rainer/Documents/neu/weltwunder/300px-Statue_of_Zeus.jpg

Das Standbild des Zeus zu Olympia, auch die Zeusstatue des Phidias (altgr. τὸ Ἄγαλμα τοῦ Ὀλυμπίου Διός, ὁ τοῦ Φειδίου Ζεὺς Ὀλύμπιος (tò Ágalma toû Olympíou Diós, ho toû Pheidíou Zeùs Olýmpios) - das Standbild des Olympischen Zeus, der Olympische Zeus des Pheidias; lateinisch Statua Iovis Olympici, selten Phidiae Statua Iovis Olympici) war das im 456 v. Chr. fertiggestellten Zeustempel von Olympia vom Bildhauer Phidias errichtete sitzende Kolossalstatue des Zeus und gehörte zu den Sieben Weltwundern der Antike.



Beschreibung 
Der ägyptische Reiseschriftsteller Pausanias gibt eine ausführliche Beschreibung der Statue, nach der das konkrete Aussehen freilich nur bedingt rekonstruiert werden kann. Die Statue hatte eine Höhe von über 12 m, war auf einem inneren Gerüst aus Eisen, Gips und Holz aufgebaut, außen mit Gold, Elfenbein und Ebenholz verkleidet (chryselephantin) und mit gegossenem farbigen Glas und Edelsteinen verziert.

 
Marmorsitzstatue des Zeus in der Eremitage, nach Phidias' Zeusstatue geschaffenDie Zeusstatue wurde allerdings erst ab 438 v. Chr., also fast zwanzig Jahre nach Ende der Bauarbeiten des Tempels, vom griechischen Bildhauer Phidias geschaffen, der bis an sein Lebensende um 430 v. Chr. an dieser Statue, die sein größtes Meisterwerk war, arbeitete.

Als unglücklich galt bei den Griechen jener, der das Nationalheiligtum nicht gesehen hatte. Auch eine vernunftlose Kreatur müßte der Anblick des Zeus erschüttern (Johannes Chrysostomos). Der Zeus von Olympia war das letzte Werk des griechischen Bildhauers Phidias, von dem auch die in gleicher Technik errichtete Statue der Athene Parthenos auf der Akropolis in Athen stammte. Sie stellte den obersten der Götter mit gerunzelter Augenbraue (supercilium) dar. Denn mit einem Heben der Braue regiert Zeus nach antikem Glauben die Welt, mit einem Stirnrunzeln lässt er den Olymp erbeben.

Im Jahre 40 n. Chr. scheiterte der römische Kaiser Caligula mit dem Versuch, die Statue nach Rom zu schaffen.

Die Zeusstatue wurde jedoch nicht in Olympia zerstört. Im 4. Jahrhundert (um 360) wurde sie nach Konstantinopel gebracht. Dort fiel sie 475 n. Chr. einem Brand zum Opfer. Die Reste des Zeustempels und die Überreste der Werkstadt des Phidias sind in Olympia an Ort und Stelle zu sehen. Ein Keramikbecher, in dessen Boden die Worte: ΦEIΔIOY EIMI (Φειδίου εἰμί; PHEIDIOU EIMI = (des) Pheidias (Eigentum) bin ich) eingeritzt sind, wurde im Schutt der Werkstatt neben Resten von Material und Werkzeug gefunden. Die Größe der erhaltenen Säulentrommeln vermittelt eine Vorstellung über die Größe des Gesamttempels. Von der Mitte des Westgiebels des Zeustempels besitzen wir, alle anderen Figuren weit überragend, eine Figur des Strengen Stils im jugendliche Gott Apoll von Olympia, den rechten Arm mit gebieterischer Geste ausgestreckt.


Vorbildfunktion
Einer Dokumentation zufolge „Gestürzte Giganten – Weltwunder der Antike“, ein Film von Peter Spry Leverton, soll die atemberaubende und beeindruckende 12 m hohe, mit Gold und Elfenbein überzogene Zeus-Statue des Phidias im Zeustempel von Olympia, eines der "Sieben antiken Weltwunder", dessen Aussehen von Münzen und aus alten Schriften stammt, einen solch großen Reiz auf die Christliche Elite gehabt haben, da es keine historischen bildlichen Zeugnisse gab, wie Jesus Christus ausgesehen hat, dass sie die Zustimmung gaben das Gesicht von Jesus Christus durch das Gesicht der Zeus-Statue darzustellen.





Der Artemis Tempel in Ephesus

file:///home/rainer/Documents/neu/weltwunder/180px-Ac_artemisephesus.jpg

Der Tempel der Artemis in Ephesos, auch Artemision, (altgr. ὁ ναὸς τῆς Ἀρτέμιδος Ἐφεσίης, τὸ Ἀρτεμίσιον (ho naòs tês Artémidos Ephesíês, tò Artemísion), lateinisch Templum Dianae Ephesi(n)ae oder Artemisium Ephesi(n)um) war der größte Tempelbau der Antike und gehört zu den "Sieben Weltwundern".

Der Tempel (archäologisch: Tempel "D") wurde in Ephesos nach der Zerstörung der Vorgängerbauten "A" - "C" (z. T. Holzkonstruktionen) auf einem Sumpfgelände erbaut. Ephesos liegt in der heutigen Türkei bei Selçuk unweit İzmirs. Der griechischen Stadt wurde sagenhafter Reichtum nachgesagt und galt später – als Hauptstadt der römischen Provinz Asia – als eine der größten Städte der Antike. Erdverfärbungen, die bei Tiefgrabungen beobachtet werden konnten, bestätigen die Nachrichten, dass bei der Vorbereitung des Geländes für den Tempelbau Holzkohle und Lederabdeckungen zur Sicherung des moorigen Untergrundes eingebracht wurde. Die Bauarbeiten dauerten ungewöhnliche 120 Jahre, der Baubeginn lag um 560 v. Chr.. Bauherr war damals der Lyderkönig Kroisos, erster Architekt Rhoikos von Samos (Ῥοίκος ὁ Σάμιος), dann Chersiphron von Knossos (Χερσίφρων ὁ Κνώσσιος) und sein Sohn Metagenes (Μεταγένης ὁ Κνώσσιος), zuletzt Demetrios und Paionios aus Ephesos (Δημήτριος ὁ Ἐφέσιος, Παιώνιος ὁ Ἐφέσιος), die ihn um 440 v. Chr. nach Beendigung der Perserkriege vollendeten. Die Konstruktion war äußerst schwierig, denn sie bestand aus 127 reich verzierten Marmorsäulen von 18 m Höhe auf einer Fläche von 115 m x 55 m, die außergewöhnlich schwere Querbalken trugen. Die zwei Meter hohe Artemis-Statue in der Cella war aus Weinrebholz gefertigt und mit Gold und Silber verkleidet. Das Dach wurde aus Zedernholz gefertigt. Heraklit weihte sein Buch über den Logos im Tempel auf dem Altar der Artemis.

Der Tempel fiel im Jahre 356 v. Chr. einer Brandstiftung durch Herostratos zum Opfer. Er beging die Tat aus Geltungssucht – sein Vorhaben, durch das Niederbrennen des Weltwunders, berühmt – und somit unsterblich – zu werden, ist ihm gelungen. Der Sage nach soll in der Nacht des Niederbrennens Alexander der Große geboren sein, der später auch sehr große finanzielle Hilfe zum Wiederaufbau des Tempels leistete. Der aufwändigere Neubau (Tempel "E") wurde durch den ephesische Architekt Cheirokrates (Χειροκράτης ὁ Ἐφέσιος) ausgeführt, der auf der Schuttmasse des Vorgängerbaus ein größeres Areal (125,67 x 65,05 m², 2 m Höhe) zur Basis des neuen, noch prächtigeren Tempels mit einem Steindach machte. 262 n. Chr. wurde der Prachtbau durch die Goten zerstört, die Reste von den Einwohnern als Baumaterial verwendet. Heute ragt nur noch eine wiedererrichtete, einsame Säule aus dem Sumpfwasser.

Als der Apostel Paulus um das Jahr 55 in die Metropole kam, hatte er angeblich so großen Zulauf, dass viele um den Artemiskult und um ihre wirtschaftliche Existenz gefürchtet haben sollen. Der „Aufruhr des Demetrios“ – eines Silberschmiedes und Herstellers von Devotionalien – ist im 19. Kapitel der Apostelgeschichte beschrieben.


Das Grabmal des Mausolos in Halikarnassos

file:///home/rainer/Documents/neu/weltwunder/200px-Mausoleum_of_Halicarnassus.jpg

Das Mausoleum von Halikarnassos (altgriech. ὁ Τάφος τοῦ Μαυσσώλου; τὸ Μαυσσώλειον Ἁλικαρνασσεύς, τὸ Μαυσ(σ)ωλ(λ)εῖον τοῦ Ἁλικαρνασσοῦ - ho Táphos tou Maussôllou, tò Maussôleíon Halikarnasseús, tò Mausôleíon toû Halikarnassoû = „das Grab des Maussollos“; latein. "sepulcrum Mausoli Halicarnasense", "Mausoleum Halicarnasense") war das prächtige Grabmal von Mausolos II. (eigentl. Maussollos, Maussolos, selten Mausollos), dem persischen Satrapen und Kleinkönig von Karien und das fünfte der "Sieben Weltwunder" der Antike.



Bau
Das Mausoleum wurde um 368 v. Chr. - um 350 v. Chr. in Halikarnassos, der neuen Hauptstadt Kariens in Kleinasien, im heutigen Bodrum an der Ägäissüdwestküste der Türkei errichtet. Auf einer 105 m auf 244 m großen Felsterrasse auf einem Hügelhang, die später als Grabbezirk von einer Umfassungsmauer (περίβολος - Peribolos) umschlossen wurde, hob man das Fundament aus. Die Fundamentplatte maß 32 m auf 38,40 m, der Bau erreichte eine Höhe von insgesamt etwa 46 m. Der Sockel aus drei leicht zurückgesetzten Stufen war aus grünem Vulkangestein gefertigt und mit Marmor verkleidet. Vor jeder der Stufen, die im Verhältnis 3:4:5 höher gebaut waren, standen Rundplastiken, vor der untersten auf der überragenden Bodenplatte Reiterkampfszenen zwischen Griechen und Persern in etwa Naturgröße, vor der darübergelegenen Heroenfiguren in Übergröße und vor der dritten Jagdszenen in doppelter Normalgröße. Darüber erhob sich eine Ringhalle - also die Form eines Peripteros (περίπτερος) oder Pteron (πτερόν) - mit 36 (9 auf 11) ionischen Säulen, zwischen denen Skulpturen in Übergröße aufgestellt waren, Götterfiguren und solche des Herrscherhauses, was das Grabmal auch als Heroon erscheinen ließ. Der oberste Abschluss der dritten Stufe (Podium, 18,5 m) unterhalb der Säulen sowie ein Band hinter den Säulen und der Quadrigasockel trugen prächtige Relieffriese mit Amazonenkämpfen, Wagenrennen und Lapiten- und Kentaurenkämpfen. Das Dach des Bauwerks bildete eine 24stufige Pyramide (7 m) - entsprechen den Regierungsjahren des Königs, der oberste Abschluss des Grabmals eine von Maussollos und Artemisia gelenkte Marmor-Quadriga auf einem Sockel mit Fries (6 m, s.u.) auf der Pyramidenspitze, die Pytheos zugesprochen wird. Sowohl die Pferde der Quadriga als auch andere Figuren waren mit Bronzeapplikationen (Zaumzeug, Waffen) versehen. Die seinerzeit berühmtesten Bildhauer wurden verpflichtet: Bryaxis aus Karien (Nordseite), Leochares von Athen (Westseite), Timotheos (Südseite) und Skopas von Paros (Ostseite). Das fertige Bauwerk erstrahlte in weißem Marmorglanz.

Seine Berühmtheit seit der Fertigstellung war so groß, dass die Begriffe Maussoleion und Mausoleum seitdem zum Synonym für eine großartige Grabanlage wurden. Das Wort "Maussol–eion" selbst bedeutet "dem Maussolos gewidmet oder gehörig" (vergleiche: "Artemision - Tempel der Artemis").


Geschichte 
Seit Antipatros von Sidon gehört es wegen der Schönheit, des überwältigenden Gesamteindruckes und der kostbaren Statuen und Relieffriesen zum klassischen Kanon der Sieben Weltwunder und wurde erst im 16. Jahrhundert bis auf die Fundamente nahezu vollständig abgetragen.

 
Imaginierte Darstellung des Mausoleums, Stich von Martin van Heemskerck, 16. JahrhundertDen Auftrag zum Bau seiner Grabstätte gab Maussollos' Frau und Schwester Artemisia II., nicht ihr Mann selbst, in dessen letzten Regierungsjahren. Als Architekten sind Satyros und Pytheos überliefert, die ein leider nicht überliefertes Buch über das Grabmal schrieben. Es wurde erst drei Jahre nach Maussollos' und ein Jahr nach Artemisias Tod durch die Künstler in Eigenregie fertiggestellt.

Das Mausoleum wurde mit Sicherheit durch ein Erdbeben im 12. Jahrhundert schwer beschädigt, blieb in seinem Fundament jedoch nahezu das gesamte Mittelalter hindurch erhalten. 1404 und, Augenzeugenberichten zufolge, noch einmal 1523 wurde es dann von den Rittern des Johanniterordens abgebrochen, um Baumaterial für ihre Festung St. Peter zu gewinnen. Verständlich ist dieser Zerstörungsakt nur im Zusammenhang mit dem Rückzug der Kreuzritter aus Rhodos, nachdem diese bereits Zypern verloren hatten und nun vor den Truppen Suleiman des Prächtigen kapitulieren und Rhodos verlassen mussten. In aller Eile wurde hier einer der letzten christlichen Brückenköpfe ausgebaut, bevor sich die Ordensritter 1530 endgültig auf die von ihnen eroberte Insel Malta zurückzogen.

Bereits in den älteren Teilen der 1404 errichteten Burg finden sich Architektur- und Reliefstücke aus Marmor und die typischen grau-grünen Quadersteine, aus denen der Kern des Grabbaus bestand. Aber noch 1497/1498, als die Florentiner Bernardo Michelozzi und Bonsignore Bonsignori Kleinasien besuchten, waren nach ihren Berichten bedeutende Teile des Grabmals intakt. So fanden auch einige Fragmente den Weg nach Europa. Sicher ist daher, dass der Schlussakt der Tragödie dieses Weltwunders tatsächlich erst 1523 stattfand. Der mit der Reparatur der Burg beauftragte Festungskommandant de la Tourette berichtet nämlich, dass nach der Entdeckung der eigentlichen Grabkammer, eines großen, mit Marmor ausgestatteten Raumes, ohne Umschweife die Reliefplatten zerschlagen und der Bau abgebrochen wurde.


Rekonstruktion 
Bereits seit dem 18. Jahrhundert wurden zahlreiche Versuche unternommen, auf Grundlage der antiken literarischen Beschreibung durch Plinius den Älteren das Aussehen des Baus zu rekonstruieren. Sie führten zu ebenso vielen unterschiedlichen wie phantasievollen Lösungen. Auf eine wissenschaftliche Grundlage wurden die Bemühungen erst gestellt, als 1857 eine englische Grabung unter C. T. Newton Teile des Fundaments freilegte und Skulpturen sowie Bauteile gefunden wurden. Doch erst durch die dänischen Forschungen und Grabungen von 1966-1977 unter Kristian Jeppesen ließ sich eine umfassende und weitgehend durch Bauteile belegte Rekonstruktion erarbeiten. Fries und Statuen des Mausoleums von Halikarnassos befinden sich heute im Britischen Museum in London. Obwohl das Grabmal nicht mehr vorhanden ist, kommt ihm in der Architekturgeschichte als einem der wichtigsten und herausragendsten Werke ionischer Baukunst der Spätklassik eine zentrale Bedeutung zu.


Heute 
An der Stelle des antiken Halikarnassos befindet sich heute die Touristenmetropole Bodrum. Ihr moderner Name, der im Türkischen so viel wie "unterirdisches Gewölbe" bedeutet, deutet noch heute auf die verschütteten Reste des Mausoleums hin. Von dem Bauwerk ist noch die Vertiefung der Grabkammer etwa acht Meter unter dem heutigen Bodenniveau zu sehen, sowie die noch begehbaren Reste des das Bauwerk umfassenden Kanalisationssystems. In einem daneben liegenden Saal sind Reste von Reliefs und Baumaterialien zu sehen.


Literatur 
Ich habe ein Heim, über mir in Halikarnassos. Ein gigantisches Monument, wie es kein anderer toter Mensch hat. Geschmückt mit Statuen von Pferden und Männern, so fein und realistisch aus bestem Marmor gearbeitet."
 König Mausolos
in Lucian's "Dialoge über den Tod"
Von diesem König, der sich ein Denkmal für die Ewigkeit setzen wollte, stammt die Bezeichnung "Mausoleum" für Grabmäler.

Die hängenden Gärten von Babylon

file:///home/rainer/Documents/neu/weltwunder/180px-Hanging_Gardens_of_Babylon.jpg

Die Hängenden Gärten der Semiramis in Babylon, auch die Hängenden Gärten der Semiramis, die Hängenden Gärten von Babylon (altgr. οἱ [τῆς Σεμιράμιδος] Κῆποι Κρεμαστοὶ Βαβυλώνιοι (hoi tês Semirámidos Kêpoi Kremastoí Babylônioi), lateinisch Semiramidis Horti Pensiles oder Horti Pensiles Babylonis) waren eine aufwendige Gartenanlage in Babylon am Euphrat (Zweistromland, im heutigen Irak gelegen) und eines der Sieben Weltwunder der Antike.

Schriftquellen 
Die älteste Beschreibung der schwebenden Gärten geht auf ein Gedicht von Antipatros von Sidon (Beginn des 2. Jahrhundert v. Chr.) zurück. Dieser nennt jedoch keinen Ort.

Die Beschreibungen, denen wir unsere Vorstellung dieser Gärten verdanken, gehen auf folgende fünf Autoren zurück:

den Chaldäer Berossos (* etwa 350 v. Chr.), dessen verlorenes Werk Babyloniaka wir unter anderem daher kennen, dass der jüdische Geschichtsschreiber Flavius Josephus daraus ausführlich zitierte.
Diodorus Siculus, der seine Beschreibung ungefähr in der Mitte des 1. Jahrhunderts n. Chr. schrieb.
den griechischen Mediziner Ktesias von Knidos, der um 400 v. Chr. in persische Kriegsgefangenschaft geriet und als Leibarzt des Königs Artaxerxes tätig war. Er hinterließ ein umfangreiches und streckenweise fantasiereiches Werk mit dem Titel Persika. Was er darin über Babylon schrieb, ist zwar weitgehend verloren, wird aber von Diodor und Quintus Curtius Rufus zitiert.
Strabon, einen griechischen Gelehrten, der im 1. Jahrhundert v. Chr. seine Geographie schrieb.
Philon von Byzanz, der vermutlich um 250 v. Chr. eine Art Reiseführer zu den "Sieben Weltwundern" schrieb.

Grabungen 
Oft wird die von Robert Koldewey im Nordostteil des Südpalastes ausgegrabene Anlage, deren Fundament aus mehreren überwölbten Räumen bestand, als Überreste der hängenden Gärten gedeutet. Diese wären demnach auf einem Quadrat mit einer Seitenlänge von 100 m angelegt gewesen, die Terrassen erreichten eine Höhe von circa 25 bis 30 m. Die dicken Mauern und Pfeiler des Aufbaugerüstes waren überwiegend aus Brandziegeln hergestellt, und unter den einzelnen Stufenabsätzen sollen sich Gänge befunden haben. Die Etagenböden bestanden aus drei Lagen. Eine Lage aus Rohr mit viel Asphalt, darunter eine doppelte Lage aus gebrannten Ziegeln, die in Gipsmörtel eingebettet waren, und ganz unten dicke Platten aus Blei. So wurde ein Durchdringen von Feuchtigkeit verhindert. Auf diese Konstruktion hätte man Humus aufbringen und verschiedene Baumsorten einpflanzen können. Eine Bewässerung war aus dem nahe gelegenen Euphrat möglich.

Die Gartenanlage kann allerdings nicht für Schammuramat gebaut worden sein, da das ausgegrabene Areal Nebukadnezar II. zugewiesen wird, der etwa 200 Jahre später als Schammuramat (Šammuramat) lebte.

 
Hängende Gärten der Semiramis, assyrische InterpretationWolfram Nagel lokalisiert die Gärten im Westen der Südburg, wohl im Bereich des Außenwerks, und nimmt dann einen Neubau in persischer Zeit durch Atossa, der Mutter des Xerxes an, die damit an ihre „Großtante Amyitas“, für die Nebukadnezar Gärten hatte einrichten lassen, erinnern wollte (Nagel 1978, 26).

Julian Reade lokalisiert die Gärten im Außenwerk des sogenannten Nordpalastes, nach Osten zum Palast hin orientiert.

Stephanie Dalley schlug vor, daß die Hängenden Gärten nicht in Babylon, sondern in Niniveh lagen und der Palastgarten Sanheribs waren, der sie mittels einer archimedischen Schraube bewässern ließ und für seine Gattin Tāšmetun-Šarrat erbaute.



Andere Deutungen 
Professor Kai Broderson hat die These aufgestellt, dass diese berühmten Gärten nie existierten, sondern dass Nebukadnezar II. einen unzugänglichen Palastgarten schaffen ließ, der in der Fantasie der Autoren der nächsten Jahrhunderte immer wunderbarere Formen annahm. Als Beleg dafür führt er an, dass diese Bauten bis heute nicht zufriedenstellend lokalisiert werden konnten, dass man dem Garten Bewässerungsformen unterstellte, die erst in der Zeit nach Nebukadnezar II. erfunden wurden, und dass weder die zeitgenössischen babylonischen Texte noch Herodot von einem solchen Bau zu berichten wussten. Auch andere Autoren (z. B. Jursa 2004, 77) bezweifeln inzwischen die Deutung Koldeweys.

Der Koloß von Rhodos

file:///home/rainer/Documents/neu/weltwunder/koloss_von_rhodos.jpg

Der Koloss von Rhodos (altgriech. Ὁ Ἥλιος Ῥόδιος, Ὁ Κολοσσὸς Ῥόδιος – ho Hélios Rhódios, ho Kolossòs Rhódios, lateinisch Colossus Solis Rhodi oder Solis Colossus Rhodi, neugr. Κολοσσός της Ρόδου – Kolossós tis Rhódou) war eine monumentale Bronzestatue des Gottes Helios in der Stadt Rhodos. Sie zählt zu den Sieben Weltwundern der Antike und ist Ursprung der Begriffe kolossal und Kolossalstatue.




Vorgeschichte, Maße, Bautechnik und Bauzeit 
Der Überlieferung nach errichteten die Rhodier das Standbild des Sonnengottes Helios, des Schutzgottes der Stadt und Insel, nachdem dieser die Stadt auf wundersame Art vor der Eroberung durch Demetrios I. Poliorketes gerettet hatte. Helios hatte die Rhodier angewiesen, nachts einen verdeckten Graben zwischen Stadtmauer und der neunstöckigen Hauptbelagerungsmaschine Helepolis (altgr. ἑλέπολις = Stadtzerstörerin) zu ziehen. Als die Belagerungsmaschine am nächsten Morgen vorrückte, stürzte sie in diesen Graben und verschloss mit ihrem Turm eine bereits geschlagene Bresche in der Stadtmauer wieder. Demetrios gab die Belagerung der Stadt Rhodos daraufhin auf und hinterließ seine gesamten Belagerungsgeräte den Rhodiern, deren Erlös (300 Talente Silber = 7880 kg) die Rhodier zur Finanzierung des Standbildes verwendeten.[1] Chares von Lindos, einem Schüler des Lysippos von Sikyon, wird die Statue zugeschrieben, nach einigen Quellen unter Mitarbeit eines Bildhauers namens Laches.

500 Talente Erz (13 t) und 300 Talente Eisen (etwa 8 t) wurden laut Überlieferung verwendet. Der Bau habe so viel Rohmaterial verschlungen, dass die damals bekannten Kupfererzquellen zu versiegen drohten.[2] Einige Quellen sprechen von weiterem Stützwerk aus Holz. Ausgehend von einem verkleinerten Modell wurden nach Maß vorgefertigten Bronzegussplatten Schicht um Schicht aufeinander verschweißt, mit Eisenstreben innen gesichert und mit Steinen stabilisiert (bis ca. zu den Unterschenkeln, nach anderen Quellen bis in den Kopf unter Auslassung eines Treppenaufgangs ab der Mitte zu Reparaturzwecken). Die Arbeit erfolgte mit Hilfe von Erdaufschüttungen um die wachsende Statue Schicht um Schicht, nach einer anderen Quelle um ein vorher errichtetes Eisengerüst als kontinuierlicher Guss, der von heutigen Gussexperten angezweifelt wird. Die übliche Technik, die Figur aus größeren Partien wie Rumpf, Kopf, Armen und Beinen vorzufertigen und diese danach zusammenzuschweißen, konnte wegen der außerordentlichen Größe nicht angewandt werden – die Körperteile wären intransportabel gewesen. Da Chares ein Schüler Lysippos' war, der es besonders schätzte, Dynamik, Anspannung und Ausdruck in seine Skulpturen einzuarbeiten, nimmt man eine eher fließend geformte als eine starre, strenge Figurierung des Koloss an.

Die Rhodier, die zunächst eine mittelgroße, etwa 18 m hohe Statue bei Chares bestellten und den Preis festlegten, erhöhten ihren Auftrag auf die letztendlich erbaute Größe. Chares merkte zu spät, dass er den achtfachen statt doppelten Preis hätte fordern müssen und ging an dem Auftrag bankrott, was ihn dann in den Selbstmord trieb.

Heute ist keine antike Darstellung des Kolosses überliefert, ausgenommen Münzbilder des Kopfes des Helios mit und ohne Strahlenkranz auf zeitgenössischen rhodischen Prägungen. Die Angaben der Ausmaße schwanken zwischen 32 und 36 m Höhe, wobei manche Quellen den Marmorsockel, auf dem die Statue stand, mitzählen, andere hingegen nicht. Ebenso spekulativ ist die Bauzeit von circa 12 Jahren, die wahrscheinlich um 300 v. Chr. gelegen hat (304–292 v. Chr. nach Werner Ekschmitt). Man kann jedoch davon ausgehen, dass es sich um eine jugendhafte, nackte oder nur mit einem Umhang bekleidete Männerstatue handelte, die den Gott Helios darstellte.


Standort 
Neben dem Aussehen des Kolosses ist ein weiteres ungelöstes Rätsel dessen Standort. In der Regel wurden Götterstandbilder in der Nähe des Heiligtums des Gottes errichtet, was einen Ort an exponierter Stelle im Innern der Stadt wahrscheinlich erscheinen lässt: die Stadt Rhodos überschauend oder in der Nähe der späteren Johanniterburg, deren Kirche aus dem 14. Jahrhundert einst St. Johannes Colossensis hieß. Sie gilt als der wahrscheinlichste Standort.

Entgegen einer weit verbreiteten Ansicht ist es nicht gesichert, dass der Koloss einen Bezug zum Hafen – wo der Standort des Kolosses gern vermutet wird – und der Seefahrt hatte, auch wenn die Rhodier ein Seefahrervolk waren und es sich viele nur schwer vorstellen können, dass das Inselvolk ihr bedeutendstes Bauwerk etwas anderem als der Seefahrt gewidmet hätten. Wenn die Statue schon nicht breitbeinig über der Hafeneinfahrt stand, wie fälschlich oft angenommen, so vermuteten viele zumindest einen Platz am Hafen, wenn auch mit geschlossenen Beinen. Gegen einen solchen Standort spricht allerdings, dass man Überreste hätte finden müssen, wenn das Standbild ins Meer gestürzt wäre. Auch ein Umstürzen auf das Hafengelände, das den Hafenbetrieb stark eingeschränkt hätte, ist auszuschließen. Auch wäre die Fundamentierung am Hafen kaum möglich gewesen. Überliefert ist, dass der Koloss 890 Jahre umgeknickt und für jeden Besucher begeh- und einsehbar gelegen habe, während zerstörte Gebäude oder Hafenanlagen nicht in der Überlieferung erwähnt werden (eine Quelle spricht von wenigen, beschädigten Häusern). Darüber hinaus war der rhodische Helios kein Gott der Seefahrt oder des Meeres wie etwa Poseidon. Im Gegenteil, Helios erhielt das Standbild als Erretter der Stadt, sodass auch ein Standort weiter vom Meer entfernt plausibel erscheint.


Zerstörung 
Vermutlich zerstörte ein Erdbeben in den Jahren 227, 226 oder 224 v. Chr. den Koloss von Rhodos, indem es ihn in den Knien umknicken ließ[3]. Das Standbild überdauerte also nur etwa 70 Jahre und war damit das kurzlebigste der Sieben Weltwunder. Ptolemaios III. Euergetes bot sich an, den Koloss wieder aufrichten zu lassen. Wegen des Orakels „Was gut liegt, das soll man nicht von der Stelle bewegen“ durch das Orakel von Delphi wurde das Vorhaben jedoch nicht umgesetzt. Noch etwa 890 Jahre bestaunten Touristen die Trümmer und die Innenkonstruktion, bis schließlich der Gouverneur von Syrien und Feldherr Muawiya des herrschenden Kalifen Uthman ibn Affan die Überreste 654 an einen jüdischen Händler aus Edessa verkaufen ließ. Nach Verschiffung auf das kleinasiatische Festland habe es angeblich 900 Kamele bedurft, um die Überreste des Kolosses abzutransportieren. Stücke desselben tauchten in der Folgezeit entlang des Karawanenweges auf.


Der Koloss von Rhodos in Kunst und Sprache
Historisch falsche Darstellung des Koloss von Rhodos, die das Book of Knowledge der The Grolier Society (1911) illustriert.Die Darstellung als breitbeiniger Wächter über der Hafeneinfahrt ist erst in der Neuzeit um 1340 durch einen Mönch, der Rhodos bereiste, aufgekommen und historisch sowie technisch falsch. Eine solche Form wäre bereits aus Gründen der Statik nicht möglich gewesen. Auch wäre eine breitbeinige Statue über der antiken Hafeneinfahrt von mehr als 50 m Weite bedeutend höher ausgefallen als überliefert und zudem dem ästhetischen und künstlerischen Empfinden der damaligen Zeit zuwidergelaufen. Auch der Umstand, dass die Überlieferung nur von einem (dreieckigen) Sockel spricht, nicht von zweien für jeweils ein Bein, spricht gegen ein breitbeiniges Standbild. Vermutlich hatte der Koloss ein drittes Standbein in Form einer Umhangfalte (so ein Rekonstruktionsversuch von H. Mayron), einer Lanze (nach A. Gabriel) oder Ähnlichem, was durch den dreieckigen Sockel unterstützt wird.

Die Darstellung des Kolosses als Leuchtturm mit über dem Kopf gehaltener Feuerschale oder hochgehaltener Fackel ist zwar denkbar, aber rein spekulativ und historisch unwahrscheinlich, auch wenn eine solche Form nicht unbedingt einen Standort direkt am Hafen erfordert hätte, und 250 Jahre später zur Römerzeit an den Häfen mancher Städte wie Caesarea Maritima, Ostia u. a. Leuchtfeuergroßstatuen gebräuchlich waren. W. Hoepfner spricht von einer zum Gruß erhobenen Hand.

Die Wörter „kolossal“ und „Koloss“ entwickelten sich aus dem altgr. „κολοσσός“ und, daraus abgeleitet, aus den lat. Begriffen „colossus“ (Substantiv), "colossaeus, a, um" (Adjektiv). Etymologisch entstammt das Wort einer westkleinsasiatischen Sprache (vermutlich dem Phrygischen, siehe den Ortsnamen Kolossai/Colossae). Es bezeichnete zunächst eine Statue in menschlicher Gestalt ohne Größenbezug. Der Begriff fand um 1000 v. Chr. Eingang in das Dorische, das es entsprechend verwandte. Seit der Übertragung des Wortes „kolossos“ auf den Helios von Rhodos wurde es synonym für eine Riesen- oder Kolossalstatue angewandt.


Der Leuchtturm von Pharos

file:///home/rainer/Documents/neu/weltwunder/Leuchtturm.jpg

Der Große Leuchtturm von Alexandria (nach der Insel, auf der er stand, auch Pharos genannt) war der höchste je gebaute Leuchtturm, der erste seiner Art und eines der sieben antiken Weltwunder. In klassischer Zeit hieß er auf altgriechisch ὁ Φάρος Ἀλεξανδρινóς und in Latein Turris Pharia oder Pharus Alexandrinus. Ursprünglich enthielt die antike Weltwunderliste die Stadtmauer von Babylon, die später, da in hellenistischer Zeit zerfallen, durch den Leuchtturm ersetzt wurde.


Standort 
Pharos war eine kleine Insel nahe der ägyptischen Küste 25 Kilometer westlich des kanopischen Nilarmes. Bereits Homer erwähnte sie in seiner Odyssee (4. Gesang Zeile 354 - 359). Der Sage nach soll der griechische König und Troja-Gegner Menelaos (altgr. Μενέλαος) auf der Insel gelandet sein, die damals noch keinen bekannten Namen hatte. Er fragte auf der Insel einen Mann nach deren Namen und Besitzer. Der Ägypter antwortete ihm "Pera'a" (altägyptisch = Pharao). Der König verstand nur "Pharos", was im Altgriechischen "Tuch" bedeutete (τὸ φᾶρος, gen. -ους = Tuch, Segel) - so kam die Insel zu ihrem Namen

Mit einer künstlichen Landbrücke, dem sieben Stadien (1 Stadion = 188 m, demnach 1.316 m) langen Heptastadiondamm (errichtet von Dexiphanes aus Knidos, dem Vater des Leuchtturmarchitekten), formte sie die Ostbegrenzung des Eunostos-Hafens (ὁ Eὐνοστòς Λιµήν - der "Gute-Heimkehr-Hafen") und gleichzeitig die West- und Nordbegrenzung des "Großen Hafens" (ὁ Μέγας Λιµήν (Mégas Limên)) von Alexandria, der wegen seiner quadratischen Form scherzhaft "Kibotós" (ἡ κιβοτός = der Kasten) genannt wurde. Da es der Gegend an natürlichen Landmarken mangelte, und die Schiffe aufgrund des regen Schiffsverkehrs auch nachts ein- und auslaufen mussten, wurde es für nötig befunden, den Eingang des Hafens zu markieren, da er bei mäßiger Sicht kaum gegen den Hintergrund auszumachen war. Es ist nie ganz geklärt worden, ob König Ptolemaios I. Soter oder sein Baumeister Sostratos selbst das Bauwerk initiiert hat. Die Tatsache, dass sein Name als Architekt überliefert ist, aber nicht eindeutig der Stifter, lässt vermuten, dass Sostratos, der auch Großkaufmann und Diplomat war, als extrem vermögender Mann zumindest Mit-Stifter des außergewöhnlichen Bauwerks war.


Architektur 
Der Pharos auf den Revers einer Halbdrachme des Antoninus Pius (141), eines Tetra-Drachmons des Commodus mit Segelschiff (189) rechtsDer Turm wurde von Sostratos von Knidos zu Beginn von etwa 299 bis 279 v. Chr. im Auftrag von Ptolemaios I., der 800 Talente (21.000 kg ~ 9.000.000 EUR 2007) Silber bereitstellte, und Ptolemaios II. erbaut, unter dessen Herrschaft erst der Bau begonnen wurde. Eusebius von Caesarea erwähnte den Pharos für das Jahr 282 v. Chr.[3], was für dessen Fertigstellung um spätestens 282 spricht, das einer Bauzeit zwischen 17 - 20 Jahren entspricht. Die Arbeiter waren überwiegend Sklaven, von den hochspezialisierten Fachkräften abgesehen. Ein Augenzeuge der Einweihungsfeier war der Makedone Poseidippos (316-250) von Kassandreia (Potideia), in dessen überlieferten Schriften sich Angaben dazu finden. Er nennt als "rettende Götter" den Zeus Soter und Proteus als Herrschergott der Insel.

Die Darstellungen des Pharos auf alexandrinischen Münzen des zweiten nachchristlichen Jahrhunderts weichen teilweise erheblich voneinander ab. So ist nur auf wenigen Stücken die in arabischen Quellen (s. u.) beschriebene Dreigliederung des insgesamt 115 bis 160 Meter (300 ägyptische Ellen) hohen Bauwerks zu erkennen. Der deutsche Archäologieprofessor und Kenner antiker und islamischer Architektur Hermann Thiersch (1874-1939) hat sich eingehend mit der Rekonstruktion[4] dieses einmaligen Gebäudes auseinandergesetzt.

Der Turm stand auf einer ca. 340 m (190 m) langen und ebenso breiten großen steinernen Plattform aus Granit, die zusätzlich mit Götterstandbildern geschmückt war - darunter auch die ersten Herrscher der Ptolemaierdynastie. Nicht sicher ist, ob die Fundamentplatte an den drei Seeseiten direkt wie eine Kaimauer zum Meer abfiel oder noch von Inselboden umgeben war. Nach einigen Quellen war sie mit einem überdachten Säulengang umgeben, ebenso auch die Zugangsrampe zum Eingang des Pharos, laut Überlieferung antiker Schriftsteller (Strabon, Plinius, Lukian von Samosata) und Münzbildern erhöht gelegen. Der erste Abschnitt des ungewöhnlichen Bauwerks soll ein zwischen 55 und 65 Meter hoher, sich nach oben verjüngender Quader aus Kalksteinen mit quadratischem Querschnitt von 30,5 m Seitenlänge an der Basis gewesen sein. Marmor, der oft als Baumaterial genannt wird, konnte in ganz Alexandria nicht aus dieser Zeit nachgewiesen werden. Manche Forscher überlegten eine Marmorverkleidung.Die schweren Steinblöcke wurden mit Blei als Fugenmaterial verbunden, was der Struktur eine gewisse Elastizität gab, die sich angesichts der Erdbeben und des Wellenschlags, denen der Turm trotz Wellenbrechern ausgesetzt war, auszahlte. Die Wände waren strukturiert und mit gelaibten Fensteröffnungen zur Erhellung der Räume versehen. Das gab ihm eher das Aussehen eines Hochhauses, war aber architektonisch bedingt, denn sonst hätte der Turm mit den damaligen Mitteln nicht diese Stabilität und Lebensdauer erhalten. Der Turm war schließlich nach Fertigstellung nach den beiden großen Gizeh-Pyramiden für seine gesamte Lebensdauer das dritthöchste Gebäude der Erde (bei 145 m) oder gar das höchste (bei mehr als 152 m). Der massive Sockelabschnitt mit kreisrundem Innenschacht war voller Vorrats-, Lager- und Aufenthaltsräume (~50) für Handwerker und Mechaniker, inwendig verlief eine räumlich abgetrennte Rampe an der Schachtinnenwand zum Transport von Materialien mit eselgezogenen Karren oder Packeseln. Der Schacht verlief nach oben weiter bis zur Laterne und erlaubte es, mittels eines Seilaufzuges, Brennmaterial und andere notwendige Dinge bis zur Feuerstelle emporzuhieven. - Ein hervorkragender Fries schloss den unteren Sockelbau oben ab. Damit hatte er eine gewisse Ähnlichkeit mit einem ägyptischen Figurenschrein. Die Oberseite des Unterbaus war der Bevölkerung zugängig, auch die Dachplattform des Oktogons. Die Aussicht aus ca. 60 bzw. 100 m Höhe war für die Menschen der damaligen Zeit ein einmaliges Erlebnis, da es außer Bergen keinerlei Erhebungen dieser Höhe gegeben hatte.

Auf dem quaderförmigen Unterbau erhob sich ein oktogonaler Aufbau mit einer Höhe von ungefähr 30 Metern und 11 m Seitenlänge. Auf diesem befand sich die Laterna in Form eines 9 Meter hohen Säulenrondells (Zylinders). Über diesem war die eigentliche Lichtquelle aufgesetzt. Sie enthielt das Leuchtfeuer (möglicherweise ein Metallhohlspiegel (von Archimedes konstruiert, nach Flavius Josephus: Geschichte des jüdischen Krieges) bei Tage und ein Öl- oder Pechfeuer bei Nacht) und bildete den Abschluss, der noch von einer Poseidonstatue von 7 - 8 m gekrönt wurde - nach anderen Quellen die Statue des "Zeus Soter", womit er auch unter die "rettenden Götter" der Widmung gerechnet werden kann - besonders, weil Zeus über Herakles Stammvater der Ptolemaier war. Zusätzlich schmückten bucinablasende Tritonen den Absatz zwischen dem zweiten Turmabschnitt und der Laterna sowie die vier Ecken des Unterbaus. Das Leuchtfeuer soll nachts 300 Stadien (56,4 km, 1 Stadion = 188 m) weit sichtbar gewesen sein. Der Turm war Vorbild für eine Reihe ähnlicher, wenn auch wesentlich niedrigerer Leuchttürme (Leuchttürme von Ostia, Ravenna, Boulogne sur-mer (bis 1644) und La Coruña (existiert noch heute) und quasi der Vorläufer der modernen Leuchttürme.

Arabische Gelehrte wie Al-Mas'udi (besuchte den Leuchtturm um 940, in seinem Buch "Muruğ ad-dahab" beschrieben, 947), Al-Idrisi (Geograph) (besuchte 1115 den Turm), Jusuf Ibn al-Shaikh (1165), Abu el-Haggag el Andalousi (um 1222), Ibn Dschubair (um 1184; "Zu den größten der Wunder, die wir selbst gesehen haben, gehört der Leuchtturm, den Allah gegründet hat mit den Händen derer, denen er diese Fronarbeit auferlegt hat...als Führung für die Reisenden.") und Ibn Battuta (14. Jahrhundert) haben den Pharos zum Teil noch in Funktion gesehen und auch beschrieben. Von ihnen sind uns genauere Maße und Beschreibungen überliefert, letzterer war Zeuge seines endgültigen Verfalls. Als Ibn Battuta 1349 zum zweiten Male Alexandria besuchte, war ein Besteigen des Turmes wegen der zu großen Schäden infolge des Erdbebens von 1323 nicht mehr möglich. Er hatte seit dem späten 11. Jahrhundert nach Reparaturen auch nicht mehr seine volle Höhe. Die abschließende Götterstatue war spätestens zur Zeit der arabischen Eroberer entfernt worden, wahrscheinlich auch schon nach einem Erdbeben im 4. Jahrhundert bzw. Ende desselben Jahrhunderts während der Regierungszeit Kaiser Theodosius I., der die alten Kulte verbot (ebenso Gladiatorenspiele, Delphisches Orakel) und zum Teil massiv gegen Tempel und Götterfiguren vorging. Sultan Ahmad ibn Tulun soll das oberste Geschoss in eine Moschee mit Rundkuppel umgebaut haben lassen, sowie auf einem Mosaik mit Pharos und Evangelist Markus in der Cappella di San Zenone (Zenonkapelle) der Kirche Santa Prassede zu Venedig zu sehen ist. Das widerspräche aber der Beobachtung Al-Idrisis, der den Turm wesentlich später noch als Leuchtturm arbeiten sah.

Die letzte Erwähnung und Beschreibung des Turmes stammte aus dem Jahr 1435 von Cyriacus von Ancona. In der Renaissance-Zeit war der Turm und die anderen Weltwunder Gegenstand etlicher, eher phantasievoller denn realistischer Darstellungen von Künstlern wie Maarten van Heemskerck, Johann Bernhard Fischer von Erlach und Antonio Tempesta.


Sonstiges 
Obwohl Plinius der Ältere berichtet, Ptolemaios II. habe Sostratos wegen der besonderen Beziehungen seinen eigenen Namenszug auf dem Bauwerk erlaubt, wird von anderen antiken Autoren wie Lukianos von Samosata folgende Geschichte erzählt: Um sich zu verewigen, hat der Baumeister Sostratos eine Inschrift in gewaltigen Lettern (ca. 35-50 cm hoch) in den Stein der oberen Ostseite des quadratischen Unterbaus, die von allen Seefahrern umfahren und somit gesehen wurde, einmeißeln und mit Blei auslegen lassen. Er ließ die Schrift mit Verputz überziehen, in den dann der Name des Ptolemaios I., der Initiator oder zumindest Geldgeber des Bauwerks, nur seinen eigenen Namen mit möglicherweise ähnlichem Wortlaut als Inschrift erlaubte, eingeschrieben wurde. Der Putz verschwand durch die Witterung mit der Zeit, und die eingravierten Buchstaben mit Sostratos’ Namen, die im 10. Jahrhundert noch von Al-Mas'udi gesehen wurden, kamen zum Vorschein:


ΣΟΣΤΡΑΤΟΣ ΔΕΞΙΦΑΝΟΥ ΚΝΙΔΙΟΣ
ΤΟΙΣ ΘΕΟΙΣ ΣΩΤΕΡΣΙΝ
ΥΠΕΡ ΤΩΝ ΠΛΩΙΖΟΜΕΝΩΝ [9]

deutsch:

Sostratos der Knidier, Dexiphanes' [Sohn]
Den rettenden Göttern
Für die Seefahrenden [errichtet]

in römischen Quellen lautet der Text in Latein:

SOSTRATUS DEXIPHANI FIL. CΝΙDIUS
DΕIS SERVATORIBUS
PRO NAVIGANTIBUS





Die „Rettenden Götter“ sollen auf Kastor und Polydeukes (Pollux) bezugnehmen, was wegen der geringen Beziehung der Götterzwillinge zu Ägypten und den Ptolemaiern unwahrscheinlich ist, nach anderen Überlegungen auf den Initiator des Baus, König Ptolemaios I. Soter, den Retter, und seine Gemahlin Eurydike. Auch der Göttervater Zeus Soter, dem nach Poseidippos von Kassandreia der Turm geweiht gewesen sein soll, kommt in Frage.
Der "Pharos" war nicht der erste Leuchtturm der Welt - es gab bereits vorher "Feuertürme" - Rundtürme, auch mehrstufige - mit Feuerbeschickung (Piräus, Thasos u. a.)[10] als Seezeichen und Meldestation in der Nordägäis (Thasos), die von einigen Wissenschaftlern eher als Leuchtfeuer oder Leuchtsäulen bezeichnet werden - aber er war der bis dato mit Abstand höchste.

 Verfall  [Bearbeiten]
Festung des Kait-BayAmmianus Marcellinus und andere berichten von einem Seebeben südlich von Kreta am 21. Juli 365 n. Chr., das Alexandria und den Turm schwer betroffen haben soll. Andere Angaben beziehen sich auf das Jahr 769 mit einem Erdbeben, das schwere Schäden am Turm verursacht haben soll. Ein Wiederaufbau soll versucht worden sein. Wiederum zwei Erdbeben in den Jahren 1303 und 1323 zerstörten ihn weitestgehend. Einzelne Quellen nennen auch 1375. Die Trümmer wurden im Meer liegen gelassen. Schließlich ließ sie der zu der Zeit machthabende Sultan der Mameluken, Kait-Bay, heben. Die Steine wurden 1480 in seiner Festung an der Küste verbaut.


 Begriffsübernahme in andere Sprachen
 Der Begriff „Pharos“ wurde in den meisten romanischen Sprachen als Wort für „Leuchtturm“ übernommen:

französisch phare
katalanisch, okzitanisch, gaskognisch, provenzalisch und romanisch far,
spanisch, galizisch und italienisch faro,
portugiesisch farol,
asturisch faru.
Auch im heutigen Griechisch bedeutet "φάρος" noch „Leuchtturm“.


http://de.wikipedia.org/wiki/Weltwunder
Das Copyright und die Urheberrechte  liegen bei den jeweiligen Autoren & Verlagen!


©