Der Buddhismus
Wissenswertes
1. Wer war Buddha
2. Die Grundlagen
3. Die buddhistischen Wege
4. Was ist Meditation
5. Eigenverantwortung: Ursachen und Wirkung
6. Tod und Wiedergeburt
7. Gebote
8. Wie wird man Buddhist
9. Festkalender
10. Buddha - Festtage
11. Yoga und Meditation
12. Nirwana
13. Vergleichszahlen
Wer war Buddha?
Siddhartha Gautama, der spätere Buddha, wurde etwa 560 v. Chr. in
Lumbini, nahe der Stadt Kapilavastu (im heutigen Nepal) geboren und
starb im Alter von 80 Jahren. Er entstammte dem Adelsgeschlecht der
Sakyer, daher die Bezeichnung Buddha Sakyamuni und verbrachte eine
unbeschwerte Jugend im materiellen Überfluss, heiratete mit 16
Jahren und hatte einen Sohn.
Mit 29 Jahren verlässt er die Palastanlage seiner Familie und
begegnet dabei zum ersten Mal einem Greis, einem Schwerkranken und
einem Toten. Nun weiß er, dass Alter, Krankheit und Tod
unausweichlich mit dem menschlichen Leben verbunden sind. Die ihm
bislang selbstverständlichen Vergnügungen verlieren ihren
Reiz und er beschließt, von jetzt an die Grundlage für nicht
vergängliches, dauerhaftes Glück zu suchen.
Nach sechs Jahren voll vergeblicher Versuche, dies zu erreichen - ob
durch Askese oder die Auseinandersetzung mit den besten Philosophien
seiner Zeit, setzt er sich in der Nähe des heutigen Bodh-Gaya
unter einem Feigenbaum nieder. Er verspricht, nicht wieder aufzustehen,
bevor er sein Ziel erreicht hat. Schließlich erkennt er in tiefer
Meditation das Wesen des Geistes und wird damit erleuchtet, also ein
Buddha, ein "vollkommen Erwachter".
Von nun an lehrt er 45 Jahre lang, gründet einen Mönchs- und
einen Nonnenorden und gewinnt viele Laienanhänger. Er stirbt mit
80 Jahren und empfiehlt kurz vor dem Tod seinen Anhängern, seiner
Lehre nicht blind zu folgen, sondern alles anhand der eigenen Erfahrung
zu überprüfen.
Grundlagen von Buddhas Lehre
Buddha, erklärt wie die Welt funktioniert, also was letztendlich
wirklich und was bedingt ist. Dieses Verständnis ermöglicht
das Erleben dauerhaften Glücks.
Die Vier Edlen Wahrheiten bilden den Kern seiner Lehre:
1.
Solange der Geist seine Natur nicht erkannt hat, gehört zum Leben
zwar Freude, aber auch Leid. Zumindest Alter, Krankheit und Tod sind
unvermeidbar und werden als unangenehm erlebt.
2.
Es gibt bestimmte Ursachen, warum der Geist seine wahre Natur nicht sieht.
3.
Jeder kann die Natur seines Geistes erkennen, also erleuchtet werden.
4.
Es gibt praktische Mittel, um das zu erreichen.
Dabei kennt Buddhas Lehre keine Dogmen nichts muss geglaubt oder ohne
Prüfung, vorausgesetzt werden. Ihr Ziel ist die volle Entfaltung,
der in einen jeden von uns innewohnenden Möglichkeiten.
Zum Aufbau von Wissen hinzu kommen Meditationen als das praktische Mittel, um dauerhaftes Glück zu erreichen:
Durch sie wird das Verstandene zur eigenen Erfahrung.
Ergänzend achtet man vor allem im Theravada darauf, leidbringendes
Verhalten zu vermeiden. Im Mahayana verschiebt sich dieser Schwerpunkt
auf die Vermeidung von Zorn, im Varayana darauf, die Welt stets aus
einer reichen und selbstbefreienden Sichtweise heraus zu erfahren.
Ausgehend vom Wirken des historischen Buddha, entwickelte sich der
Buddhismus zu einer Weltreligion mit ununterbrochener
Überlieferung.
Sie wendet sich an alle suchenden Menschen, unabhängig von Rasse,
Nation, sozialer Herkunft, Persönlichkeit und Geschlecht. Dabei
stellt sie den Menschen immer in seine eigene Verantwortung (siehe
Ursache und Wirkung). Sie zeichnet sich zudem durch Toleranz und
Gewaltlosigkeit aus.
Die buddhistischen Wege
Buddhas Belehrungen wurden zunächst mündlich von Lehrer zu
Schüler weitergegeben, ergänzende schriftliche Aufzeichnungen
entstanden erst nach seinem Tod. Dennoch wurde von Anfang an,
großer Wert auf eine genaue Überlieferung gelegt. Trotzdem
unterscheiden einige Religionswissenschaftler die buddhistischen
Richtungen erst ab 380 v. Chr. voneinander.
Theravada (Kleiner bzw. Alter Weg).
Im Theravada wird manchmal behauptet, Buddha selbst habe nur die
Erklärungen dieses Weges gegeben, und die Schulen des großen
Weges hätten im nachhinein eine zu offene Einstellung
gegenüber weltlichen Dingen eingenommen.
Im Alten Weg geht es vor allem um das Beruhigen und Festhalten des
Geistes und das Vermeiden von Leid und Schwierigkeiten im Alltag.
Im Theravada, das sich später vor allem in den südasiatischen
Ländern durchsetzte, genießt das Mönchstum eine
bevorzugte Stellung.
Mahayana (Großer Weg).
Die Schulen Mahayana beziehen sich direkt auf Buddha und unterscheiden
nur zwischen zwei Wegen. Dem großen und dem kleinen Weg, den sie
manchmal als unzulässige Verengung der Vielfalt von Buddhas Lehre
betrachten.
Im großen Weg findet sich der größte Teil der
buddhistischen Philosophie und Psychologie; Mönche und Laien sind
gleichgestellt.
Den Vajrayana, sehen die Schulen des großen Weges häufig als
eine Weiterentwicklung, entstanden durch eine Verschmelzung mit
der tibetischen Bön-Religion.
Vajrayana
Auch die Vajrayana-Schulen, führen ihre Belehrungen direkt auf
Buddha selbst zurück. Hier, wird gelehrt, dass Buddha drei
verschiedenen Arten von Menschen Belehrungen gegeben habe:
Wer Leid vermeiden wollte, bekam Auskünfte zu Ursache und Wirkung (Theravada).
Wer mehr für andere tun wollte, hörte Belehrungen, um Mitgefühl und Weisheit zu entwickeln (Mahayana).
Wenn die Leute fähig waren, Buddha als Spiegel für ihre
eigenen Möglichkeiten zu sehen, lehrte er den Vajrayana Weg.
Dabei zeigte sich Buddha in verschiedenen weiblichen und
männlichen Lichtformen oder vermittelte seine erleuchtete Sicht
von der Natur des Geistes direkt an seine Schüler.
Dabei geht es darum, die Welt aus einer reichen und selbstbefreienden
Sicht heraus zu erfahren. Der Vajrayana wurde in Indien durch die
Mahasiddhas weitergegeben, die oft unkonventionelle
Persönlichkeiten waren, und später nur in Tibet und der
Mongolei überliefert.
Die Bezeichnung Diamantweg ist eigentlich nur die Übersetzung des
Wortes Vajrayana. Sie hat sich aber für einen besonders lebensnah
vermittelten Vajrayana-Buddhismus eingebürgert, der in der
Tradition der tibetischen Karma Kagyü Linie gelehrt wird.
Zen
Zen-Buddhismus ist der japanische Name einer im 6. Jahrhundert in China
entstandenen Schule, die sich auf den Großen Weg bezieht.
Auch sie beruft sich auf Erklärungen, die Buddha selbst seinen
Schülern gegeben habe. Etliche Zen-Schulen betrachten Wissen und
Konventionen als nutzlosen Ballast.
Die Erleuchtung soll durch selbstentstandene Einsicht blitzartig zum
Durchbruch kommen. Man vereinfacht das Leben, um weniger vom Meditieren
abgelenkt zu werden, und versucht, bei stundenlangem Stillsitzen oder
Nachsinnen über eine paradoxe Frage (japanisch: Koan), den
ständigen Strom an inneren Vorstellungen zur Erschöpfung zu
bringen.
Der Zen-Buddhismus wurde vor allem in Japan überliefert.
Was ist Meditation?
Meditation lässt das Verständnis von Buddhas Belehrungen zur
eigenen Erfahrung werden und ist im Buddhismus das praktische Mittel,
um die Natur des Geistes zu erkennen. Während der Meditation ruht
der Geist Idealerweise in sich selbst.
Theravada (Kleiner bzw. Alter Weg)
Dieser Zustand wird im Theravada durch das Schaffen von Abstand, durch Beruhigen und Einsgerichtetheit des Geistes erreicht.
Mahayana (Grosser Weg)
Im Mahayana nutzt man vor allem Methoden, um Mitgefühl zu
stärken und die Leerheitsnatur des Geistes zu erfahren - das
bedeutet, dass alle Erscheinungen und Ideen nicht dauerhaft sind,
sondern ständig entstehen und wieder verschwinden.
Varayana
Im Varayana steht die Arbeit mit inneren Energien und mit Lichtformen
weiblicher und männlicher Buddhas im Mittelpunkt. Diese
Buddhaformen zeigen verschiedene erleuchtete Qualitäten des
Geistes. Der Varayana Buddhismus setzt auf die ständige
Identifikation mit der eigenen Buddhanatur, und zwar nicht nur
während, sondern auch außerhalb der Meditationssitzungen.
Wichtig:
Grundsätzlich sollte man ohne sachkundige Erklärung nicht mit
der Meditation anfangen. Bitte fragen Sie nach entsprechenden
Einführungserklärungen im buddhistischen Zentrum Ihrer Wahl.
Eigenverantwortung - Ursache und Wirkung
Karma ist ein zentraler Begriff im Buddhismus. Er bedeutet nicht
Schicksal, sondern das Zusammenwirken von Ursache und Wirkung: Jeder
ist für sein eigenes Leben verantwortlich. Dieses Verständnis
ermöglicht es, durch bewusstes Handeln Eindrücke im Geist
aufzubauen, die zu Glück führen und künftiges Leid
vermeiden.
Damit hängt jedoch keine gleichgültige Einstellung
gegenüber dem Leid anderer zusammen, denn ein Buddhist geht davon
aus, dass alle Menschen ständig aus dem Streben nach Glück
heraus handeln. Der Grund für leidbringende Handlungen wie
Töten, Diebstahl, sexueller Missbrauch oder Betrug liegt darum
nicht in etwaiger "Bosheit", sondern darin, dass sich die Handelnden
der Gesetzmäßigkeit von Ursache und Wirkung nicht bewusst
sind.
Wer Leid erlebt, hat sich also die Ursachen dafür in der
Vergangenheit selbst geschaffen. Dies ist jedoch aus Unwissenheit
geschehen und kann jetzt nicht mehr rückgängig gemacht
werden. Darum sollte ein Buddhist unvoreingenommen und couragiert
helfen, wo immer es möglich ist.
Im Vajrayana lässt sich Karma, das noch nicht in Form von
Erlebnissen reif geworden ist, verändern: positives kann
verstärkt, negatives abgebaut werden.
Tod und Wiedergeburt
Im Buddhismus geht es um die Erkenntnis, dass man nicht der eigene
Körper ist, sondern diesen hat und ihn darum möglichst
sinnvoll - wie ein Werkzeug - nutzen sollte. Was man als "Selbst"
erlebt, ist in Wirklichkeit nichts anderes als ein unzerstörbarer
und unbegrenzter Strom von Bewusstsein.
Im Moment des Todes verlässt das Bewusstsein den sterbenden
Körper, um sich gesteuert durch unbewusste Eindrücke im
Geist, also Karma nach einer bestimmten Zeit wieder mit einem
neuen Körper zu verbinden. Daher ist Sterben für einen
Buddhisten in letzter Konsequenz etwas Ähnliches wie "Kleider
wechseln".
Erleuchtete sind nicht mehr von diesem Prozess abhängig. Sie
können den Sterbevorgang bewusst steuern, um eine Wiedergeburt zu
erlangen, in der sie für möglichst viele Menschen
nützlich sind. Im Diamantweg, lässt sich zusätzlich
durch die Meditation des bewussten Sterbens (tibetisch: Phowa), die
während des natürlichen Sterbeprozesses durchgeführt
wird, das Bewusstsein in einen befreiten Zustand überführen.
Gebote
Für alle Buddhisten gelten die Pantsa-Sila, die ungefähr der
zweiten Tafel der jüdischen und christlichen 10 Gebote
entsprechen:
Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von der Vernichtung der Lebewesen.
Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von Diebstahl.
Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten, unerlaubten, geschlechtlichen Verkehrs.
Ich beobachte das Gebot, mich fernzuhalten von Lüge und Trug.
Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten des Genusses berauschender Mittel.
Das Athanga-Sila (achtfache Gebot) umfasst die 5 vorher genannten
Gebote nebst drei Ratschlägen, die Laien zu zusätzlicher
Beachtung empfohlen werden und für Ordensangehörige
verpflichtend sind:
Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten des Essens zu ungehöriger Zeit.
Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten des Tanzens, Singens der
Musik und unanständiger Schauspiele, ferner des Gebrauchs der
Blumenkränze, Wohlgerüche, Spezereien, Schönheitsmittel,
Salben und Schmuckstücken.
Ich beobachte das Gebot, mich zu enthalten der Benutzung hoher und breiter Betten.
Das Dasa-Sila umfasst außer den vorher genannten Geboten noch
zwei zusätzliche Observanzen, die besonders frommen Laien
empfohlen, den Mönchen, Nonnen sowie Novizen jedoch vorgeschrieben
sind.
Ich halte das Gebot, mich fernzuhalten vom Tanzen, Singen und unanständigen Aufführungen.
Ich halte das Gebot, mich zu enthalten des Annehmens von Gold und Silber.
Mönche und Nonnen dürfen nur 8 Utensilien besitzen:
3 Kleidungsstücke
1 Gürtel
1 Nadel
1 Rasiermesser
1 Almosenschale
1 Wassersieb
Wie wird man Buddhist?
Buddhist zu sein, ist zu einem großen Teil eine Frage der
persönlichen Lebensanschauung. Formell beschließt man in
einem Zeremoniell, sich der zeitlosen Natur des eigenen Geistes zu
öffnen, indem man Zuflucht zu den sogenannten drei Juwelen nimmt:
zum Ziel - Buddha
zum Dharma - der Lehre, also dem Weg dorthin
zur Sangha - der Gemeinschaft der Praktizierenden, z.B. durch den Anschluss an eine buddhistische Gruppe.
Bei der Wahl einer buddhistischen Schule sollte man offen, aber
kritisch sein - und sich vor allem ein eigenes Urteil bilden, indem man
Kontakt zu verschiedenen Gruppen aufnimmt. Auch innerhalb der ein, und
derselben buddhistischen Richtung betonen verschiedene Schulen
verschiedene Gesichtspunkte von Buddhas Lehre und ziehen dadurch
Menschen mit unterschiedlichen Persönlichkeiten an.
Insbesondere im Diamantweg und im Zen sollte man die buddhistischen
Lehrer zunächst sorgfältig prüfen, damit sich
später ein vertrauensvolles Verhältnis auf natürlicher
Basis entwickeln kann.
Festkalender
Die 2500ste Wiederkehr von Buddha Tod
wurde festlich begangen.
Der buddhistische Festkalender richtet sich, Japan ausgenommen nicht nach dem Sonnen,
sondern nach dem Mondjahr und enthält daher bewegliche Feiertage.
Die Buddha-Feste sind:
Geburt, Erleuchtung, erste Predigt, Tod und Eingang ins Nirwana.
Außerdem werden Feste buddhistischer Heiliger gefeiert.
Mahakalpa
das heißt:
Großperiode von 20 kalpas von koppas = Perioden.
1 Kalpa (Weltperiode) umfasst 1 680 000 Jahre und ist unterteilt in 8 Kleinperioden.
Außerdem gibt es zwei abwechselnde
Groß-Perioden, das Mahakalpa der Lehre, in dem es keinen Buddha gab
und das Buddha-Mahakalpa.
Yoga und Meditation
Yoga ist als psychophysische Technik in ganz Indien verbreitet.
Teilweise entstand es als Reaktion auf die Verfestigung des brahmanischen Ritualwesens Mitte des 1. Jahrhunderts vor Christus.
Im Yoga sahen Einsiedler und Asketen einen Weg zur Überwindung des Geburtenkreislaufs.
Aus diesen Atemübungen und Meditationen entwickelte sich ein
System und im 500 n. Chr war es soweit verbreitet, dass es
endgültig schriftlich fixiert wurde.
Im Buddhismus hat Yoga den Zweck, die körperlichen und geistigen
Funktionen völlig auf das Erreichen des Samadhi
»Erleuchtung« auszurichten.
Wird Yoga lang genug praktiziert, ist dieses Ziel zu erreichen, man wird nicht mehr wiedergeboren.
Nirwana
wenn der Mensch durch Nachdenken und Meditation seine spirituelle
Unwissenheit überwunden und in der Erleuchtung erfahren hat, dass
er kein selbständiges Ich, sondern Teil der alles umfassenden
Buddhanatur ist, dann geht er ins Nirwana ein.
Dieser Zustand, lässt sich nicht beschreiben aber er ist mehr als ein reines Nichts.
Mit dem Eingang ins Nirwana endet die Kette der Wiedergeburten.
Der Mensch ist dann zur höchsten Freiheit erwacht.
Anhängerzahlen (in Millionen)
Buddhismus 274
Hinduismus 583
Islam 923
Jüdische Religion 17
Christentum 1433
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