Der Name Petra
Petra
- das Wunder im Herzen Jordaniens
Unbestritten die größte touristische Attraktion Jordaniens
ist Petra, die rosarote Nabatäerstadt im Süden des Landes,
die oft als das achte Weltwunder bezeichnet wird.
Petra weibl. Form zu Peter., weitere Formen: Perette, Pierrette,
Pierrine (französ.); Piera, Pierina, (italien.); Peekje, Pietje,
Pierke, Pierkje, Piertje, Peterke, Petje, Petke, Pieterke (fries.);
bekannte Namensträgerinnen:
Petra KelIy, Friedenspolitikerin und GründungsmitgIied der »Grünen« (1947-1992);
Petra Schurmann, deutsche Fernsehmoderatorin (geb. 1935) International
Petra (Stadt)
aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
http://de.wikipedia.org/wiki/Petra_(Stadt)
Das Khazne al-Firaun am Ausgang des Siq.
Das Schatzhaus des Pharao war in Wirklichkeit ein Grabtempel.
Die verlassene Felsenstadt Petra
(arabisch: البتراء al-Bitrā’) im heutigen Jordanien war in der Antike die Hauptstadt des Reiches der Nabatäer.
Wegen ihrer Grabtempel,
deren Monumentalfassaden direkt aus dem anstehenden Fels gemeißelt wurden,
gilt sie als einzigartiges Kulturdenkmal.
Am 6. Dezember 1985 wurde Petra in die Liste des UNESCO-Welterbes aufgenommen.
Petras LageAuf halbem Weg zwischen dem Golf von Akaba und dem Toten
Meer liegt Petra 800 bis 1.350 m über NN in einem weiten Talkessel
im Bergland von Edom, östlich der Aravasenke.
Dank ihrer strategisch günstigen Lage am Kreuzungspunkt mehrerer Karawanenwege,
die Ägypten mit Syrien und Südarabien mit dem Mittelmeer
verbanden, war die Stadt vom 5. Jahrhundert vor bis zum 3. Jahrhundert
nach Christus ein bedeutender Handelsplatz.
Insbesondere kontrollierte Petra einen wichtigen Knotenpunkt der Weihrauchstraße.
Diese uralte Handelsroute führte vom Jemen aus an der
Westküste Arabiens entlang und teilte sich bei Petra in einen
nordwestlichen Zweig,
der nach Gaza führte,
und in einen nordöstlichen in Richtung Damaskus.
Zur günstigen Geografie kamen die versteckte Lage Petras zwischen
schroffen Felswänden sowie eine sichere Wasserversorgung.
Der Ort ist nur über einen schmalen Gebirgspfad von Nordwesten
zugänglich oder von Osten her durch eine etwa 1,5 Kilometer lange
und bis zu 200 Meter tiefe Felsschlucht, den Siq (dt.:
„Schacht“),
der an seiner engsten Stelle nur 2 Meter breit ist.
Über eine in die Felswände des Siq gemeißelte Rinne,
die unter Steinplatten verdeckt war, leiteten die Nabatäer einen
Gebirgsbach in die Stadt.
Oberirdische Wasserleitung im Siq
Foto v. Dr. Erwin SchwentnerMit ihren Fähigkeiten in der
Wasserbewirtschaftung schufen sie eine künstliche Oase und damit
eine wesentliche Voraussetzung für Blüte und Wachstum der
Stadt. Die Verbindung von Fels und Wasser ließ die Legende
entstehen,
Petra sei der Ort gewesen,
an dem Moses beim Exodus des Volkes Israel aus Ägypten,
mit dem Schlag seines Stabes eine Quelle aus dem Stein habe sprudeln lassen.
Die Umgebung der Stadt heißt daher bis heute Wadi Musa, Mosestal.
Das Wasser und die sichere Lage machten Petra
zu einer bevorzugten Station für Karawanen aus dem Süden Arabiens,
die überwiegend mit Luxusgütern beladen waren:
mit Gewürzen und Seide aus Indien,
Elfenbein aus Afrika,
Perlen aus dem Roten Meer und eben
Weihrauch aus dem Süden Arabiens.
Das Harz des Weihrauchbaums war in der gesamten antiken Welt als besonders kostbare,
religiöse Opfergabe und als Arzneimittel begehrt.
Zwischenhandel und Zölle warfen für die Nabatäer hohe
Gewinne ab.
Der Name der Stadt
Wie die Nabatäer ihre Hauptstadt selbst genannt haben,
ließ sich bis heute nicht zweifelsfrei klären.
Das Alte Testament erwähnt im Buch Richter (1,36) und im 2.
Buch Könige (14,7) einen Ort in Edom namens Sela (dt.:
„Fels“ oder „Stein“).
Es ist aber umstritten, ob dieser Ort mit der Nabatäermetropole identisch ist,
die bei Strabon und Plinius dem Älteren für die Zeit nach 169 v. Chr. unter dem griechischen Namen Petra bezeugt ist,
der ebenfalls „Fels“ bedeutet.
In der hellenistischen Welt gab es viele weitere Orte gleichen Namens.
Nach einem weiteren,
nicht völlig gesicherten Zeugnis,
den Antiquitates Judaicae des Flavius Josephus nannten die
Nabatäer ihre Hauptstadt Reqem, Reqmu oder Rakmu (dt.: „die
Rote“, „die Bunte“), was eine Anspielung auf die
rötliche Färbung des Sandsteins von Petra gewesen sein
könnte.
Geschichte
Die Geschichte der Stadt ist aufs engste mit der des Nabatäerreichs verknüpft.
Bis auf eine Reihe von Inschriften haben die Nabatäer jedoch
kaum eigene Schriftzeugnisse hinterlassen. Ihre Geschichte und die
Petras lässt sich daher nur bruchstückhaft und indirekt
über biblische sowie griechische und römische Quellen
erschließen.
Frühe Besiedlung
Nach archäologischen Befunden war das Hochtal von Petra schon in
der Altsteinzeit zeitweilig und seit der Jungsteinzeit – etwa ab
9000 v. Chr. – dauerhaft besiedelt. Die Bibel spricht von den
Horitern und Edomitern, die das Gebiet ab etwa 1500 v. Chr. bewohnten.
Nach der Eroberung Palästinas durch die Perser im 6. Jahrhundert
v. Chr. gelang es dem aus dem Inneren Arabiens stammenden, semitischen
Volk der Nabatäer etwa um 500 v. Chr., die Edomiter zu
verdrängen.
Sie gingen nun von der Weidewirtschaft zur Kontrolle der Handelswege über, die bei Petra zusammenliefen.
Als Halbnomaden scheinen sie anfangs nur Zelte in dem Tal errichtet und
vereinzelt Höhlenwohnungen in den Fels geschlagen zu haben.
Um die Mitte des 4. Jahrhunderts waren die Nabatäer dank des
Handels mit Gewürzen, Weihrauch und Silber bereits so wohlhabend
geworden, dass sie Begehrlichkeiten ihrer Nachbarn weckten.
Im Jahr 312 v. Chr. entgingen sie der Eroberung durch Antigonos
I. Monophthalmos, einen der Nachfolger Alexanders des Großen, nur
dank der uneinnehmbaren Lage Petras.
Erst mit dem Niedergang der Diadochenreiche und dem Aufstieg
Petras zur Hauptstadt der Nabatäer im 2. Jahrhundert v. Chr.
begann dessen eigentliche Blüte.
Das Temenos-Tor im Zentrum von Petra; im Hintergrund der Haupttempel Qasr al-Bint
Blütezeit
Im 3. Jahrhundert v. Chr. wurde die Zeltstadt allmählich von festen Bauten abgelöst.
Gleichzeitig scheint sich auch die politische Macht verfestigt und eine stabile Königsherrschaft herausgebildet zu haben.
Deren erster bekannter Vertreter war der für das Jahr 168 v.
Chr. im 2. Buch Makkabäer erwähnte Aretas I. Ihm und seinen
Nachfolgern gelang es,
sich gegen das ptolemäische Ägypten zu behaupten und den
Einflussbereich Petras immer weiter auf Kosten des Seleukidenreichs
auszudehnen. Gleichzeitig zeigten sich die Nabatäer offen für
die kulturellen Einflüsse ihrer hellenistisch geprägten
Umgebung.
Seine größte Machtentfaltung erfuhr das Nabatäerreich
während der Regierungszeit des Königs Aretas III. Philhellen
(87 bis 62 v. Chr.). Er eroberte Damaskus, mischte sich in Iudaea in
die Machtkämpfe der Hasmonäer ein und belagerte Jerusalem.
Letzteres rief jedoch Rom auf den Plan. Im Auftrag des Pompeius
entsetzte der römische Feldherr Marcus Aemilius Scaurus Jerusalem,
besiegte Aretas III. und schloss im Jahr 62 v. Chr. vor Petra einen
Vergleich mit ihm.
Nach Aretas' Tod geriet das Reich zwar in ein Vasallenverhältnis
zu Rom, blieb aber im Inneren autonom und konnte seine
Unabhängigkeit noch fast 200 Jahre lang wahren.
Der Wohlstand der Stadt wuchs weiter und die Bauten nahmen seit
dem 1. Jahrhundert v. Chr. immer monumentalere Formen an. Zur Zeit
Aretas IV. (8 v. Chr. bis 40 n. Chr.) entstand der Haupttempel als
repräsentativer Bau im Zentrum der Stadt. Schätzungen gehen
davon aus, dass Petra damals etwa 30.000 bis 40.000 Einwohner
zählte.
Niedergang
Petras allmählichen Niedergang hatte jedoch schon einer der Vorgänger Aretas' IV. eingeleitet.
Malichus I. (59 bis 30 v. Chr.) hatte sich zeitweise mit den Parthern gegen Rom verbündet.
Die Römer förderten daher in der Folgezeit den
Schiffsverkehr auf dem Roten Meer und legten Karawanenwege an, die
Petra im Norden umgingen. Der letzte Nabatäerkönig, Rabel II.
(70 bis 106), trug dem Rechnung, indem er die Hauptstadt in den Norden,
nach Bostra im heutigen Syrien, verlegte. Kaiser Trajan besiegte die
Nabatäer im Jahr 106 endgültig und gliederte ihr Reich als
Neugeschaffene Provinz Arabia Petraea mit der Hauptstadt Bostra ins
Römische Reich ein.
Das Römische Theater von Petra
Zunächst machte Gerasa im Norden Jordaniens Petra Konkurrenz als Handelsstadt.
Im 3. Jahrhundert gelang es schließlich den Sassaniden, den
Karawanenhandel nach Palmyra in Syrien umzulenken. Petra verlor damit
immer mehr an Bedeutung und Wohlstand, blieb aber noch bis in die
byzantinische Zeit hinein besiedelt.
Unter Kaiser Diocletian stieg Petra noch einmal zur Hauptstadt
einer Provinz auf – Palaestina tertia – und war in der
Spätantike sogar Bischofssitz.
Erst nach zwei schweren Erdbeben 363 und 551 und nach Eroberung der
Region durch die Araber 663 verließen die letzten Einwohner die
Stadt, die nun immer weiter verfiel.
Von ihren gemauerten Bauten blieben nur die Ruinen des Haupttempels
Qasr al-Bint, des Temenos-Tors, Reste der Hauptstraße und wenige
Grundmauern anderer Gebäude übrig.
Die monumentalen Felsgräber und das Theater dagegen, die aus dem
roten Sandstein der Bergwände herausgemeißelt worden waren,
überstanden die Jahrhunderte.
Im 12. Jahrhundert legten Kreuzfahrer bei Petra vorübergehend zwei
Außenposten der wenige Kilometer entfernten Burg Shobeq an. In
den Jahrhunderten danach suchten nur noch durchziehende Beduinen von
Zeit zu Zeit Unterschlupf in den leeren Grabbauten der Stadt.
Petra heute
Blick aus dem Inneren des UrnengrabsSeit der Zeit der Kreuzzüge hatte kein Europäer Petra mehr betreten.
Um 1800 wussten nur noch wenige Gelehrte gerüchteweise von
einer legendären, aus dem Fels herausgeschlagenen Stadt im Nahen
Osten.
Für Europa wurde Petra erst 1812 von dem Schweizer
Arabienreisenden Johann Ludwig Burckhardt neu entdeckt. Mehr als 100
Jahre später schrieb Thomas Edward Lawrence (Lawrence von Arabien)
in seinem Werk Die sieben Säulen der Weisheit: „Petra ist
der herrlichste Ort der Welt.“ Er war aber der Meinung, jede
Beschreibung müsse vor dem eigenen Erleben der Stadt verblassen.
Archäologische Ausgrabungen in Petra erfolgten erst seit den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts.
Wenig später begann auch die touristische Erschließung der Ruinenstätte.
Ausgrabungen
Nach Burckhard haben im 19. Jahrhundert weitere europäische
Reisende Petra besucht und beschrieben. Um 1900 setzte die
wissenschaftliche Erforschung des Orts ein. 1907 publizierte der aus
Mähren stammende Arabienforscher Alois Musil in seinem Werk Arabia
Petraea die Ergebnisse einer ersten wissenschaftlichen Expedition, die
eine Bestandsaufnahme der damals sichtbaren Altertümer vorgenommen
hatte. In den 20er Jahren erfolgte eine genaue Vermessung durch die
Altertumsforscher Rudolf Ernst Brünnow und Alfred von Domaszewski,
die eine erste Karte Petras anfertigten.
Die ersten archäologischen Ausgrabungen auf dem Gelände
Petras fanden 1929 statt. Weitere folgten in den Jahren 1935 bis 37 und
1954. Im Jahr 1958 begann die British School of Archaeology damit, das
Stadtzentrum auszugraben. Seither sind ständig Archäologen
vor Ort. Die letzten großen Grabungskampagnen erfolgten in den
Jahren 1993 bis 2002. Unter der Federführung der Jordanischen
Antikenbehörde legten amerikanische Wissenschaftler von der Brown
University aus Providence, Rhode Island die Überreste des
Haupttempels (Qasr al-Bint) im Stadtzentrum und das Areal um das
Temenos-Tor frei. Insgesamt wurde bisher erst etwa ein Prozent der
Stadtfläche ausgegraben.
Fremdenverkehr
Petra gilt heute als eine der größten Sehenswürdigkeiten des Nahen Ostens.
Seine Erschließung für den modernen Fremdenverkehr begann in den 1930er Jahren.
Damals wurden die ersten Hotels bei Petra gebaut, einige sogar
unmittelbar in der Stadt selbst, zum Teil direkt vor dem Römischen
Theater. Diese Bausünden wurden mittlerweile wieder beseitigt.
Um Petra touristisch besser nutzen zu können siedelte die
jordanische Regierung zwischen 1968 und 1985 die Beduinen vom Stamm der
B'doul zwangsweise um, zu deren Gebiet Petra gehört.
Sie hatten die kühlen, Schattenspendenden Grabbauten bis dahin als Wohnungen genutzt.
Heute wohnen die B'doul in den umliegenden Dörfern, vor allem in Wadi Musa.
Ein Großteil von ihnen lebt vom Petra-Tourismus, zum Beispiel als Fremdenführer.
Aufgrund des Friedensabkommens von Camp David von 1979 gab Israel die
Halbinsel Sinai an Ägypten zurück. In der Folgezeit erlebte
Petra einen stetig wachsenden Zustrom von Tagestouristen aus den
ägyptischen Ferienressorts am Golf von Akaba. Für
zusätzlichen Aufschwung sorgte Steven Spielbergs Spielfilm Indiana
Jones und der letzte Kreuzzug, dessen letzte Szenen im Siq und vor dem
Khazneh el-Firaun gedreht wurden.
Er machte Petra einem größeren Publikum in Amerika und Europa bekannt.
In den 80er Jahren wurde außerhalb der Stadt, weit vor dem
Eingang zum Siq, ein modernes Besucherzentrum errichtet. Nachdem auch
Jordanien mit Israel Frieden geschlossen hatte, entstand eine Reihe
moderner, zum Teil luxuriöser Hotels in der Umgebung von Petra.
Die jordanische Fremdenverkehrsbranche hoffte, nun auch mehr
Langzeiturlauber für die Region interessieren zu können.
Zunächst nahm aber erneut der Tagestourismus zu, diesmal aus Richtung Israel.
Vor Beginn der zweiten Intifada im Jahr 2000 stellten Tagesurlauber aus
Israel und dem Westjordanland 57 Prozent der Besucher Petras. Im
Rekordjahr 2000 wurden insgesamt rund 1 Million Touristen gezählt.
Infolge der schweren Unruhen in den israelisch besetzten
Palästinensergebieten und der Terroranschläge vom 11.
September 2001 gingen die Besucherzahlen jedoch drastisch zurück,
obwohl Jordanien auch nach den Selbstmordanschlägen in Amman vom
9. November 2005 als relativ sicheres und friedliches Reiseland gilt.
Die Friedensdividende, die sich das Land unter anderem vom
Petra-Tourismus versprochen hat, konnte es bisher nicht einlösen.
Die wichtigsten Baudenkmäler
Etwa 800 historische Baudenkmäler und Opferplätze sind in und
um Petra erhalten geblieben. Die Monumente sind geprägt von
nabatäischen, griechisch-hellenistischen und römischen
Einflüssen. Oft vermischen sich Stilelemente aller drei Kulturen
in ein und dem selben Bau.
Das „Schatzhaus“
Das Khazne al-FiraunAn der Einmündung des Siq in den Talkessel
steht das wohl berühmteste Bauwerk Petras, das fast 40 Meter hohe,
im hellenistischen Stil erbaute Khazne al-Firaun. Das „Schatzhaus
des Pharao“, wie es von den Beduinen genannt wurde, war in
Wirklichkeit eines von zahlreichen Felsgräbern. Es wurde
möglicherweise für den Nabatäerkönig Aretas IV.
angelegt, der im 1. Jahrhundert v. Chr. regierte. Andere Forscher
datieren das Khazne dagegen erst ins 2. Jahrhundert n. Chr., in die
Zeit des Kaisers Hadrian. Über einem Portikus aus sechs
korinthischen Säulen erhebt sich eine kleine, von zwei Halbgiebeln
flankierte Tholos, ein Rundtempel. Zwischen den Säulen befinden
sich verwitterte Reste von Relieffiguren. An der Urne, auf der Spitze
des Rundtempels, sind Einschusslöcher zu erkennen. Sie gehen auf
Flintenschüssen von Beduinen zurück, die einst versucht
hatten, den vermeintlichen Schatzbehälter aufzubrechen. Die Urne
besteht aber, wie der gesamte Bau und die anderen
Königsgräber Petras, überwiegend aus massivem Fels.
Das Römische Theater
Auf dem Weg vom Khazne al-Firaun ins Zentrum Petras liegt linker Hand
das Römische Theater aus dem 1. Jahrhundert. Es ist ebenfalls
direkt aus dem Fels gemeißelt und bot auf 33 Sitzreihen rund
5.000 Zuschauern Platz.
Das Urnengrab an der Königswand von Petra
Bei seinem Bau wurden einige Grabkammern offen gelegt, die zuvor in das hinter ihm liegende Felsmassiv getrieben worden waren.
Das Theater wurde 1961 entdeckt und von amerikanischen Archäologen ausgegraben.
Die Gräber der Königswand
Nördlich des Theaters erhebt sich rechter Hand die so genannte
„Königswand“. Auf halber Höhe reihen sich hier
gleich mehrere monumentale Grabtempel aneinander, deren Baustile
nabatäische, griechische und römische Einflüsse erkennen
lassen. Dazu gehören etwa das „Korinthische Grab“, das
„Palastgrab“ und das „Urnengrab“ aus dem 2.
oder 3. Jahrhundert n. Chr. Dessen Felsenhalle birgt drei Grabnischen.
Zudem verfügt es über einen von Säulen umstandenen
Vorhof, der über einen gemauerten Unterbau erreichbar ist.
Nördlich der sogenannten Königsgräber liegt das etwas
kleinere „Grab des Sextius Florentinus“.
Das einstige Stadtzentrum
Senkrecht zur Königswand verläuft in Richtung Westen die
„Säulenstraße“, die einstige Hauptverkehrsachse
Petras. Während die in den Fels gehauenen Grabtempel die
Jahrtausende überdauert haben, sind die Wohnhäuser der
Nabatäer längst zerfallen.
Das Felsgrab Ed-DeirLinks und rechts der Säulenstraße haben
sich aber noch Reste des Marktes, des „Temenos-Tors“, einer
byzantinischen Basilika und mehrerer Tempel erhalten. Der
größte davon, Qasr al-Bint Firaun aus dem 1. Jahrhundert v.
Chr. war möglicherweise den nabatäischen Hauptgöttern
Dushara und Al-Uzza geweiht. Der heutige arabische Name bedeutet
„Haus der Pharaonentochter“ und geht auf eine spätere
Deutung durch die Beduinen zurück.
Das Felsgrab Ed-Deir
Am modernen Museum im Westen des Talkessels vorbei führt ein
Bergpfad durch das Wadi Kharareeb zum außerhalb der eigentlichen
Stadt gelegenen Grabtempel Ed-Deir. Sein Name, auf deutsch
„Kloster“, geht darauf zurück, dass sich im
Mittelalter Mönche darin niederließen. Anders als das Khazne
Firaun liegt das Ed-Deir nicht versteckt, sondern hoch am Berg und
beeindruckt nicht zuletzt durch seine Größe. Allein die Urne
auf der Spitze des Rundtempels ist 9 Meter hoch. Wegen seines
schlichten, aber monumentalen Stils und seiner einsamen Lage zählt
das Ed-Deir zu den Höhepunkten nabatäischer Baukunst.
Auf den Gipfeln der umliegenden Berge befinden sich darüber hinaus
noch Überreste früherer Opferplätze der Nabatäer.
Der am besten erhaltene befindet sich auf dem Gipfel des Jebel Attuf.
Literatur [
Fabio Bourbon: Petra, die geheimnisvolle Felsenstadt. Müller, Köln 1999, 2004, ISBN 3-89893-564-7
Gustav Dalman: Petra und seine Felsheiligtümer. Hinrichs, Leipzig 1908
Manfred Lindner: Petra und das Königreich der Nabatäer. Delp, München 1970, 1997 (6.Aufl.), ISBN 3-7689-0116-5
Judith McKenzie: The Architecture of Petra. Oxford University Press, Oxford 1990, 1995, ISBN 019727000X
Jane Taylor: Petra und das versunkene Königreich der
Nabatäer. Artemis & Winkler, Düsseldorf 2002, ISBN
3-538-07136-5
©
