"Glück
Auf!"

Diese Seite widme ich meinem Vater Alfons Treder und meinen Großvätern Ewald Gaebel und Basilius Treder und meinem Onkel Heinz, Onkel Karl, Onkel Franz, Onkel Walter, sowie allen Bergmännern... und auch all den Bergmännern die Angst haben, dass die letzte Zeche schließt!!!
Ich bin stolz eine Bergmannstochter, also ein Kind aus dem "Pott", zu sein... mein Vater war Bergmann, genau wie die Opas beiderseits und die Brüder meiner Mutter... und ich fand es immer toll, wenn ich einen Bergmann schmutzig von der Arbeit sehen durfte, mit den tiefschwarzen Augen... und immer eine Geschichte parat... als Kind fand ich es sehr traurig, wie ich hörte, dass Pferde unter Tage waren, die niemals mehr ans Licht kamen und das die armen Bergmänner immer ihr Brot gut wegstecken mussten, da die Ratten auch immer anwesend waren...
Ich fand es nicht so schön wenn die Kohle eingeschöppt werden mussten, und wenn ich Kohlen aus den Keller holen musste hatte ich schon Angst, aber die Ängste unserer Kinder heute, sind um ein vieles schlimmer!
Eines möchte ich hier erwähnen:
Ich bewundere die Bergleute, sie haben hart
gearbeitet (auch
heute noch), der Zusammenhalt der Kumpel ist und war toll, jeder ist
und war für jeden da und jeder hat jedem geholfen.
Sie
haben hart gearbeitet, in engen tiefen Schächten unter
schlimmsten Voraussetzungen. In engen Schächten Kohle
abgebaut... immer Dunkelheit, immer die Angst im Rücken, dass
etwas einstürzen könnte?
Die Bergmannssiedlungen
waren alle gleich, die Wohnungen waren fast alle identisch, alle
saßen auf den Hinterhöfen und tranken eine Flasche
Bier,
irgend jemand spielte Mundharmonika oder Akkordeon und dazu sang man
schöne Bergmannslieder. Natürlich war auch das
"Rennpferd
des kleinen Mannes", die Tauben ein Thema, und wir Kinder hingen
an den Lippen der Erwachsenen. Am Wochenende (Freitags )trafen sich
die Kumpel dann in ihrer kleinen Kneipe in unserer Strasse und
erzählten von ihren schwarzen Gold!
"Schwarzes
Gold"
Artist
Lyrics: Peter Alexander Song Lyrics: Schwarzes Gold
Unter den Nägeln noch Kohlenstaub
so kam er von der Arbeit nach Haus
müde und von all dem Lärm fast taub
und so ging es tagein und tagaus.
Unten im Berg
da war immer Nacht
doch wenn man fragte
warum er's macht
sah er stolz und auch glücklich aus -
und er sprach:
Schwarzes Gold
ist das Herz der Nacht
und solang es schlägt
wird die Welt sich dreh'n
wird es weitergeh'n.
Schwarzes Gold
ist wie Edelstein
der im Dunkel liegt
doch im Feuer glüht
und die Menschen wärmt.
Mit seinem Mädchen
da lebte er
in einem Reihenhaus dort im Revier.
Frühmorgens ging er und kam erst spät.
doch die Nächte gehörten nur ihr
Manchmal da war ihre Sehnsucht groß
und sie hasste den Alltagstrott
wenn sie dann Weinte
dann sprach er bloß
wir sind die Kinder vom Kohlenpott
ich und du.
Schwarzes Gold
ist das Herz der Nacht
und solang es schlägt
wird die Welt sich dreh'n
wird es weitergeh'n.
Schwarzes Gold
ist wie Edelstein
der im Dunkel liegt
doch im Feuer glüht
und die Menschen wärmt.
Schwarzes Gold
tief im Berg versteckt
und wer nach dir sucht
hat dich oft verflucht
denn dein Preis ist hoch.
Schwarzes Gold
Millionen alt
ist so kalt wie Eis
doch es brennt so heiß
wie der Sonnenschein.
Und jeden Morgen da zog er los
in die endlose Nacht unter Tag.
sie hat gewusst
die Gefahr ist groß
auch wenn er mit ihr nie davon sprach
und eines Tages stand die Zeche still
und er kam nicht mehr zu ihr heim.
Sie sagte sich
dass es Gott so will
und nur heimlich hat sie geweint
und dachte:
Schwarzes Gold
ist das Herz der Nacht
und solang es schlägt
wird die Welt sich dreh'n
wird es weitergeh'n.
Schwarzes Gold
ist wie Edelstein
der im Dunkel liegt
doch im Feuer glüht
und die Menschen wärmt.
Schwarzes Gold
tief im Berg versteckt
und wer nach dir sucht
hat dich oft verflucht
denn dein Preis ist hoch.
Schwarzes Gold
Millionen alt
ist so kalt wie Eis
doch es brennt so heiß
wie der Sonnenschein.
Es
war schön!
Ganz stolz war ich wenn mein
Vater etwas Brot mitbrachte und ich aus seiner Blechflasche trinken
durfte.
Die Wohnungen die durch Kohleöfen geheizt
wurden, waren einfach toll. Es war eine ganz andere Wärme und
wenn es Dunkel wurde schimmerte das Ofenlicht so schön .Es war
immer ein Kessel mit heißem Wasser da..
Im Winter war
es sehr kalt in den Schlafräumen und es waren an den Fenstern
Eisblumen, aber Mutti machte eine Wärmeflasche warm und legte
sie ins Bett und dann war es auch hier schön kuschelig. Wir
waren auch durch die Kohleöfen abgehärteter als
heute.
Sicher hatte ich immer als Kind Angst draußen auf das
Plumpsklo zu gehen, aber selbst das war nicht wirklich so schlimm.
Ich fand es später sehr schlimm, wenn ich erleben musste
wie die armen Bergleute in späteren Tagen schlimm krank wurden
und kaum Luft bekamen (Steinstaub), sie taten mir sehr leid! Da haben
sie für uns Tag ein und Tag aus geschuftet und den feinen
Staub
einatmen müssen und um die 50/60 Jahre haben sie dann fast
alle
schwere Lungenschäden davongetragen. Von den Renten hatten die
wenigsten etwas.
Und das ganze für wenig Geld, aber es
war noch eine totale Bescheidenheit da, die ich heute überall
vermisse. Heute sehen die Menschen leider immer wieder nur was sie
nicht haben, aber nicht was alles vorhanden ist.
Könnte
ich die Uhren zurück stellen, ich weiß genau es
gäbe
wieder unsere schönen Bergmanns-Siedlungen, wo Kinder noch auf
den Strassen spielen konnten, es gab schöne Gärten
und ein
Nachbar war noch ein wirklicher Freund!
Aber ich glaube wenn
ich mich umschaue dass es vielen Menschen so geht wie mir, denn warum
stellt man die Loren überall auf?
Warum sammelt man
Grubenlampen und ähnliches?
Mein persönliches
Lieblingslied: Es kommen mir immer die Tränen, denn als Kind
habe ich die Kumpel immer singen hören:
"Glück Auf"
Glück auf, Glück auf
der Steiger kommt.
Und er hat sein helles Licht bei der Nacht
und er hat sein helles Licht bei der Nacht
schon angezünd
schon angezünd.
Hat's angezünd, das gibt einen Schein
und damit so fahren wir bei der Nacht
und damit so fahren wir bei der Nacht
ins Bergwerk ein
ins Bergwerk ein.
In's Bergwerk ein, wo die Bergleut sein.
Die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht
die da graben das Silber und das Gold bei der Nacht
aus Felsgestein
aus Felsgestein.
Der eine gräbt Silber, der andere Gold.
Und dem schwarzbraunem Mägdelein
und dem schwarzbraunem Mägdelein
dem sein sie hold
dem sein sie hold.
Glück auf! Glück auf! Der Steiger kommt
1. Glück auf! Glück auf! 4. Aus Felsenstein
Der Steiger kommt! Hau'n wir das Gold;
|: Und er hat sein helles Licht |: Dem schwarzbraun' Mägdelein,
Bei der Nacht, :| Bei der Nacht, :|
|: Schon angezündt. :| |: Dem sein wir hold. :|
2. Hat's angezünd't, 4a. Der eine gräbt Silber,
Es gibt ein'n Schein, Der andere Gold
|: Und damit so fahren wir |: Und dem schwarzbraunen Mägdelein
Bei der Nacht :| Bei der Nacht,:|
|: Ins Bergwerk nein. :| |: Dem sein sie hold.:|
3. Ins Bergwerk ein, 5. Ade, nun ade,
Wo Bergleut sein Lieb' Schätzelein!
|: Wir hau'n das Silber fein, |: Und da drunten in dem tiefen Schacht
Bei der Nacht :| Bei der Nacht, :|
|: Aus Felsenstein. :| |: Da denk' ich dein. :|
3a. Die Bergleut sein 6. Und kehr' ich heim
So hübsch und fein, Zum Schätzelein,
|: Und sie graben das Silber und das Gold |: So erschallt des Bergmanns Ruf
Bei der Nacht, :| Bei der Nacht,:|
|: Aus Felsenstein:| |: Glück auf! Glück auf! :|
Der Text "Wache auff, der Steyer kömmt" im erzgebirgischen Text und Melodie aus dem Bergischen in Erk-Irmers "Deutschen Volksliedern" I 2, Berlin
"Bergliederbüchlein", um 1700 in Freiberg in Sachsen gedruckt. Strophe 3. und 1838. In Verbindung mit der Weise "Ich ging im Walde so für mich hin", sind die obigen
4. ähnlich schon als 11. und 12. Strophe des Liedes "Es soll ein Meidlein frü auf Worte (ohne "beider Nacht") von Ludwig Erk in seiner "neuen sammlung deutscher
stan" in den "Bergreihen" I, Zwickau 1531 Volkslieder" II 4/5, Berlin 1844, veröffentlicht
Ja und immer wenn
ich durch die Städte fahre und sehe
geschlossene Geschäfte, leere Wohnungen, die ernsten traurigen
Blicke der Menschen, dann frage ich mich, musste alles so kommen,
warum durfte oder darf, die Kohle nicht weiter gefördert
werden?
Elektronische Geräte haben wir heute mehr als wir
benötigen
und es ist auch im Haushalt einiges einfacher geworden
(Körperliche
Arbeit), aber dafür haben die Menschen heute ständig
Existenzängste und werden dadurch seelisch krank.
Auch schon
unsere Kinder, die nur noch von Krieg, Arbeitslosigkeit, Terrorismus,
Morden, verseuchten Lebensmitteln, Umweltgifte, Entführungen
hören, wie soll ein Kind da glücklich und zufrieden
heranwachsen können?
Und was muss ein Mädel aus dem Pott noch sein? Schalkerkind !!! Ganz Papas Tochter (und die ganze Verwandtschaft, natürlich auch Schalker ;-)
Hier noch einige Bilder von mir gemacht, ich meine sie sagen mehr als alle Worte der Welt!!!!
In diesem Gesicht erkennt man schon Sorge, oder?
Da sieht man, wie ich lachend an unserer Gelsenkirchener
"Lore" stehe!
Die rechte Lore ist auch in Gelsenkirchen,
in einer Bergmanns-Siedlung.
Es ist darauf "Hibernia" zu
sehen
Hier 2 Loren in Gladbeck-Brauck. Die rechte ist in der
Siedlung, in der ich groß geworden bin!
Das rechte Förderrad ist in Gladbeck-Schultendorf zu
bewundern...
Hier in Gladbeck gibt es noch einen
Geschenke-Laden für Bergleute, sehr zu empfehlen ;-)
Ja und hier wird ein Stück Geschichte demnächst
abgerissen (Gladbeck), so sahen die Hinterhöfe auch in dem
Haus
aus, in dem ich einige Jahre gewohnt habe, die Toiletten waren noch
in diesen Ställen...
Hier auf den Hinterhöfen saßen die
Bergleute und tranken ein Fläschchen Bier und haben von der
Zeche erzählt und gesungen, es waren schöne Zeiten!!!
Ja und hier habe ich noch ein ausgedientes Schätzchen
gefunden, eine "Kohlentröte", die noch nicht weiß
wohin sie entsorgt wird...
Und das ist die vordere Seite der Bergmanns-Häuser..
Linke Straßenseite noch unsere alte Siedlung,
rechte Seite die neu gebauten Häuser.
Mal ehrlich, waren die Zechen-Häuser nicht total
schön und nun... alles wird abgerissen.
Hier habe ich viele Jahre in meiner Kindheit gelebt
und schönes erlebt.
Das Förderband und die Bahn von Zeche Moltke,
hier haben mein Vater und Verwandte von mir gearbeitet.
So sieht es nun aus, trostlos oder?
Oben heute, unten links früher wie mein Vater es
kannte, später hat mein Vater rechts unten in Ge-Scholven
gearbeitet.
Das ist Ge-Scholven bei beginnender
Dunkelheit, dort wohne ich heute.
Das ist Ge-Scholven bei Tag
Und das hier ist leider heute so wenn Zechen
schließen und die Industrie den Bach runter geht, ich glaube
hier brauche ich nichts zu schreiben.

Ich
wünsche mir eines, dass die letzten Zechen erhalten bleiben,
wir
brauchen die Industrie, sonst sterben unsere Städte aus!!!!!!