Passionsblumen
Nun Steffie und ich lieben Passionsblumen.
Diese schönen Bilder haben wir von Rainer (meinen Webmaster;-) ) bekommen…
Danke die Bilder sind toll!
Die artenreiche Gattung der Passionsblumen (Passiflora) gehört zur
Familie der Passionsblumengewächse (Passifloraceae). Sie sind
meist Kletterpflanzen, seltener Sträucher.
Beschreibung
Das auffallendste Merkmal einiger Passionsblumen sind die schönen
Blüten, die bei manchen Arten sehr groß sein können.
Die äußeren Blütenhüllblätter, die oft sehr
leuchtende Farben haben, umhüllen ringförmig angeordnete
fadenförmige Blütenblätter, die aussehen wie ein
Strahlenkranz. In der Mitte der Blüte sind die
Fortpflanzungsorgane (5 Staubgefäße und 3 Narben) zu einer
so genannten Säule (Androgynophor) zusammengefasst angeordnet, die
die Blütenhüllblätter weit überragen.
Herkunft und Etymologie
Die meisten Arten der Passionsblume stammen aus Südamerika und
Mittel-, bis südliches Nordamerika, jedoch kommen einige Arten
auch in Australien (P. aurantia, P. herbertiana und P. cinnabarina),
Asien, Madagaskar und eine auf den Galapagos-Inseln vor. Die Indianer
verwendeten teilweise ihre heilende oder berauschende Wirkung. Der Name
Maracuja (maracujá) stammt aus dem Portugiesischen bzw. dem
Indianisch-Brasilianischen (Tupi) und bedeutet „Pflanze, die
Früchte gibt“.
Christliche Einwanderer erkannten in den Blüten Symbole der
Passion Christi. Dabei symbolisieren die Nebenkrone
(violett-weiß) die Dornenkrone, die Staubblätter (gelb,
pentagon-ähnlich) die Kreuznägel und die Griffel
(rotbräunlich, oben) oder die Sproßranken die Geißel.
Entsprechend der Name Passiflora incarnata - lat. die eingeborene,
Fleisch gewordene (wie Christus incarnatus).
Arten
Es gibt zirka 400 Passiflora-Arten. Sie variieren bezüglich
Blütenfarbe, Blattfarbe und -form (dunkleres bis helleres
grün, gelappt oder ungelappt, teilweise gesägter Blattrand)
und in der Größe der Früchte und der übrigen
Gestalt der Pflanze.
Eingeteilt werden sie in mehrere Untergattungen. Die bekanntesten sind
Passiflora, Decaloba und Tacsonia. Diese unterscheiden sich auch in der
Zahl ihrer Chromosomen, so haben Passiflora und Tacsonia 2n = 18,
während Decaloba meist 2n = 12 Chromosomen besitzen.
Durch Züchtung sind im 20. Jahrhundert zudem viele Hybridsorten
hinzugekommen. Selten gibt es auch Gattungshybriden, wie zum Beispiel
zwischen Passiflora und Tacsonia, welche sich trotz gleicher
Chromosomenzahl nur schlecht kreuzen lassen.
Auch sind einige tetraploide Hybride sowie Arten durch Einsatz von
Colchicin erzeugt worden, welche meist größere Blüten,
Blätter und Früchte bekommen und außerdem aus sterilen
Hybriden wieder fertile Hybride macht.
Als Topfpflanze (Zimmerpflanze) am bekanntesten ist die Blaue
Passionsblume (P. caerulea) sowie P. × violacea, eine Hybride aus
P. caerulea mit P. racemosa
P. incarnata ist eine Kletterpflanze mit dünnen, grünen,
verholzenden Sproßachsen, drei- bis fünfteilig gelappten
Laubblättern und einzeln stehenden Blüten mit auffallender,
violett-weiß gestreifter Nebenkrone. Sie wird bis zu 10 m hoch
und wird in der Medizin verwendet, sie ist nahe mit P. edulis verwandt.
Die bekanntesten Arten unter den rotblühenden Passionsblumen sind
P. racemosa, P. quadrangularis, P. alata, P. coccinea und P. vitifolia.
Die meisten Passionsblumenarten sind ursprünglich im tropischen
und subtropischen Südamerika beheimatet, 3 jedoch in Nordamerika
(P. affinis, P. incarnata und P. lutea) und mehrere in Asien,
Australien und Ozeanien. Die nordamerikanischen Arten sowie P.
tucumanensis und P. caerulea weisen eine Frostresistenz auf und
können unter günstigen Bedingungen auch in Mitteleuropa
draußen gepflanzt werden - zum Beispiel zur Begrünung einer
südlichen Hauswand. P. caerulea, P. incarnata und P. lutea sind
hierbei die widerstandsfähigsten Pflanzen und können unter
günstigen Bedingungen -15 °C aushalten, wobei sie jedoch auf
den Boden zurückfrieren und im Frühjahr wieder aus dem
Wurzelstock (bei P. caerulea) oder aus ihren unterirdischen Rhizomen
(P. lutea, P. incarnata) wieder austreiben. Gewisse natürliche
Selektionen der P. incarnata brauchen sogar eine
Kältestratifikation im Winter, damit ihre Samen austreiben.
P. macrophylla ist keine Kletterpflanze, sondern ein kleiner Baum.
Als Nutzpflanzen bekannt sind vor allem P. edulis und P. ligularis,
welche die bekannten Früchte Maracuja (auch verwendete
Schreibweise: Marakuja) bzw. Grenadilla hervorbringen.
Bekannteste Untergattungen (Klassifikation nach Killip 1938)
Passiflora
Die Untergattung Passiflora ist unter den Passionsblumen die
bekannteste von allen. Unter ihr gibt es über 150 Arten, darunter
auch die bekanntesten P. caerulea, P. incarnata, P. edulis f. edulis,
P. edulis f. flavicarpa und P. ligularis. Sie zeichnen sich durch die
„typischen“ Passionsblumen-Blüten aus und tragen
zumeist essbare bis wohlschmeckende Früchte.
Decaloba
Die etwa 200 Vertreter der Untergattung Decaloba sind zumeist kleiner
und unscheinbarer. Ihre Blüten können die Farben gelb, rot,
orange, weiß und hellgrün haben. Ein besonderes Merkmal von
ihnen ist, dass viele Arten von Natur aus panaschierte Blätter
bilden, welche wie zum Beispiel bei P. trifasciata auch eine leicht
rötliche Färbung besitzen können.
Tacsonia
Arten der Untergattung Tacsonia stammen zumeist aus Hochlagen und
mögen es daher etwas kühler, zu hohe Temperaturen können
sie schädigen. Auch bei ihnen gibt es einige Arten, welche in den
Tropen und Subtropen zur Fruchtgewinnung angebaut werden, zum Beispiel
Passiflora tripartita v. mollissima, P. mixta deren Hybride und einige
andere Arten. Bei uns jedoch eher schwer zu kultivieren - am besten
unter Kalthausbedingungen und leicht schattig.
Früchte
Die Früchte sind botanisch gesehen Beeren. Früchte der
Gattung, die von Menschen gegessen werden, nennt man je nach Art
Maracuja oder Grenadillen (auch Granadillen). Sie sind eiförmig,
haben eine feste Haut und enthalten innen einen oft bitter bis
süßlich oder auch extrem sauer schmeckenden Saft mit vielen
essbaren Kernen (ähnlich wie Granatäpfel). Sie enthalten viel
Vitamin C.
Die Früchte von P. incarnata und der Blauen Passionsblume P.
caerula sind ca. 5 cm lang und gelb. Die Früchte der meisten
anderen Passionsblumenarten der Untergattung Passiflora sind
ähnlich, unterscheiden sich jedoch teils sehr in Größe,
Farbe und Geschmack. Bei ihnen werden hauptsächlich die Arten P.
edulis f. edulis, P. edulis f. flavicarpa, P. ligularis, P. alata sowie
P. quadrangularis kommerziell angebaut. Der Saft von P. edulis wird
auch unter der lateinamerikanischen Bezeichnung Parchita in
Fruchtsaftgetränke gemischt. Früchte der Untergattung
Decaloba sind deutlich kleiner und nicht zum Verzehr geeignet; einige
sind sogar giftig. Aber auch Arten der Untergattung Tacsonia wie die
Curuba (Passiflora tarminiana) und Passiflora tripartita v. mollissima
werden wegen ihrer Früchte kultiviert. Diese sind länglich
und können selten in spezialisierten Fruchthandlungen erworben
werden.
Inhaltsstoffe
Arten der Gattung Passiflora enthalten Indol-Alkaloide (die sog.
beta-Carboline Harman, Harmin, Harmol, Harmalol und Harmalin),
Flavonoide (Chrysin, Vitexin, Isovitexin, Orientin und Isoorientin) und
Saponine wie Quadrangulosid. Die Alkaloide sind als Träger der
angstlösenden Wirkung von Passiflora inzwischen ausgeschlossen,
aber auch die genannten Flavonoide können nicht eindeutig dieser
Wirkung zugeordnet werden. Problematisch ist, dass noch nicht alle
Inhaltsstoffe dieser Pflanzen identifiziert werden konnten, und auch
der Gehalt dieser Substanzen selbst innerhalb einer Art unterschiedlich
ist. In einem Fall konnte eine toxische Wirkung von
Passiflora-Behandlung nachgewiesen werden. Weitere Untersuchungen
sollten daher abgewartet werden.
Naturheilkunde
Die Blätter der Passionsblume werden in der Phytotherapie gegen
nervöse Unruhe, Anspannung, Reizbarkeit oder Angstzustände
und damit zusammenhängende Schlafstörungen,
Rückenschmerzen und Verspannungen oder Herzbeschwerden oder Magen-
Darmbeschwerden eingesetzt, ferner auch bei depressiver Verstimmung,
Hysterie oder Asthma. Es sind keine Nebenwirkungen bekannt. Über
die Verträglichkeit während der Schwangerschaft gibt es keine
umfangreichen Erfahrungen.
Die Blätter und die Stängel können sowohl frisch als
auch getrocknet als Tee getrunken werden und sind auch als
Fertigpräparate erhältlich. Daneben werden viele
Kombinationspräparate, teilweise auch als Saft, angeboten, zum
Beispiel mit Baldrian, Johanniskraut, Hopfen, Melisse oder
Weißdorn gemischt. Interessanterweise scheint die Passionsblume
in einer Dreierkombination (Passionsblume + Johanniskraut + Baldrian)
als eine Art „Turbo“ für das Johanneskraut zu wirken
(Neurapas Balance - Universität Freiburg). Die Passionsblume
scheint in dieser Synthese eine niedrigere Johanneskrautdosis (keine
Nebenwirkungen) mit mindestens der gleichen Wirksamkeit zu
ermöglichen.
Evolutionsbiologie
Die Passionsblume hat im Laufe der Evolution eine besondere Form von
Mimikry entwickelt, um sich vor dem Blattfraß der Raupen des
Heliconius-Falters zu schützen. Um Kannibalismus zu vermeiden,
untersucht der Heliconius-Falter vor der Eiablage, ob sich auf den
fraglichen Blättern bereits Eier von Artgenossen befinden. Die
Eier des Heliconius-Falters sind gelb gefärbt. Einige Arten der
Passifloraceae erzeugen selbst gelbe Punkte auf ihren Blättern und
täuschen so einen Befall vor.

P. caerulea, Blüte mit dem Androgynophor

P. kermesina

P. racemosa. (racemosa = traubig, wie die Blütenstände).

P. serratifolia

P. sanguinolenta

P. incarnata

P. citrina

P. alata

P. ×belotti, eine Hybride von P. alata und P. caerulea
http://de.wikipedia.org/wiki/Passionsblumen
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